Man kann eigentlich kein anderes Motiv des “Spiegel“ hinter dem neuerlichem Cover zur AfD vermuten als entweder den insgeheimen Plan, der AfD möglichst bald tatsächlich zur absoluten Mehrheit zu verhelfen – oder aber die Geldgier (oder Geldnot?) ist so groß, dass man an die Rekord-Verkaufszahlen (und Kassen-Umsätze) nochmals anknüpfen will, für die das unfreiwillig zum Kult- und Sammlerobjekt geratene Titelbild vor drei Wochen “Ulrich Siegmund: Der gefährlichste Mann Deutschlands“) gesorgt hatte. Von seiner inhaltlichen Aussage her, bei der AfD handele es sich um “Verfassungsfeinde“, ist der neue Wurf aus der journalistischen Gummizelle der Ericusspitze sogar noch bizarrer als das voll in die Hose und zum Bumerang geratene damalige Siegmund-Bashing. Ernst nimmt diesen faktenfreien Humbug sowieso keiner mehr, aber dafür sorgt der “Spiegel“ für einen neuen Rush auf von ihm selbst gelieferte AfD-Devotionalien und weitere begehrte Autogrammobjekte.
Genau dafür sorgte gestern bereits AfD-Chefin Alice Weidel, die zu dem feixenden Kommentar “Ich signiere die beste Wahlwerbung vom Spiegel. Wer wird wohl noch unterzeichnen?” auf sozialen Medien sich selbst beim Signieren von “Spiegel“-Covern postete. Damit dürfte der “Spiegel“ wenigstens ausverkauft sein. Zu Weidels “Spiegel“-Signierstunde schreibt NZZ-Redakteurin Beatrice Achternfeld auf X sarkastisch: “Das social media game in der AfD ist in der deutschen Parteienlandschaft absolut unmatched!”

Beatrix von Storch schreibt zu dem neuen Cover: “Ich habe langsam den Verdacht, die Spiegel-Redaktion besteht aus heimlichen AfD-Anhängern. Das muss doch Absicht sein, so ein plumpes AfD-Bashing zu machen („Gefährlichster Mann Deutschland“, die AfD-Titel rot wie aus der Hölle), dass es uns zusätzliche Wähler bringt. Niemand kann so dumm sein zu glauben, dass man mit diesen primitiven Mitteln irgendetwas anderes erreicht als uns noch stärker zu machen. Der Spiegel ist unser bester Wahlkampfhelfer – gleich nach Friedrich Merz.”
Der “Spiegel“ arbeitet selbsttherapeutisch seine AfD-Psychose – bislang erfolglos – seit vielen Jahren ab, doch so verrückt wie derzeit waren die inneren Zerstörer des Erbes Rudolf Augsteins, die aus einem einstigen Nachrichtenmagazin eine Mischung aus “Neuem Deutschland“ und linkem “Stürmer“ gemacht haben, noch nie unterwegs.

Die Entwicklung der Hysterisierung – vom Landesverräter über Faschisten zu Verfassungsfeinden – ist hier in Echtzeit zu verfolgen, und man darf gespannt sein, was ihnen noch einfallen wird, wenn die AfD in Bälde regiert. Die Eddings und Filzschreiber für weitere Autogrammmarathos sind jedenfalls schon gezückt! (TPL)






















