Florian Schröder darf mit dümmlichen Statements nirgendwo fehlen, wo systemerwünschte Linksstaat-Narrative gefragt sind (Foto:Imago/Zeitz)
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Mit dem Zweiten reihert man besser: Auf Böhmermann soll Schroeder folgen

Letzte Woche herrschte noch Erleichterung, als das ZDF ankündigte, dass es die Agitprop-Show seines linksradikalen Hetzers Jan Böhmermann zum Jahresende nach zahllosen Skandalen endlich einstellen wird. Doch wer dachte, man habe am Mainzer “Märchenberg“ endlich eingesehen, dass es für einen von der Allgemeinheit mit Milliarden Euro zwangsfinanzierten Sender völlig unangemessen ist, sich für Sendungen zur Verfügung zu stellen, die nichts anderes tun, als Propaganda zu betreiben und die Menschen gegeneinander aufzuhetzen, sieht sich nun eines Besseren belehrt. Nichtwitzigkeit hat offenbar keine Grenzen: Als Ersatz für Böhmermanns Horror-Show fällt dem ZDF nichts Besseres ein, als am 3. November ein neues „Satire-Format“, ausgerechnet mit dem “Kabarettisten” Florian Schroeder zu starten. Dessen Geist und Esprit ist in etwa so sprühend wie der eines Toten und sein Humor so lustig wie zwei Steine. Und ausgerechnet dieser sauertöpfisch-arrogant dreinblickende Haltungsfunktionär soll nun den Staffelstab von Böhmermann übernehmen. Das neue Format soll den überaus “originellen” Titel „Journal Deluxe – mit Florian Schroeder“ tragen, an dem die Kreativ-Abteilung wahrscheinlich wochenlang gebrütet hat.

Angepriesen wird die Sendung als „anarchisch, verspielt und zugänglich“. Schroeder sei ein „präziser Beobachter und schlagfertiger Kommentator“. Er werde „einen beißenden Blick auf die Gegenwart werfen“. Weiter heißt es: „Das ‚Journal Deluxe‘ stellt Fragen und analysiert scharf: Wie viel neue Wohnungen entstehen durch Enteignung? Wo stellen Grüne die Brandmauer hin, wenn der Handwerker erkennbarer AfD-Sympathisant ist?“ Dieses schaurige Gefasel bestätigt bereits die schlimmsten Befürchtungen. Schroeder selbst kündigte an: „Es erwartet uns eine neue Satirefarbe, die es so bisher nicht gibt. Eine, die liberaler ist, eine die keine Scheuklappen aufsetzt, eine, die neue Stimmen zu Wort kommen lässt und selbst eine neue Stimme ist“. ZDF-Unterhaltungschef Oliver Heidemann ließ verlauten, er freue sich „auf die Verstärkung unseres erfolgreichen Satire-Ensembles durch das ‚Journal Deluxe‘ und Florian Schroeder“. Dieser vereine „eloquenten Charme mit satirischem Biss“ und entdecke „die Widersprüche in unseren politischen und gesellschaftlichen Debatten“. Die Pilotausgabe der Show wird ab dem 29. Oktober um 18 Uhr auf den Streaming-Angeboten des ZDF zum Abruf zur Verfügung stehen und am 30. Oktober um 0:05 Uhr auf 3sat zu sehen sein.

Beleidigung von Ostdeutschen und menschenverachtender Null-Humor

Was einen hier in Wahrheit erwarten dürfte, ist bestenfalls eine minimal weniger primitive Neuauflage der Show von Böhmermann, dessen Ansichten mit denen Schroeders nahezu deckungsgleich sind. Sein „beißender Blick auf die Gegenwart“ sieht so aus, dass er etwa den Ostdeutschen pauschal vorwirft, sie wollten bevormundet, „gegängelt und getreten“ werden. Er bezeichnete sie als „Jammer-Ossis“, mit denen der Westen noch viel zu freundlich umgehe. Der Osten sei ein „lebendes Stockholm-Syndrom“, so Schroeder. Die AfD vertrete nicht die Interessen der ostdeutschen Bevölkerung, meint er. Sie interessiere sich „nicht für die Nation und auch nicht für die Ostdeutschen“. Stattdessen mache sie ein Steuerprogramm für die „vielen Millionäre, Oligarchen und Unternehmer, die die AfD sponsern“.

Doch es geht auch noch primitiver: Als Donald Trump im Präsidentschaftswahlkampf nur um Haaresbreite von einer tödlichen Kugel verfehlt wurde, kommentierte Schroeder dies mit den Worten: „Oh, scheiße, warum war es nur das Ohr“. Zur Ermordung des konservativen US-Aktivisten Charlie Kirk fiel ihm ein: „Diese lebensmüden Konservativen wirken wie Leute, die wahrscheinlich auch geweint hätten, wenn das Stauffenberg-Attentat geklappt hätte“. Und weiter: „Eines können wir festhalten: Dass der Tod von Charlie Kirk dramatisch ist und alles andere als eine Lösung. Sondern ein Teil der Eskalationsspirale, die in allererster Linie Leute wie Trump mit ihrem Hass ausgelöst haben“. Diese Zitate sind dabei nur einige weniger seiner unzähligen geschmacklosen und viehisch dummen Ergüsse dieses – in den Worten des ZDF – „präzisen Beobachters und schlagfertigen Kommentators“ mit „eloquenten Charme“ und „satirischem Biss“. Was man den Zwangsgebührenzahlern nun anstelle Böhmermanns zumutet, ist im Prinzip dasselbe Nullniveau nur durch einen anderen Systemclown. Etwas anderes als linke Agitatoren scheint man für seine „Satire-Formate“ nicht zu dulden – als ob man in dieser Hinsicht mit der „heute show“, der präpotent-bildungsfern anmutenden Sarah Bosetti und der „Anstalt“ nicht wahrlich ausreichend versorgt wäre. Von Meinungsvielfalt ist auch in diesem Bereich nichts zu sehen. Dass man Schroeder tief in die Nacht steckt und erst einmal nur vier Folgen mit ihm ausstrahlen will, lässt immerhin auf eine gewisse Vorsicht beim ZDF schließen. Zu dem Entschluss, Hetzer dieser Sorte endlich komplett vom Bildschirm zu verbannen und auszumustern, kann man sich aber partout nicht durchringen. Dieser Typus “Unterhaltung“ wird daher wohl erst dann verschwinden, wenn auch für die Zwangsgebührenanstalten das hochverdiente letzte Stündlein geschlagen haben wird. (TPL)

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