Hinter der Brandmauer (Foto: GROK)
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Fällt die Brandmauer noch vor der MV-Wahl am Sonntag?

Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am kommenden Sonntag wird mehr und mehr zum Menetekel für die desaströse Kanzlerschaft von Friedrich Merz. Die CDU kämpft in Ostdeutschland zwar überall ums nackte Überleben, in Mecklenburg-Vorpommern droht sie aber sogar erstmals überhaupt den Einzug in ein Landesparlament zu verpassen. Aber selbst wenn sie auf klägliche sieben oder neun Prozent käme, wäre dies ein vernichtendes Ergebnis für die einstige Volkspartei.

Immer mehr CDU-Bonzen im Osten dämmert, spätestens nach dem Wahltriumph der AfD in Sachsen-Anhalt, dass die Brandmauer eine einzige selbstmörderische Katastrophe für ihre Partei ist. Wer noch Aussichten auf Posten und Pöstchen haben will, weiß, dass er sich endlich mit der AfD arrangieren muss und pfeift auf die lächerlichen Brandmauer-Parolen des ohnehin längst zur Disposition stehenden Kanzlers und der Bundesparteiführung, die aus westdeutschen Traumtänzern besteht. Sascha Ott, der Vize-Kreisvorsitzender der CDU in Vorpommern-Greifswald, wagte sich nun als erster aus der Deckung und forderte: „Wir müssen offen sein und den Koalitionspartner suchen, der möglich und am besten für uns ist. Das kann natürlich auch die AfD sein, wenn das der Wähler will“. Die CDU dürfe eine Koalition mit der AfD nicht länger ausschließen. Die bisherige Strategie sei gescheitert.

Immer mehr CDU-Granden im Nordosten der Republik gehen auf die Barrikaden

Die Brandmauer habe die AfD nicht geschwächt, sondern die CDU immer weiter geschrumpft. Auch der frühere Greifswalder CDU-Vorsitzende Axel Hochschild, der seit zwei Jahren in einem Parteiausschlussverfahren steckt, weil er für eine lokale Zusammenarbeit mit der AfD eintrat, stellte klar: „Wir haben unsere Anhänger zur AfD getrieben. Brandmauer und Denkverbote müssen weg“. Zwar müsse eine gemeinsame Regierung mit der AfD nicht das Ziel sein, wenn sie aber die beste Lösung für Mecklenburg-Vorpommern sei, dürfe die CDU davor nicht die Augen verschließen.

Genau das tut CDU-Landeschef Daniel Peters aber weiterhin. Er verbat sich zwar vehement, dass der waidwunde Kanzler sich im Wahlkampf bei ihm blicken lässt, weil jeder gemeinsame Auftritt der Partei noch mehr schaden könnte, erklärte auf Anfrage der „Ostsee-Zeitung“ aber: „Wir lehnen Koalitionen oder ähnliche Formen der Zusammenarbeit mit der Partei Die Linke und der AfD ab“. Dabei war es Peters, der erst kürzlich von einem „Existenzkampf“ der CDU gesprochen hatte. Damit verkörpert er die Schizophrenie dieser Partei perfekt. Er will an einer Strategie festhalten, die überhaupt erst zu diesem Existenzkampf geführt hat, will den Brandmauer-Kanzler nicht bei sich sehen, hält aber an der Brandmauer selbst. Aber auch er wird nicht umhin kommen, sich der Realität zu beugen, denn die eigenen Funktionäre, die merken, dass ihnen die Karrierechancen wegschmelzen, wenn man sich nicht endlich der AfD öffnet, werden irgendwann so viel Druck machen, dass Peters sich beugen muss – wenn das Wahlergebnis am Sonntag ihn nicht ohnehin mitsamt seinem Kanzler aus dem Amt spült. (TPL)

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