Im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt griff der völlig chancenlose CDU-Ministerpräsident Sven Schulze in seiner Verzweiflung auf Komiker-Fossil Dieter Hallervorden zurück. Dieser steuerte dann einige Fremdschäm-Auftritte bei, in denen er gegen Israel, die AfD und auch gleich noch gegen CDU-Kanzler Friedrich Merz austeilte. Der Erfolg seiner Beiträge äußerte sich in einer desaströsen Niederlage der CDU, die nur noch auf jämmerliche 17,2 Prozent kam, die AfD dagegen auf 43,8.
Hallervordens bizarre Darbietungen und die Tatsche, dass er überhaupt in den Wahlkampf eines Bundeslandes eingriff, in dem er nicht lebt, erschienen von Anfang an merkwürdig. Nun wird klar, was bisher nur als Verdacht im Raum stand und woher der Wind weht: Neben seiner Profilierungssicht könnte ein Grund dafür sein, dass die Investitionsbank Berlin (IBB) im Februar 2026 mehr als 2,2 Millionen Euro Corona-Überbrückungshilfe von der Halliwood GmbH zurückforderte. Das Unternehmen betreibt Hallervordens Schlosspark Theater in Berlin-Steglitz, eines von drei Theatern, die ihm gehören.
Die staatlichen Zuschüsse für das Schlosspark Theater steigen seit Jahren stetig an. 2021 waren es 861.040 Euro, 2024 schon 1.355.800 und im vergangenen Jahr 1.331.500. Insgesamt flossen in den letzten fünf Jahren rund 5,45 Millionen Euro an ein einziges Theater – und das trotz der vielbeklagten Sparzwänge des noch von der CDU regierten Landes Berlin. Damit nicht genug, musste Halliwood auch keine reguläre Miete zahlen und das Land übernahm auch noch einen erheblichen Teil der Betriebs- und Nebenkosten. Für das Jahr 2025 ergibt sich daraus laut Senatsangaben ein finanzieller Vorteil von rund 288.000 Euro bei den Mietkosten und weiteren rund 100.000 Euro bei Betriebs- und Nebenkosten. Die Rückforderung der Corona-Hilfen wurde von der Bank mit „mangelnder Mitwirkung“ von Hallervordens Firma bei der Schlussabrechnung begründet.
Danke für Entgegenkommen bei Forderungsverzicht
Nur wenige Tage später hob die Bank jedoch sämtliche Forderungen mit sofortiger Wirkung auf. Hallervordens Tochter Nathalie sprach damals von einem „konstruktiven Austausch“ mit der Bank, alle relevanten Unterlagen lägen vor. Hallervorden musste keinen Cent zurückzahlen. Hätte die Bank auf ihrer Forderung bestanden, hätte dies wohl das Ende des weitgehend am Staatstropf hängenden Theaters bedeutet.
Hier drängt sich also zumindest der Verdacht auf, dass Hallervorden sich mit seiner, wenn auch kläglich erfolglosen Unterstützung für Schulze in Sachsen-Anhalt für das Entgegenkommen der CDU in Berlin erkenntlich zeigen wollte. Robert Eschricht, der Sprecher der Berliner AfD für Kultur, hat diesen Monat einen Antrag auf Offenlegung der Fördermittel für Hallervordens Theater gestellt. Angesichts der Millionenförderung sei es „gleich viel weniger verwunderlich, dass Dieter Hallervorden sich zum Zeitgeist-Aktivisten gegen die beliebteste Oppositionskraft im Land gewandelt hat. Schade um einen einstmals unkonventionellen Künstler, denn es bewahrheitet sich mal wieder: je mehr für die Kultur geschieht, desto schlechter für Ihre Selbstachtung“, so Eschricht. Hinter dem Engagement des angeblich so um die Demokratie besorgten Hallervorden könnten also ganz schnöde finanzielle Interessen stecken – und die Gelegenheit, seine Schuld(en) bei der CDU abzutragen. Sein hehres Geschwätz wird man nun noch kritischer sehen müssen als bisher. (TPL)






















