Neulich in der CDU-Parteizentrale (Symbolfoto: Von Gorb Andrii/Shutterstock)
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Anarchie und Chaos in der Merzregierung?

Was der gigantische Erfolg der AfD in Sachsen-Anhalt alles so bewirken kann! Bei CDU und SPD ist die Panik ausgebrochen, wird ernsthaft von Bundeszwang gesprochen, um den Wählerwillen im Nachhinein abzuwürgen, will die CDU-Frau in Brüssel Gelder für das Bundesland stoppen, was eigentlich schlimmer ist, als Erpressung, die Grünen und Linken drehen natürlich frei, haben Angst um das Leben der Migranten in Magdeburg und Halle.

Man könnte herzlich lachen, wenn es nicht so traurig wäre, wenn man nicht sehen würde, wie anti-demokratisch eigentlich „UnsereDemokratie“ ist. Auf jeden Fall aber gibt es in der Bundesregierung und in der CDU-Fraktion ein Hauen und Stechen, geht jeder auf jeden los und besonders auf den Koalitionspartner SPD. Hier einige Schnipsel und Kommentare, die zeigen, wie da oben gerade die Hölle losbricht und wie Friedrich Merz zusehends alleine dasteht.

Axel Bojanowski zitiert aus dem Cicero:

„Der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt hat angekündigt, dass er und andere Unionsabgeordnete im Haushaltsauschuss des Bundestags die Zusage des Kanzlers blockieren wollen, eine Milliarde Euro der deutschen Steuerzahler in den internationalen Fonds für tropische Regenwälder (TFFF) einzuzahlen. Das ist ein Lieblingsprojekt von SPD-Entwicklungshilfeministerin Reem Alabali Radovan, für das sich Merz bei seinem Besuch der COP30-Konferenz in Bélem in Brasilien verbürgt hatte…. Mattfeldt und andere CDU-Politiker auf den hinteren Bänken des Bundestags verlieren offenkundig nach der Sachsen-Anhalt-Wahl und dem desaströs wählervertreibenden Gebaren des Kanzlers die Bereitschaft, eine für ihre verbliebenen Wähler sicher ausgesprochen unpopuläre Verpulverung von Steuerzahlergeld im fernen Regenwald hinzunehmen. Zumal, wie Mattfeldt sagt, „eine Zusage in dieser enormen Größenordnung vorab nicht mit den zuständigen Parlamentariern abgestimmt wurde“.“

Wumms.

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Waldemar Hartmann kommentiert diesen Ausfall wie folgt:

Was ,bitte, hat sich dieser Herr Radtke gedacht, als er in die CDU eingetreten ist? Oder andersrum gefragt: Was ist aus dieser Partei von Konrad Adenauer und Helmut Kohl geworden, dass sie einen lupenreinen Sozialisten wie Dennis Radtke in höchste Gremien der Partei aufsteigen lässt. Wer solche Parteifreunde hat, braucht keine Bärbel „Bullshit Bas“ mehr.

Wumms.

Tichys Einblick schreibt:

In Union und SPD brodelt es. Jeden Tag neue Brandherde oder -briefe. Nun erklärt ein mächtiger CDU-Mann Bärbel Bas für „nicht mehr tragbar“, Klingbeils Haushalt für „nicht zustimmungsfähig“. Gegen Merz wächst gleichzeitig die offene Revolte in den eigenen Reihen.

Wumms.

Apollo News schreibt:

Friedrich Merz fordert die stellvertretende Generalsekretärin Christina Stumpp zum Rücktritt auf – und die sagt einfach Nein. Der neueste Personal-Crash des Friedrich Merz blamiert den Kanzler komplett – und unterstreicht seine Schwäche.

Wumms.

Matthias v. Diener schreibt:

In der schwersten Stunde der CDU ließen die mächtigen Landesfürsten den Kanzler Friedrich Merz hängen. BILD-Recherchen ergaben: Obwohl die CDU-Parteizentrale im Vorfeld der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt das Präsidium am Wahlsonntag ab 16 Uhr zur Sitzung ins Konrad-Adenauer-Haus bat, erschien nur ein einziger Ministerpräsident, um dem Bundesvorsitzenden Friedrich Merz (70) den Rücken zu stärken. Aus Parteikreisen heißt es: „Der Kanzler war darüber sehr angefasst.“ Zur Erinnerung: Die CDU fuhr in Sachsen-Anhalt eine historische Wahlschlappe ein, landete mit nur 17,2 Prozent auf Platz zwei und halbierte damit ihr Ergebnis von 2021 nahezu. Die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD jubelte über 43,8 Prozent. Eine absehbare Klatsche – wohl auch deshalb mühte sich der Kanzler schon im Vorfeld, am Wahlabend seine Getreuen um sich zu scharen Konkret hatte die Parteizentrale per Mail an die Landesverbände die jeweiligen Präsidiumsmitglieder eingeladen.

BILD erfuhr den Inhalt: „Wie bereits in der vergangenen Sitzung des Präsidiums durch den Vorsitzenden der CDU Deutschlands, Bundeskanzler Friedrich Merz, angekündigt, kommt am Sonntag, den 6. September 2026, das Präsidium ab 16 Uhr zusammen, um die Berichterstattung anlässlich der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu verfolgen.“ Doch die Ministerpräsidenten zeigten sich nicht. Nur Schleswig-Holsteins MP Daniel Günther (53) und Berlins CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers (46) rückten nach BILD-Informationen zur Unterstützung im Adenauer-Haus an. Aus Parteikreisen heißt es, der Kanzler selbst habe dann ab ca. 21 Uhr angefangen, einzelne Ministerpräsidenten abzutelefonieren. Am Montag habe Merz die Landesfürsten in kleiner Runde beiseite genommen und sinniert: Um die Zusammenarbeit stünde es wohl nicht zum Besten. BILD fragte alle MPs ab: Was machten Sie am Wahlabend? Günther bestätigt den Erhalt der Einladung und seinen Besuch im Adenauer-Haus.

Wolfgang Kubicki schreibt:

Der Versuch der Unionsabgeordneten, gleichzeitig die Koalition de facto aufzukündigen und den Bundeskanzler im Amt zu halten, ist aller Ehren wert. Nur: So funktioniert das nicht. Klüger wäre ein klares Ultimatum zur Umsetzung der notwendigen Reformen gewesen. Doch dafür ist es zu spät. Und dieses Ultimatum hätte vom Kanzler selbst kommen müssen. Er kann es offenbar nicht – oder er will es nicht. Merz hat keine Macht mehr. Nicht in der Koalition. Und offenbar auch nicht mehr in der eigenen Fraktion. Deutschland braucht einen Neustart und das geht nicht mit diesem Kanzler.

Und auch billige Ablenkungsmanöver funktionieren nicht mehr so gut:

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Aber nicht nur in der Parteizentrale, der Fraktion und im Bundeskanzleramt regiert das Chaos. Auch in den Bundesländern kocht die Suppe über. Philipp Piatov von der „Bild“ weiß zu berichten:

Der Machtkampf um die Führung der CDU Sachsen-Anhalt zwischen Sven Schulze und Sepp Müller nimmt immer mehr die Züge einer Schlammschlacht an.

Wie BILD erfuhr, erhob Schulze in der Bundesvorstandssitzung der CDU – sprich: in Anwesenheit von Kanzler Merz und weiteren Top-Christdemokraten – einen unappetitlichen Vorwurf gegen Müller.

Konkret: Müller soll gebeten haben, ihn zur CDU-Wahlparty am 6. September in Magdeburg in seiner Funktion als Vize-Chef der Bundestagsfraktion einzuladen. Dies habe er getan, um sich anfallende Kosten über die Bundestagsfraktion erstatten zu können.

Mitglieder des Bundesvorstands zeigten sich gegenüber BILD überrascht, dass solch ein Vorwurf nach einer verlorenen Wahl in einem der wichtigsten Parteigremien erhoben wurde. Einige Mitglieder verstanden Schulze zudem so, dass er durch die Äußerung der Vorwürfe in Kauf nehme, dass diese öffentlich würden. Müller selbst wirft Schulze ein „extrem unanständiges“ Verhalten vor.

Aber was ist dran am Vorwurf?

Wie BILD erfuhr, stellte Müllers Bundestagsbüro tatsächlich einen Reisekostenantrag für die Reise zur Wahlparty. Am Mittwoch (10. September) habe Sepp Müller ihn jedoch persönlich widerrufen lassen – die Antragstellung sei ein bürointernes „Missverständnis“ gewesen, hieß es. Insgesamt seien in den vergangenen 12 Monaten von mehr als 40 Terminen in Sachsen-Anhalt nur drei über die Fraktion abrechnet worden (Gesamtkosten 514€).“

Und das hier:

Nach dem AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt rebelliert die CDU-Basis. Ein Stadtverband fordert Merz und Kretschmer zum Kurswechsel auf, nennt die Brandmauer „strategisch töricht“ – und wirft Merz einen „gigantischen Wahlbetrug“ vor.

…

Und jetzt gucken wir mal, was passiert, wenn die CDU bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern an der 5-Prozent-Hürde entlangschrammt. Herrscht dann erstmal wieder Ruhe im Karton? Wohl eher nicht.

Übrigens: Während man sich in der Regierung und deren Umgebung gegenseitig fertig macht, geht Deutschland natürlich weiterhin vor die Hunde, den Bach runter, wird an die Wand gefahren, in den Abgrund getrieben, und, und, und.

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