Die lächerlichen Horrorszenarien, die vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt verbreitet wurden, falls die AfD die Landesregierung stellt, setzen sich auch danach fort. Nicht nur die Altparteien drohen mit der erstmaligen Anwendung des Bundeszwangs und allem möglichem Unsinn, auch der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) meldete sich wenige Tage nach der Wahl mit der Behauptung zu Wort, es gäbe bereits erste Stornierungen von Reisenden, die Sachsen-Anhalt zwar bereisen wollten, wegen der aktuellen Situation aber Bedenken hätten oder gar „aus Angst meiden“. Vereinzelt gebe es bereits Absagen oder Ankündigungen, Aufenthalte im kommenden Jahr zu stornieren. Ein erstaunlicher Befund, ganze zehn Tage nach der Wahl.
Irgendwelche konkreten Zahlen nannte der Verband bezeichnenderweise nicht. Michael Schmidt, der Dehoga-Landesvorsitzende von Sachsen-Anhalt, forderte „egal, welche Partei den Regierungsauftrag erhalten wird, dazu auf, schnellstens mit uns in den Dialog zu treten“. Für die Branche sei es „existenziell, ein Bekenntnis zum Tourismus, Sicherheit und Perspektiven zu bekommen“. Außerdem müsse die künftige Landesregierung „ein klares Bekenntnis zu einer offenen Willkommenskultur“. Die Sorgen der Tourismusbranche beträfen dabei nicht nur mögliche Gäste. Auch bei der Gewinnung von Fach- und Arbeitskräften brauche man verlässliche politische Rahmenbedingungen. Nötig seien Stabilität und Vertrauen sowie eine offene Kommunikation zwischen Politik und Wirtschaft, so Schmidt weiter.
Herbeifabulierte Krisen
Hier werden also einmal wieder Krisen herbeifabuliert und von der nächsten Regierung irgendwelche Willkommensbekenntnisse verlangt, obwohl legalen Zuwanderern, Touristen und Fachkräften von der AfD nicht die geringsten Gefahren drohen. Eigentlich müsste die Zahl der Übernachtungen in dem Bundesland sogar steigen, da ja derzeit massenhaft Linke zu Demonstrationen und Protestaktionen einströmen. Tatsächlich finden sich unter dem Facebook-Beitrag von Dehoga aber Kommentare, wie etwa: „Obwohl es dort und in Quedlinburg, Rappodetalsperre etc. wunderschön ist, geht für uns die Vorstellung, dass quasi jeder Zweite eine rechtsextremistische Partei gewählt hat, überhaupt nicht“ oder: „Auch für mich käme bei einer AfD-geführten Regierung keine Reise nach Sachsen-Anhalt infrage. Und ja, auch mir tut es leid für die aufrechten Demokraten, die dort leben, aber ich werde definitiv keinen einzigen Euro freiwillig in einem Bundesland lassen, das von einer rechtsextremistischen Partei geführt wird“.
Angesichts der seit Jahren geschürten, völlig grundlosen Anti-AfD-Hysterie in diesem Land ist es glaubhaft, dass manche besonders Verblendeten tatsächlich ihre Reisen nach Sachsen-Anhalt storniert haben. Dies ist dann aber das Resultat einer gnadenlosen Hetzpropaganda, die nichts mit der Realität zu tun hat und die nicht dazu herhalten darf, den Wählerwillen außer Kraft zu setzen. „Wer seiner Empörung über das Wahlergebnis damit Ausdruck verleihen muss, hier nicht mehr in den Urlaub zu fahren, der bleibt eben weg“, lautete dann auch einer der vernünftigeren Kommentare auf den Brandbrief von Dehoga. (TPL)






















