Von Gott und gesundem Menschenverstand verlassen: Deutschlands Kirchen (Symbolbild:KI)
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Sind AfD-Wähler die wahren Christen?

Am 9. September erklärte die Staatsanwaltschaft Rostock: Beim Angriff auf AfD-Mann Michael Meister kommt als Tatmittel ein Messer in Betracht. Ermittelt wird wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Wie antwortet ein Christ auf solches Leid?

Wer viel Leid vermeiden möchte, könnte zur FDP gehen und dort in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Wo kaum jemand hinschaut, gibt es weniger Feinde. Wer für die AfD antritt, muss Angriffe fürchten. Michael Meister wurde vor seiner Wohnung am Arm verletzt. Ein Messer zwischen den Rippen blieb ihm erspart. Sein Rucksack mit Notebook soll Schlimmeres verhindert haben.

Kein Dauerwohnrecht im Kopf

Meister wurde zweifach geprüft. Als Politiker und als Christenmensch. Er darf Bestrafung verlangen. Als Christ stellt sich die schwerere Frage: Kann er für jene beten, die ihn verletzen wollten? Wie oft soll er verzeihen? Bei Matthäus steht: „Nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal.“ Das verlangt mehr Kraft als jede Sonntagsrede über Nächstenliebe.

„Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen“, heißt es seit fast 2.000 Jahren. Wer Groll im Herzen trägt, gewährt dem Gegner freies Wohnrecht im Kopf. Dort raubt er Schlaf und Nerven. Wer verzeiht, spricht den Täter nicht frei. Er befreit sich selbst von ihm.

Wenn das Auto brennt

Autos von AfD-Politikern werden beschädigt oder angezündet. Paulus schreibt: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ Das bedeutet nicht, dem Brandstifter den Reservekanister zu reichen. Der Geschädigte darf Anzeige erstatten und Bestrafung verlangen. Vergebung ersetzt weder Polizei noch Staatsanwalt. Sie schützt davor, dass der Täter außer dem Wagen auch die Seele in Brand setzt.

Häuser und Parteibüros werden beschmiert. AfD-Politiker werden als Nazis oder Unmenschen beschimpft. „Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr“, steht im ersten Petrusbrief. Die Farbe wird entfernt. Die Rechnung geht zum Täter. Doch der Christ zieht nicht mit dem Farbeimer zum Gegner.

Der letztendliche Sieg

Sonst stehen zwei beschmierte Fassaden und jeder hält sich für den Gerechten. Er darf widersprechen, lässt den Angreifer aber nicht bestimmen, was für ein Mensch er wird. Ob AfD-Wähler so handeln, weiß niemand. Christen sind keine Heiligen, sondern Menschen mit Blutdruck. Darf der Gegner außer dem Auto, der Hauswand auch noch das Herz beschädigen?

Verzeihen wird den Stress lindern und den Schlaf zurückbringen. Wer nicht mit Rache antwortet, zeigt menschliche Größe. Vielleicht trifft diese christliche Geste den Täter stärker als ein Anwaltsbrief. Vielleicht erkennt er, was er angerichtet hat. Vielleicht schämt er sich sogar. Hoffentlich.

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