Was, wenn der politische Blindenhund selbst blind ist? (Symbolbild:KI)
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Sturer als ein Dackel? CDU seit zehn Jahren ohne Lernkurve

Über Magdeburg bricht heute gerade der Himmel zusammen. Der Wettergott Thor donnert, und der Regen schlägt an die Scheiben des Vereinsheims im Schrebergarten Ernst Thälmann. An ein Hundetraining im Freien ist gerade nicht zu denken. Entspannt sitzen die Mitglieder des Dackel-Trainings-Optimierungsvereins e. V. mit ihren registrierten, geimpften und mit Ohrmarken versehenen Dackelhündchen im Trockenen bei einem, zwei oder drei Pils. So lässt sich das Warten auf bessere Zeiten leichter ertragen. Außerdem löst sich mit jedem Glas die Zunge ein wenig mehr.

Der Vorsitzende Sven Mühlstein will die Zeit sinnvoll überbrücken. Er ist seit 28 Jahren Mitglied der CDU. Da hat sich vieles angestaut, und das muss raus, frei von der Leber weg. Seine Partei habe schon wieder eins auf den Teckel, äh Deckel bekommen. Vielleicht sei sogar er mit schuld, sagt er. Mühlstein weiter: Dackel seien sehr lernfähig. Man brauche ein klares Kommando und die richtige Belohnung. Springt Brutus durch den Reifen, bekommt er ein Stück Leberwurst. Nach wenigen Wiederholungen hat er verstanden, was von ihm erwartet wird. Bei der CDU sei das Bonzentraining schwierig, sagt Mühlstein. Dort sei die Leberwurst ein sicherer Listenplatz. „Bei der CDU werden die Leckerli für die Parteidackel auch dann sackweise ausgeschüttet, wenn keiner durch den Reifen gesprungen ist.“ Vitamin B bei der Listenaufstellung wäre wichtiger.

CDU einsichts- und beratungsresistent trotz Leckerli

Mühlstein hebt die rechte Hand und zeichnet vorsichtig eine Linie in die Luft. Sie soll eigentlich von rechts oben nach links unten führen. Dabei achtet er peinlich genau darauf, dass seine Hand nicht zu weit nach rechts oben gerät. Wir sind schließlich in Deutschland. So müsse eine Lernkurve aussehen, erklärt er. Bei der CDU liege die Lernkurve dagegen seit zehn Jahren flach auf dem Tisch und reiche bis auf den Boden. Die Partei verliere eine Wahl und mache anschließend weiter wie bisher. Ein Dackel, der gegen einen Zaun läuft, dem schmerzt die Schnauze. Er sucht beim nächsten Versuch einen klügeren Weg.

Mühlstein wollte seine Dackeloptimierungstrainingserfahrung längst in die Partei einbringen. Sein Antrag „Mehr Lernkurve wagen“ wurde jedoch an den Arbeitskreis für ländlichen Raum und Haustierhaltung überwiesen. Dort werde er seit drei Jahren sorgfältig geprüft. Sein Waldi kann inzwischen Rolle rückwärts, dort, wo die blauen Veilchen blühen. Während Mühlstein poltert, holt Frau Lehmann eine Tüte Dackelleckerli hervor. Sie hat sie von einem Besuch in Sachsen mitgebracht.

Unerwünschte Wirkung

Mühlstein wird sofort nervös. Leckerli aus Sachsen und Thüringen könnten auch über die Landesgrenzen eingeschmuggelt worden sein. Die politische Wirkung wäre unerwünscht. Ihr Dackel Bismarck frisst trotzdem eines und dreht sich nach rechts. Mühlstein sieht seinen Verdacht bestätigt. Frau Lehmann meint, rechts stehe lediglich sein Wassernapf.

Allmählich lässt der Regen nach. Mühlstein beendet seinen Vortrag mit dem Vereinsgruß aus „Hausmeister Krause“: „Alles für den Dackel, alles für den Club!“ Danach beginnt das Training auf der nassen Wiese. Waldi springt dennoch durch den Reifen, Bismarck lässt das Stuhlbein los, und mein schlanker Friedrich von Sauerlandstein wartet vor dem Napf auf sein Kommando. Er hört schwer, sehr schwer. Alle drei haben an diesem Nachmittag etwas gelernt. Nur die CDU war nicht dabei. Ihre Lernkurve liegt weitere zehn Jahre flach auf dem Tisch. Oder in der waagerechten Kiste zwei Meter tief unterhalb des Rasens.

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