Unter Hitler: Von der Seuchenbekämpfung zur Diktatur; Bild: Shutterstock
Rally around the flag: "Unsere Demokratie" vor 90 Jahren (Symbolbild: Shutterstock)
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Angst um die Gatekeeper-Rolle: Selbstgleichgeschaltete deutsche Mainstreammedien mit Kampagne “Demokratie braucht viele Stimmen“

Die gesamte deutsche Mainstream-Journaille veranstaltet derzeit eine Kampagne unter dem Motto: „Demokratie braucht viele Stimmen“. Demokratie lebe von unterschiedlichen Meinungen, Perspektiven und einer offenen Debatte. Damit Menschen sich eine eigene Meinung bilden könnten, bräuchten sie Zugang zu vielfältigen und verlässlichen Informationen, heißt es dazu. Allerdings wird beklagt, dass „unsere Öffentlichkeit“ sich verändere. Digitale Plattformen und Künstliche Intelligenz würden zunehmend mitbestimmen, welche Informationen uns erreichen. Desinformation und manipulierte Inhalte würden es zugleich schwieriger machen, Verlässliches von Falschem zu unterscheiden. Umso wichtiger sei professioneller Journalismus. Er recherchiere, prüfe Fakten, ordne ein, frage nach und übernehme Verantwortung für das, was er veröffentlicht. Mit „Demokratie braucht viele Stimmen“ setzte man nun „erstmals gemeinsam ein Zeichen – für Presse- und Rundfunkfreiheit, für Medienvielfalt und für eine informierte demokratische Öffentlichkeit“. An der Kampagne beteiligt sich alles, was in der deutschen Medienlandschaft Rang und Namen hat. ARD, ZDF, RTL Pro7/Sat1 und sämtliche großen Magazine und Zeitungen bis hin zu Regionalblättern.

In zahllosen Stellungnahmen rühmen sich die Vertreter dieser Medien der Meinungs- und Perspektivenvielfalt, die sie angeblich abbilden und der journalistischen Verantwortung, die sie angeblich so vorbildlich wahrnehmen. Tatsächlich machen die allermeisten dieser Medien sich jedoch zu Scharfrichtern darüber, was gedacht, gesagt und gewählt werden darf. Sie positionieren sich fast unisono für die Klimaideologie, für Massenmigration, für die woke Gender-Ideologie, die Corona-Diktatur, die bedingungslose Ukraine-Unterstützung und gegen alles, was sie als „rechts“ brandmarken und damit aus ihrem erlauchten Kreis ausschließen. Sie maßen sich an, zu bestimmen, welche Medien wie zu berichten haben und bezeichnen die, die dagegen verstoßen als Fake-News-Schleudern, Hetzportale et cetera.

Wüten gegen freie Medien und “digitale Plattformen“

Neben berechtigter Kritik an Künstlicher Intelligenz und zu viel Macht in zu wenigen Händen, wirkt diese Kampagne, die vom 14.-19. September läuft, vor allem wie ein weiterer linker Feldzug gegen böse Milliardäre und digitale Plattformen, womit natürlich vor allem X von Elon Musk gemeint ist. Gerade X ist aber längst zu einer der schnellsten und insgesamt zuverlässigsten Informationsquellen geworden, wo aktuelle Entwicklungen sofort aufgegriffen werden. Zwar werden dort auch massenhaft Falschinformationen verbreitet, aber mindestens ebenso viele werden auch in Echtzeit korrigiert – auch und gerade die, die von Mainstream-Medien kommen. Man gewinnt also den Eindruck, dass hier vor allem kriselnde Medienkonzerne um ihre Gatekeeper-Funktion trauern, die sie längst eingebüßt haben. Längst können eine Handvoll Magazine, Zeitungen und Sender nicht mehr darüber bestimmen, was die Menschen zu sehen und zu lesen bekommen. Deshalb wütet man immer heftiger gegen „digitale Plattformen“, die man als lästige Konkurrenz verteufelt und inszeniert sich selbst als Hüter von Wahrheit, Meinungsvielfalt und Demokratie. Dies ist natürlich pathetischer Unsinn.

Die Mainstream-Medien verlieren immer mehr Publikum, weil sie ihre eigentliche Aufgabe seit vielen Jahren nicht mehr wahrnehmen und sich stattdessen als Propagandisten von Ideologien und Regierungen hergeben. Sie sehen sich allzu oft nicht mehr als Kontrolleure der Macht, sondern als Erzieher, Vormund und Zuchtmeister des unwissenden Volkes. Deshalb sind sie in die Krise geraten. Das wollen sie aber nicht wahrhaben und starten solche pathetischen Kampagnen, anstatt einmal eine schonungslose Analyse vorzunehmen, wieso in ihre oft so prekäre Lage geraten sind. Die Kampagne mit Teilnehmern von der ultralinken „taz“ bis zu den Blättern des Springer-Verlages wirkt wie das mediale Äquivalent der Einheitsparteienfront von CDU bis Linke, die sich geschlossen gegen die AfD positioniert. Hinter all den hehren Phrasen, die hier abgesondert werden, verbirgt sich vor allem die Angst um die Zukunft einer Branche, der ihre Deutungsmacht weitgehend abhandengekommen ist und die sich nun als letzte Bastion der Demokratie gegen finstere Mächte inszeniert. Tatsächlich ist sie jedoch selbst an ihrer Misere schuld, weil sie seit Jahren gegen die Realität im Land anschreibt- und sendet. Diese Erkenntnis hat sich aber offensichtlich noch immer nicht durchgesetzt. (TPL)

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