Leere Zapfpistolen (Symbolbild:Imago)
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Erwischt uns die Dieselkrise noch vor der Gasmangellage?

Im letzten Quartal dieses weiteren nationalen und internationalen Katastrophenjahres steht nun auch noch eine weltweite Dieselknappheit an, die bis weit ins kommende Jahr anhalten dürfte. Durch die Kriege im Iran und in der Ukraine bleiben im Nahen Osten und in Russland Millionen Barrel pro Tag gebunden, die Lagerbestände liegen historisch tief, dafür steigen die Preise auf Rekordniveau. Da Diesel für Industrie, Schwertransporte und Landwirtschaft unverzichtbar ist, wird die Wirtschaft noch mehr geschädigt. Im September stiegen die Dieselpreise in den USA im Einzelhandel erstmals sechs Dollar pro Gallone. Raffinerien und Händler im ganzen Land verlängern Diesel-Lagerverträge nicht, weil es kaum noch Kraftstoff gibt, den sie einlagern könnten. Bis zum 11. September sanken die gesamten US-Dieselbestände auf 107,9 Mio. Barrel – der niedrigste Wert für diese Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen vor 44 Jahren.

Steven Barsamian, der Chief Operating Officer des Speicherbrokers “The Tank Tiger”, erklärte, der schnelle Abbau von Diesel aus den US-Lagern zeige, wie angespannt die Versorgung in den vergangenen Monaten gewesen sei. Die zunehmende Verfügbarkeit von Tanks zur Vermietung unterstreiche zugleich, wie lange die Knappheit voraussichtlich anhalten werde. Die Kombination aus sinkenden Beständen und steigender verfügbarer Lagerkapazität deute darauf hin, dass Marktteilnehmer mindestens bis ins 1. Quartal des kommenden Jahres mit anhaltend knapper Versorgung rechnen, so Barsamian weiter. Lagertanks werden üblicherweise für sechs Monate bis ein Jahr angemietet. Das US-Entsorgungsunternehmen EcoBox Dumpsters behilft sich, indem es, wo immer möglich kleinere Lkw einsetzt, Zustellungen und Abholungen im selben Gebiet bündelt und Abholtermine bestätigt, um unnötige Fahrten zu vermeiden und Kraftstoffkosten einzusparen.

Nächste Heimsuchung für die schon ruinierte deutsche Wirtschaft

Zu Monatsbeginn prognostizierte die US-Behörde Energy Information Administration (EIA), dass die Bestände an Destillat-Heizöl, das häufig als Diesel verkauft wird, in den USA im September unter 100 Mio. Barrel fallen und bis Ende 2026 sowie während des größten Teils von 2027 unter dem Fünfjahrestief bleiben werden“. In Europa und Asien ist die Lage nicht besser: Im Juli lagen die Vorräte im Speicher-, Raffinerie- und Handelszentrum Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen 16 Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt. In Singapur lagen die gesamten Destillatbestände in den vergangenen Wochen im Schnitt bei etwa 8,2 Millionen Barrel und damit unter dem Durchschnitt von 9,6 Millionen im vergangenen Jahr. Wenn das russische Exportverbot für Diesel bis Ende Oktober in Kraft bleibt und die Spannungen im Nahen Osten anhalten, gehen Branchenvertreter davon aus, dass die Dieselversorgung den Winter hindurch angespannt bleibt.

Das trifft natürlich auch die ohnehin politisch bereits fast völlig ruinierte deutsche Wirtschaft mit voller Wucht. Von dieser Bundesregierung sind auch hier keine hilfreichen Reaktionen, sondern allenfalls die übliche rhetorische Großtuerei des Kanzlers zu erwarten. Unternehmen und normale Verbraucher, die schon jetzt nicht mehr wissen, wie sie über die Runden kommen sollen, haben nun ein weiteres massives Problem, dessen Ende nicht abzusehen ist. (TPL)

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