Ganze 44.800 Euro für ein Ehepaar, plus One-way-Ticket nach Afrika oder Arabien. Das wär doch was, möchte man meinen. Doch Schwedens staatlich gefüllter Abschiedskoffer steht wie Blei am Flughafen. Gerade einmal 171 Menschen haben bislang zugegriffen.
Das Geld richtet sich vor allem an Personen, die eine Aufenthaltserlaubnis erhielten und nun freiwillig in ihr Herkunftsland zurückkehren sollen. Seit dem 1. Januar 2026 bietet Schweden dafür 350.000 Kronen pro Erwachsenen. Das sind rund 31.400 Euro. Ehepaare können zusammen etwa 44.800 Euro erhalten. Für eine Familie stehen höchstens rund 53.800 Euro bereit.
Schweden möchte seine Problemfälle loswerden
Die Schweden machen keinen Hehl daraus, welche Zuwanderungsgruppen sie besonders im Blick haben. Auf einem Wahlkampfbus fragten sie: „Vermissen Sie Mogadischu?“ (siehe Beitragsbild oben). Legt man für Somalia beispielhaft einen Monatsverdienst von rund 250 Euro zugrunde, entsprechen die 44.800 Euro für ein Ehepaar fast 15 Jahresverdiensten eines einzelnen Arbeitnehmers. Verdient in einer Familie nur einer Geld, müsste er dafür 14,9 Jahre arbeiten. Trotzdem wollen nur 171 Menschen zurück
Damit bekommt die Prämie eine unbeabsichtigte Aussagekraft. Offenbar ist selbst ein Geldkoffer mit mehr als 30.000 Euro weniger attraktiv als das dauerhafte Leben im schwedischen Wohlfahrtsstaat. Trotz Schnee, Kälte und Elchgefahr. Wer danach aber wieder nach Schweden kommt, soll das Geld zurückzahlen.
Der schwedische Pass verdeckt die Herkunft
Stockholm darf dann den Bescheid nach Mogadischu schicken und hoffen, dass Empfänger, Briefkasten und Geldkoffer noch am selben Ort wohnen. Vermutlich ist das Geld längst über alle Berge, während das Mahnschreiben noch beim Übersetzer liegt.
Im Jahr 2015 stellten rund 163.000 Menschen in Schweden einen Asylantrag. Von 2015 bis Ende 2025 kamen insgesamt mehr als 330.000 Asylanträge zusammen. Doch selbst diese Zahl zeigt nur einen Teil der Entwicklung. Ende 2025 lebten nach Angaben des schwedischen Statistikamtes 2.210.638 im Ausland geborene Menschen im Land. Das entsprach knapp 21 Prozent der Bevölkerung.
Auch Kinder erledigen die Mordaufträge
Die Folgen der gescheiterten Integration zeigen sich besonders drastisch in den Vorstädten. Dort entstanden kriminelle Netzwerke, die Drogenhandel, Erpressung, Schießereien und Sprengstoffanschläge organisieren. 2022 gab es 391 Schießereien mit 62 Toten. Im Jahr 2025 wurden noch 147 Schießereien gezählt. Bis August 2026 waren es 48 mit zwölf Toten. Der harte Kurs wirkt, doch er wurde nicht ohne Grund eingeschlagen. Für 2024 identifizierte die Polizei ungefähr 1.700 Minderjährige als Beteiligte krimineller Netzwerke.
Allein im ersten Halbjahr 2024 wurden 93 Kinder unter 15 Jahren verdächtigt, an Mord, Mordversuch oder Beihilfe dazu beteiligt gewesen zu sein. Das waren dreimal so viele wie ein Jahr zuvor. Das Land verfolgt damit zwei Wege. Kriminelle ohne schwedischen Pass sollen leichter hinausgeworfen werden. Bestimmte Schutzberechtigte, die freiwillig gehen, bekommen einen Geldkoffer hinterhergetragen.
Neuanfang samt Startkapital in Berlin?
Die Schwedendemokraten, vergleichbar mit der AfD, sitzen seit Oktober 2022 mit im Kabinett. Sie sichern der Minderheitsregierung die Mehrheit und bestimmen deren Migrationspolitik entscheidend mit. Sie stehen nicht auf dem offiziellen Kabinettsgruppenfoto, entscheiden jedoch, wohin der Bus rollt. Bei manchen Fahrgästen möglichst zum Flughafen.
Schweden rollte jahrelang in größter Naivität den roten Teppich aus. Nun liegt derselbe Teppich in Richtung Abflughalle. Dort steht ein Koffer mit 31.400 Euro. Man denkt sich wohl, lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Die Schlange vor dem Schalter bleibt aber erstaunlich kurz. Und wer ausreist, beginnt vielleicht samt Startkapital in Berlin wieder von vorn. Denn wir haben ja Platz…






















