Selfie der Sieger: RN-Chef Jordan Bardella mit Marine Le Pen (vorgestern beim Papstbesuch in Paris) (Foto:Imago)
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Auch in Frankreich dreht sich der Wind: Rassemblement National triumphiert bei den Senatswahlen

Es ist ein historischer Durchbruch: Das Rassemblement National (RN) bildet erstmals eine eigene Fraktion im französischen Senat. Bei den gestrigen Teilwahlen zur Zweiten Kammer, dem Oberhaus des französischen Parlaments, am gestrigen Sonntag, 27. September 2026 hat das von Marine Le Pen und Jordan Bardella geführte Bündnis einen bedeutenden Erfolg errungen: Die Partei gewann satte neun neue Sitze hinzu – und verfügt nun zusammen mit den drei bereits 2023 errungenen Mandaten sowie den zwei Senatoren der verbündeten UDR von Éric Ciotti über 14 Sitze. Damit kann das RN erstmals in seiner Geschichte eine eigene Fraktion im Senat bilden. Le Pen sprach von einem „historischen Sieg“ und einer „wichtigen Etappe“.

Bei der gestrigen indirekten Wahl durch etwa 93.500 Kommunal- und Regionalpolitiker wurden 178 der insgesamt 348 Sitze neu besetzt. Die konservativen Républicains und ihre Verbündeten behielten die Mehrheit, mussten jedoch leichte Verluste hinnehmen. Der RN-Erfolg war besonders im Süden spürbar – in den Departements Var, Bouches-du-Rhône, Gard, Hérault und der Region Gironde. Der Durchbruch von Le Pen Bündnis baut auf den Kommunalwahlen vom März 2026 auf, bei denen das RN bereits seine lokale Verankerung deutlich ausbauen konnte und auf dem Weg zur neuen rechtskonservativen Volkspartei.

Richtungsweisende Entscheidung sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl

Damit weht auch in Frankreich der Wind des Wandels gegen die etablierten linken Parteien, ganz ähnlich wie dies in Deutschland am Erfolg der AfD abzulesen ist. Während Sozialisten und Grüne ihre Positionen nur halten oder einbüßen, etabliert sich in Frankreich eine nationale Alternative, die aus der rechtsextremen Schmuddelecke längst herausgetreten ist und als Sammelbewegung bürgerlicher Vernunft – insbesondere gegen die zunehmende Islamisierung und Segregation des Landes durch migrantische Parallelgesellschaften – zunehmend akzeptiert wird.

Die Gründung einer Fraktion geht mit einer Reihe von neuen parlamentarischen Rechten einher: Die neue Senatsfraktion erhält mehr Redezeit, außerdem die Möglichkeit, Fragen an die Regierung zu stellen und gestiegenen Einfluss auf die Tagesordnung. Sie wird die Stimme der ländlichen Gebiete verstärken. Die Wahl kann als Wegmarke und richtungsweisende Entscheidung sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl 2027 gesehen werden, in der laut Umfragen, je nach angenommener Kandidatur, Le Pen oder Bardella klar führen. Damit unterstreicht das gestrige Resultat nicht nur einen bloßen Trend, sondern eine tiefere Verschiebung: Die etablierten Kräfte der Linken und der Mitte verlieren an Boden. Die Franzosen wachen langsam auf und kämpfen um den Erhalt ihrer bedrohten Kultur, Traditionen und Identität. Wie auch in Deutschland bedeutet dies, dass Sicherheit, Zuwanderungskontrolle und eine Zurück zum Primat nationaler Interessen wieder in den Mittelpunkt gestellt werden. (WF)

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