Wie schamlos und verlogen will es dieser Mann eigentlich noch treiben? “Pinnochio-Merz” wetterte jahrelang gegen das Gendern. 2021 höhnte er über „diese Gender-Leute“, die „einseitig unsere Sprache verändern“. Universitäten und öffentlich-rechtliche Sender seien „Volkserziehungsanstalten“. Vor der Wahl 2025 kündigte er das Ende des „Gender-Kauderwelsch“ und die Rückkehr zur „schönen deutschen Muttersprache“ an. Seine Regierung verbannte Gender-Sternchen und Binnen-I aus den Ministerien.
Und jetzt, 14 Monate, seit er anstelle von “Links ist vorbei!“ die linkste Regierung (zumindest auf westdeutschem Boden) aller Zeiten anführt – bzw. sich von der SPD vorführen lässt –, spricht dieser Kanzler bei der Henkel-Jubiläumsgala plötzlich selbst von „Mitarbeitenden“, die in der Corona-Krise nicht entlassen wurden – also genau in jener Partizipform, die er früher als Sprachverhunzung geißelte. Nein, das war kein Versprecher; es ist abermals typisch für Merz’ völlige Unglaubwürdigkeit und seine Neigung zur Verlogenheit. Wortbruch und die abrupte Abkehr von früheren Positionen sind die vorherrschende Eigenschaft seiner Kanzlerschaft.
Das Standardmuster: Lüge und Wortbruch
Der gravierendste Fall bleibt die Schuldenbremse: Im Wahlkampf unantastbar, wenige Wochen nach der Wahl mit SPD und Grünen durch ein 500-Milliarden-Sondervermögen und Ausnahmen für Verteidigung ausgehebelt. Merz räumte selbst ein, der Vorwurf des Wortbruchs sei „nicht aus der Luft gegriffen“ und habe seine persönliche Glaubwürdigkeit teuer zu stehen gekommen.
Ähnlich ist es bei der Migration. Massenhafte Zurückweisungen und faktischer Aufnahmestopp wurden versprochen – umgesetzt wurde im Ergebnis fast nichts und selbst das Wenige nur halb- oder viertelherzig mit zahlreichen Ausnahmen. Merz‘ Gefasel von der “Migrationswende“ ist reine Augenwischerei; nichts hat sich geändert, weiterhin wandern zwei muslimische Großstädte in Deutschland ein, während dreieinhalb Großstädte eingebürgert werden. Die Bürgergeld-Reform kam verspätet und abgeschwächt. Eine Rückkehr zur Kernkraft blieb aus. Nach den jüngsten Wahldebakeln öffnet er plötzlich die Tür zu einer Angleichung von privater und gesetzlicher Krankenversicherung. Merz inszeniert sich gerne als Prinzipienreiter – doch sobald Macht und Koalition winken, biegt er um. Das Gendern ist nur die sprachliche Facette eines Musters, das politisches Vertrauen systematisch zerstört. (TPL)






















