Rechtsanwalt Jörn Weitzmann: Kaltgestellt wegen AfD-Zustimmung (Foto:ScreenshotYoutube)
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Präsident des Hamburger Anwaltsversorgungswerks abgewählt – weil er AfD-Wahlerfolg positiv kommentierte

Dummheit und Hysterie – vor allem bei denen, die sich zur Elite zählen – erreichen immer neue Tiefpunkte in diesem Land. Nun wurde der Jurist Jörn Weitzmann, der seit über 20 Jahren an der Spitze des Verwaltungsausschusses des Hamburgischen Versorgungswerks für Anwälte steht, völlig überraschend von seinem Amt abgewählt, obwohl seine Wiederwahl eigentlich nur noch Formsache zu sein schien. Zu Weitmanns Überraschung erschien dann jedoch die außergewöhnlich hohe Zahl von über 500 Mitgliedern zu der Versammlung im Hamburger Luxushotel Grand Elysée. Den Grund dafür sollte er bald erfahren: Eine Gruppe von Hamburger Anwälten um den Berufsrechtler Oliver Islam (!) hatte von langer Hand Weitzmanns Abwahl vorbereitet – und zwar wegen angeblich “rechtspopulistischer” Äußerungen und der Verbreitung von Verschwörungstheorien auf Twitter und LinkedIn.

So hatte er etwa den Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt mit den Worten: „Die strategische Geduld der AfD im Osten hat sich ausgezahlt“ auf X kommentiert. Die Brandmauer bezeichnete er als „Brandmauer gegen Veränderungen“. Im Zusammenhang mit Migration soll er von „Armutsmigranten aus Afrika“ gesprochen und auch noch den Begriff „Altparteien“ verwendet sowie von einem „nur dünn verschleierten Kartell“ gesprochen haben. Diese Aussagen, die nicht nur ganz und gar dem Recht auf Meinungsfreiheit unterliegen, sondern auch noch sachlich völlig korrekt sind, wurden Weitzmann zum Verhängnis. Als er nichtsahnend zu seiner Wiederwahl erschien, wurde er von einem jungen Anwalt mit seinen vermeintlich so verfänglichen Aussagen konfrontiert, zu denen angeblich auch die Forderung nach einer Abschaffung der EU und Äußerungen gegen „queere“ Menschen gehörten. Weitere Anwälte schlossen sich dann der Kritik an und hielten ihm weitere Beiträge aus seinen Social-Media-Profilen vor.

Zuwanderungskritik als “Verbreiten von Verschwörungstheorien“ angekreidet

Weitzmann wies die Vorwürfe zurück, betonte, sich selbst nicht als „rechtsextrem“ zu sehen, und verwies darauf, dass Verschwörungstheorien zunächst nachgewiesen werden müssten. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bezeichnete er als unbelegt und bestritt, der AfD oder radikalen Positionen nahezustehen. Dies nützt ihm jedoch alles nichts. 431 Mitglieder stimmen gegen seine Wiederwahl, nur 36 dafür. Zu seinem Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter Horst Bonvie gewählt. Die Initiatoren dieser Intrige werteten ihren Erfolg als Zeichen dafür, dass die Selbstverwaltung der Anwaltschaft funktioniere. Besonders die jungen Anwälte hätten mit ihrem Vorgehen für eine hohe Mobilisierung gesorgt.

In Wahrheit war dieser Vorgang ein Tiefpunkt für die gesamte Zunft. Ausgerechnet Juristen, die am besten wissen müssten, dass Weitzmann sich nicht das Allergeringste zuschulden kommen ließ, konspirierten gegen einen Mann, der fast zwei Jahrzehnte an der Spitze dieser Organisation stand, nur weil ihnen nicht passte, wie er von seinem Recht auf Redefreiheit Gebrauch machte. Diejenigen, die diese putschartige Konspiration gegen einen völlig unbescholtenen Mann ausgeheckt haben, zählen sich zweifellos zur moralischen Elite und sind zutiefst davon überzeugt, ein gutes Werk vollbracht zu haben. In Wahrheit sind sie verblendete Fanatiker und Freiheitsfeinde, die ein Schandfleck für ihren Berufsstand sind. Genau diese Sorte hätte sich auch vor 90 Jahren mit demselben Eifer gegen jüdische und andere Kollegen hervorgetan, die nicht auf Linie waren. (TPL)

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