Bundesmarine-Kreuzer in der Ostseee (Symbolbild:Imago)
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Sie können den großen Krieg nicht erwarten: Die NATO zündelt in der Ostsee

Die europäische Kriegszündelei gegenüber Russland beschränkt sich nicht nur auf die Lieferung immer neuer Waffen an die Ukraine und ständige Drohungen mit Angriffen auf russisches Gebiet, es gibt auch Anzeichen dafür, dass die von Großbritannien gegründete Joint Expeditionary Force (JEF), zu der Dänemark, Norwegen, Schweden, Estland, Finnland, Island, Lettland, Litauen und die Niederlande gehören, mit ihren Manövern direkt an der russischen Grenze eine Eskalation forcieren.
Der russische Politologe Igor Pschenitschnikow vermutet, dass der Ostseeraum und Nordeuropa „jene Region sein werden, in der die USA versuchen, durch ihre Vasallen einen Krieg gegen Russland zu provozieren“. Er spricht von „einer Art „Testlauf“, bei dem der US-amerikanische „Deep State“, aus der Deckung hinter dem Rücken seiner europäischen Schützlinge und Statthalter aus agierend, die Belastbarkeit Russlands nicht in einem bloßen Stellvertreterkrieg, den er in der Ukraine bereits gegen Russland führt, auf die Probe stellt, sondern in einem richtigen, in einem heißen Krieg, in dem Russland gezwungen wäre, nicht nur mit halber Kraft zu agieren wie jetzt, sondern seine gesamte militärische Macht einzusetzen“. Aus der Ostseeregion registriere man immer mehr Anzeichen dafür, dass die dortigen NATO-Staaten von den USA dazu bestimmt worden seien, als formelle Provokateure für einen von Washington geplanten Krieg zwischen Europa und Russland aufzutreten. Derzeit würden in der Ostsee unter britischer Führung Szenarien für eine Seeblockade und die Eroberung der einzigen russischen Exklave – des Gebiets Kaliningrad – geübt. Daran sei die JEF beteiligt, die Russland offensichtlich als Gegner betrachte.

Laut dem russischen Vize-Außenminister Alexander Gruschko, zielt die NATO-Operation „Baltic Guardian“ darauf ab, Schlüsselverkehrswege zu kontrollieren und dem russischen Seehandel zu beschränken. Pschenitschnikow erinnert daran, dass vor dem Hintergrund dieser Übungen der Vorschlag des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, französische Trägerflugzeuge für Atomwaffen im Ostseestaat Polen zu stationieren, in einem besonderen Licht erscheine. Beim kürzlichen Treffen der Staats- und Regierungschefs Polens und Frankreichs wurde die Durchführung gemeinsamer Atommanöver vereinbart. Damit verlege Frankreich seine Atomwaffen näher an die Grenzen Russlands, das auch das Ziel der französischen Atomraketen sei. Dass Frankreich über ein Atomwaffenarsenal verfüge, das an jedem beliebigen Ort in Europa stationiert werden könne (im Gegensatz zum britischen, das auf U-Booten basiere), erkläre, warum gerade Macron und nicht etwa der britische Premierminister ins Zentrum der militärischen Intrigen gegen Russland gerückt sei.

Das diffuse Geraune von der russischen Anti-NATO-Aggression

Beim Gipfel der nordischen Länder, der baltischen Staaten und Polens Ende November 2024 im schwedischen Harpsund sei deutlich geworden, dass sie den Willen gewisser Kräfte ausführen, die planen, „gerade ihnen die gesamte Last des Krieges des Westens gegen Russland aufzubürden“, behauptet Pschenitschnikow. Auf dem Gipfel sei erklärt worden, dass die nordischen Länder, die baltischen Staaten und Polen die „Verantwortung“ für die Ukraine übernehmen müssten. Außerdem sei vor einer russischen Aggression gegen Nordeuropa gewarnt worden. Nun sehe man die praktische Umsetzung dieser Beschlüsse. „Kriegsschiffe der JEF-Staaten durchpflügen die Ostsee, nehmen Kaliningrad ins Visier und bereiten eine Blockade gegen die Baltische Flotte Russlands vor. Und Macron reist an die Ostseeküste, nach Danzig, um zu verkünden, dass Polen französische Atomwaffen haben werde“, so Pschenitschnikow. Den nordeuropäischen Staaten und Polen werde im vom amerikanischen „Deep State“ geplanten Krieg gegen Russland die Rolle des Kanonenfutters zugedacht. Nutznießer des Krieges wären angeblich die USA, indem sie ihre nordeuropäischen Vasallen als formelle Anstifter des Konflikts vorschicken.

Pschenitschnikows Ausführungen sind mit großer Vorsicht zu betrachten. Sie strotzen vor Polemik, Verschwörungsgeraune und martialischem Gerede. Dennoch enthalten sie zumindest einen diskussionswürdigen Kern. Denn die Provokationen an der russischen Grenze sind unbestreitbar, gefährlich und überflüssig. Sie beruhen auf der absurden Behauptung, Russland, das mit der Ukraine seit viereinhalb Jahren nicht fertig wird, plane einen Großangriff auf die unendlich stärkere NATO, obwohl dies den Dritten Weltkrieg zur Folge hätte. Aufgrund dieser imaginären Bedrohung werden europäische Gesellschaften wieder auf Krieg eingestellt, direkt vor der russischen Haustür finden riskante NATO-Manöver statt und Frankreich will Atomwaffen nach Polen verlegen. Ob dies eine bloße Drohkulisse ist oder eine gezielt betriebene Eskalation – es ist definitiv gefährlich. Anstatt mit aller Kraft ein diplomatisches Ende des Ukraine-Krieges voranzutreiben, ergehen die Europäer sich in Säbelrasseln. Die Gefahr, dass daraus ein Großkrieg resultiert, ist real und besorgniserregend, auch wenn man sich Pschenitschnikows teilweise bizarre Thesen nicht zu eigen macht. (TPL)

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