Als ob die SPD nicht genug gebeutelt wäre, ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover nun auch noch wegen Korruption gegen ihren Berliner Spitzenkandidaten Steffen Krach – und das keine zwei Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl. In Berlin wurden Krachs Wohnung, die SPD-Landeszentrale in Wedding sowie Räume in Hannover durchsucht. Es steht der Verdacht im Raum, Krach oder die SPD hätten eine Spende in Höhe von 9.500 Euro im Zusammenhang mit der Neuaufstellung eines Krankenhausstandortes angenommen. Der Vorfall fällt in Krachs Zeit als Regionspräsident von Hannover von Ende 2021 bis Anfang 2026. Von dem Amt, in dem er auch dem Aufsichtsrat der kommunalen Krankenhauskette vorstand, ist er wegen seiner Spitzenkandidatur derzeit beurlaubt. Die Regionalverwaltung hatte 2023 entschieden, das alte Krankenhaus in Lehrte bis 2030 zu schließen und stattdessen ein modernes Gesundheitszentrum aufzubauen. Zuvor hatte Krach öffentlich erklärt, das Konzept welches Anbieters er bevorzuge.
Dieses erhielt zwar nicht den Zuschlag, die Ermittler schließen aber nicht aus, dass Krach von diesem Anbieter eine bislang nicht näher bestimmte „Spende“ erhielt. Offen sei, ob diese an ihn persönlich oder an die SPD in der Region gerichtet gewesen sein könnte. Krach bezeichnete die Vorwürfe als „haltlos“. Es habe eine Spende gegeben, „die wir innerhalb von 24 Stunden zurücküberwiesen haben, weil ich sofort gesagt habe, dass ich diese Spende definitiv nicht annehmen kann“. Es habe sich nach seiner Erinnerung um 9.500 Euro vom damals unterlegenen Bieter gekommen. Er kündigte an, mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten, wolle „da absolute Transparenz“ und sei „ganz entspannt“. Auch die SPD bestritt die Vorwürfe vehement.
Rumopfern im Wahlkampf wegen “traumatischer“ Erlebnisse bei Wohnungsdurchsuchung
Am Rande einer Wahlkampfveranstaltung schilderte Krach seine “traumatischen” Erlebnisse bei der Wohnungsdurchsuchung. „Ich bin aus meiner Wohnungstür rausgegangen, bin unten zur Haustür. Ich hatte gerade die Innensenatorin am Telefon, weil wir über den Hauptstadtfinanzierungsvertrag gesprochen haben, und in der Sekunde nahm mir jemand das Handy vom Ohr.“ Drei, vier Leute seien auf ihn zugestürmt: „Das macht was mit einem“. Das Handy sei beschlagnahmt worden, so Krach. Was darüber hinaus womöglich noch mitgenommen worden sei, wisse er noch nicht. Er habe dann zu einer Podiumsdiskussion von Spitzenkandidaten gehen müssen. Die Beamten seien in seiner Wohnung geblieben. „Ich bin erstaunt und ich muss auch mal persönlich sagen, ich habe kleine Kinder zu Hause, die haben das heute Morgen alles mitbekommen“, klagte er weiter. „Das macht etwas mit einem Vierjährigen, mit einem Zwölfjährigen, auch meine Frau war zu Hause“. Und weiter: „Ich bin in die Politik gegangen, weil ich gerne Politik mache, und ich muss sagen, das, was ich da heute Morgen erlebt habe, das ist schon etwas gewöhnungsbedürftig“.
Die Botschaft, die Krach hier transportiert, ist unmissverständlich: Während er unermüdlich zum Wohle der Stadt tätig ist und mit der Innensenatorin über wichtige Finanzfragen konferiert, stürmt die Polizei wegen haltloser Vorwürfe seine Wohnung und schockt ihn und die ganze Familie. Vielleicht weiß Krach nun, wie die unzähligen bekannten und weniger bekannten Menschen im ganzen Land sich fühlen, wenn die Polizei in aller Frühe vor ihrer Tür steht, um sie wegen angeblich beleidigender Online-Kommentare über irgendwelche Politiker in die Mangel zu nehmen – und das aus reiner Schikane, da die Vorwürfe in solchen Fällen immer haltlos sind, während sich dies bei Krach erst noch herausstellen muss. Die Ermittlungen kommen für die in aktuellen Umfragen bei ca. 13 Prozent auf dem fünften Platz dahindümpelnde SPD natürlich zur Unzeit. Andererseits ist ihr Ruf so gründlich ruiniert, dass für sie immer Unzeit ist und es auf so etwas auch nicht mehr ankommt.






















