Trump mit XI: Besondere Ehrbezeigungen (Symbolbild:Pixelhover)
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Xi bei Trump: Alles in Butter – oder geht’s um Iran-Öl?

Sowas ist eher selten: Donald Trump hat Chinas Staatschef Xi Jinping am 23. September persönlich am Flughafen empfangen. Dreißig Meter roter Teppich, Militärkapelle, Fahnen, dann der Donner der B-1-Bomber über dem Platz. Melania Trump und Peng Liyuan standen daneben. Was ist zwischen den Zeilen zu lesen?

Trump zog für den Handschlag sogar den Handschuh aus. Ein US-Präsident macht das fast nie. Gäste erwartet man sonst im Weißen Haus, nicht auf dem Rollfeld. Die Geste war Absicht: Dieser Besuch soll groß wirken, nah und unübersehbar. Wer selbst am Flugzeug steht, investiert Prestige.

Mondfest, Pandas, Bankett

Am nächsten Tag dasselbe Bild vor dem Weißen Haus. Gemeinsames Foto, Gästebuch, Hymnen im Septemberlicht. Xi gratulierte zum 250. Unabhängigkeitstag, Trump wünschte alles Gute zum chinesischen Mittherbstfest – dem Fest der Familie und des Mondes. Peking schickt zwei Pandas nach Atlanta und will in den kommenden Jahren 100.000 junge Amerikaner nach China einladen.

Abends Staatsbankett, amerikanische Küche mit leiser chinesischer Note, Tech-Bosse am Tisch. Trump führte Xi über die Baustelle am Weißen Haus und nannte ihn einen Mann, der sich mit Stein auskenne, eine Anspielung auf Chinas Bauten. Viel Protokoll, wenig Vertrag. Die Zollpause wurde um zwei Monate verlängert. Die kleinen Dinge trugen den Besuch: Festtagsgruß, Tiere, First Ladies, ein Rundgang über Gerüste und Granit.

Der Iran als Klotz am Bein

Der Iran hängt über dem Besuch wie ein unerledigtes Dossier. Peking gilt seit Jahren als wichtiger Partner Teherans. Gleichzeitig braucht China Öl – und iranisches Öl kommt derzeit kaum durch. Blockaden und der Krieg im Golf reißen ein Loch in die Versorgung. Fabriken, Tanker, Märkte: Alles hängt an ruhigen Routen.

Trump will etwas von Xi. Einen Anruf in Teheran. Druck, Mäßigung, wenigstens ein Signal. Xi will etwas von Trump: Ruhe an der Ölfront, weniger Störung der Lieferketten. Beide kennen die Rechnung. Sagt man das laut, wird der Gipfel zur Erpressung. Sagt man es nicht, bleibt der Iran trotzdem der Elefant im Raum.

Nur Show – oder eine Runde Golf?

Deshalb die Freundschaftsfotos, die Pandas, das Banquet. Man redet über Stabilität und hält das heikle Thema im Halbdunkel. Der Iran ist kein Begrüßungsgeschenk. Er ist der Klotz am Bein: zu schwer, um ihn zu ignorieren, zu heikel, um ihn auf den roten Teppich zu legen. Ob Xi in Teheran anruft und Trump dafür den Weg frei macht, steht nicht im Kommuniqué. Es steht zwischen den Zeilen.

Freundschaftsrhetorik, First Ladies, Tiere, Festtagsgruß: Das Klima wirkt ruhiger als die Themenliste. Ob die beiden wirklich eine Runde Golf spielen wollen, ist Nebensache. Entscheidend ist das Signal. Die beiden größten Volkswirtschaften treffen sich binnen weniger Monate bereits zum zweiten Mal. Sie setzen auf Nähe statt Krach. Man zeigt sich, man schenkt sich Zeit, man lässt die Welt zuschauen. Bereits diese Botschaft beruhigt.

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