Die CDU weiß, dass Kanzler Friedrich Merz sie immer weiter nach unten zieht und sie keine Wahl mehr gewinnen wird, wenn sie ihn nicht loswird. Eines ihrer vielen Probleme ist jedoch, dass sie keine vorzeigbaren personellen Alternativen zu Merz, sondern nur Notlösungen hat. Als eine davon gilt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst. Dessen Rückhalt in seinem Bundesland erodiert jedoch ebenfalls. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage verliert die CDU im Vergleich zur letzten Umfrage im April drei Prozentpunkte, lieg bei 20 Prozent und damit erstmals unter der 30-Prozent-Marke. Danach folgt die AfD mit 22 Prozent, die damit ihren höchsten Wert in NRW erreicht. Bei der letzten Landtagwahl 2022 holte sie nur 5,4 Prozent. Damit hat sie ihre Werte vervierfacht.
Dies ist ein weiterer Hinweis, dass sie sich auch im Westen immer stärker etabliert. Auch sonst bestätigt die Umfrage den allgemeinen Trend: Die SPD, die NRW jahrzehntelang regierte, liegt mit einem Allzeittief von 14 Prozent nur noch auf Platz vier, die FDP, die dem Landtag seit dem Jahr 2000 ununterbrochen angehört, kommt nur noch auf drei Prozent. Erschreckend ist lediglich der Wert der Grünen, die bei 18 Prozent und auf Platz drei liegen. Die Linke verbessert sich auf acht Prozent und würde bei der Landtagswahl im nächsten April erstmals seit 2010 wieder ins Parlament einziehen.
Merz-Effekt schlägt auch im einwohnerstärksten Bundesland Deutschlands voll durch
Bei einer Bundestagwahl würde die AfD auch in NRW stärkste Kraft werden. Sie käme auf 24 Prozent, die CDU nur noch auf 22. Die CDU stürzt also auch in der Heimat von Friedrich Merz immer weiter ab. Ende 2024 lag sie bei Forsa noch bei 41 Prozent. Der Merz-Effekt schlägt somit auch hier voll durch. Nur ist der völlig konturlose Apparatschik Wüst nicht der Mann, der die Partei und schon gar nicht das Land mitreißen und den Eindruck erwecken könnte, er habe die Zeichen der Zeit erkannt und werde Deutschland mit entschlossener Führung aus der Krise führen. Er ist ein weiteres typisches Produkt des Parteienstaates, das nichts anderes gelernt hat, als möglichst geräuschlos nach oben zu kommen. Außerdem bliebe auch Wüst, der derzeit mit den Grünen regiert, die Brandmauer erhalten, an der er kräftig mitgebaut hat.
Er war es, der die AfD erstmals ungeniert als „Nazi-Partei“ bezeichnet hat. Das Einzige, was ihm zur Krise der CDU einfällt, ist dann auch die bahnbrechende Erkenntnis: „Wir müssen uns den Problemen der Menschen zuwenden“. Das ist die Reservebank der CDU, die in besseren Zeiten immer Ministerpräsidenten hatte, die auch Kanzler hätten sein können. Wohl niemand glaubt ernsthaft, dass Wüst das Format dafür hätte. Die CDU ist an dem Punkt, an dem sie mit Merz ebenso verloren ist wie ohne ihn. (TPL)






















