Der gerade noch so vereitelte Terroranschlag auf einem Flug der Flydubai-Linie von Dubai nach Tel Aviv von gestern hätte beinahe zu einem neuen 11. September geführt. Der aus dem Oman stammende Copilot versuchte offenbar, die Kontrolle über das Flugzeug zu erlangen und es entweder zu entführen oder zum Absturz zu bringen. Die meisten der 174 Personen waren Israelis. Der schwer verletzte Kapitän soll mit letzter Kraft die Cockpittür entriegelt haben. Danach gelang es mehreren Männern, den bewaffneten Angreifer aus dem Cockpit zu zerren und zu neutralisieren. Ein weiterer Pilot, der sich an Bord befand, soll die Maschine dann sicher in Tabuk in Saudi-Arabien gelandet haben. Flydubai schickte zwei Ersatzmaschinen, am Nachmittag begann nach israelischen Medienberichten das Boarding für den Weiterflug nach Israel.
„Wir hörten Schreie. Dann öffneten sie das Cockpit und wir sahen große Mengen Blut“, berichtet eine Passagierin. Jemand habe versucht, den Piloten zu töten und mit einem Taschenmesser auf ihn eingestochen. Dann habe das Flugzeug die Kontrolle verloren. Minutenlang habe man geglaubt, sterben zu müssen. Ein Arzt und eine Krankenschwester hätten den verletzten Piloten versorgt. „Wir werden entweder abstürzen oder ermordet. Es war wie ein Terroranschlag in der Luft“, sagte ein anderer Passagier.
Der nächste heruntergespielte Terrorakt der “Religion des Friedens“, die ja angeblich auch “zu Deutschland gehört“
Das Ausmaß dieses Terrors wird im Westen inzwischen ebenso heruntergespielt wie fast alle islamistischen Straftaten und Übergriffe im Alltag. Am tollsten treiben es dabei jedoch die deutschen Medien. Bei der “Tagesschau“ könnte man den Eindruck bekommen, die Redaktion schwanke zwischen kaum verhohlenerer Enttäuschung über das Scheitern des Anschlags und dem aus inländischen Anschlägen bekannten Muster, mal wieder einen islamistischen Terrorvorsatz zu leugnen oder zum psychischen Notfall zu erklären. Die Rede war hier zynisch von einem „Vorfall“. Die hässliche Fratze des latenten Antisemitismus im Ersten wurde in der nachfolgenden unfassbaren Meldung offensichtlich:

Nicht nur wird der “Held“ hier also verdächtig gemacht und in Anführungszeichen gesetzt – nein, seine Tat wird auch noch dadurch problematisiert, dass er dafür Lob von Netanhjahu erhielt, dem Inbegriff des Bösen aller “Zionisten“ und linken Judenhasser. Birgit Kelle kommentiert: “ Es wundert nur noch, dass die tagesschau nicht ‚mutmaßlicher Held‘ schreibt. Schließlich weiß man ja nicht, ob es wirklich gut war, dass er mit letzter Kraft, nachdem man ihn niedergestochen hatte, half zu verhindern, dass sein Co-Pilot ein Flugzeug voller Israelis in den Tod stürzt. Ja, kann man wirklich nur ganz schwer einschätzen in der Redaktion der Tagesschau, ob hier nicht etwa ein unschuldiger Mann überwältigt wurde, der sich gerade mitten in einem sicher ehrbaren Freiheitskampf im Namen eines Gottes, eines Staates oder aus sonstigen wichtigen Beweggründen befand, dessen wichtige Mission dann durch randalierende Israelis an Bord ein jähes Ende fand, noch bevor er an einem runden Tisch seine emotionale Betroffenheit erklären konnte. Bitte gehen Sie also weiter, die Redaktion der Tagesschau hat noch keine abschließende Meinung, ob das Retten von rund 170 Menschenleben ausreicht, um als Held bezeichnet zu werden, nicht einmal, wenn man Migrationshintergrund hat.”
Größtmögliche Distanz und das übliche antiisraelische Framing zeigte auch die “Zeit” – mit gezielter Verwendung von Konjunktiven und Einordnungen: “Israels Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir sagte, ein »Terrorist« habe das Flugzeug zum Absturz bringen wollen, um »die 180 Israelis an Bord zu ermorden«. Der rechtsextreme Minister gab zunächst kein Statement ab, sondern verwies auf den möglichen Anschlagsversuch in einem Post auf X, in dem er sich gegen Vereinbarungen mit Israels »Feinden« aussprach. Der Vorfall zeige, dass Israel sein militärisches Vorgehen im Gazastreifen, Westjordanland, Libanon und im Krieg gegen den Iran aufrechterhalten müsse.” Noch irrer war “Bild“, die meinte, die Tat – anscheinend ohne die geringste Kenntnis der Hintergründe – für ihre bizarre Anti-Russland-Stimmungsmache einspannen zu müssen: Nach Lesart ihres (inzwischen wieder gelöschten) anfänglichen Berichtes zu dem Anschlag habe es sich bei dem Täter um einen Russen gehandelt, der von einem heldenhaften Ukrainer vom Massenmord abgehalten wurde – eine reine Fabrikation wirrer Reporterhirne.

Die Realität ist dabei eine andere, ernstere – und sie trägt die leider berüchtigte Handschrift des musischen Terror Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem „sehr ernsten Sicherheitsvorfall“: Der Angreifer sei festgenommen worden und werde gegenwärtig von den saudischen Sicherheitsbehörden befragt. Er ordnete schärfere Sicherheitsmaßnahmen für israelische und ausländische Airlines an. Verteidigungsminister Israel Katz sprach ebenfalls vom „Versuch eines dschihadistischen Anschlags“, der nur dank des Mutes israelischer Passagiere vereitelt worden sei. Der Sicherheitsexperte Danny Orbach von der Hebräischen Universität Jerusalem erklärte: „Wäre die versuchte Übernahme des Flugzeugs mit einem Absturz und womöglich 100 oder mehr israelischen Todesopfern geendet, wäre es nur schwer vorstellbar, dass eine israelische Regierung einen solchen Angriff einfach hingenommen hätte, ohne gegen denjenigen vorzugehen, den sie dafür verantwortlich gemacht hätte“.
Er geht davon aus, dass der mutmaßliche Attentäter die angespannte Situation in der Region weiter eskalieren lassen wollte. Unklar sei, ob eine Terrororganisation oder ein Staat dahinterstecke. Es könne auch sein, dass „der Täter unabhängig handelte, dabei aber von der umfassenderen regionalen Konfrontation inspiriert war“. Letzteres halte er für plausibler. Es deutet also alles darauf hin, dass die „Religion des Friedens“ wieder einmal zugeschlagen hat, denn niemand sonst verübt derartige Anschläge. Diese glücklicherweise gerade noch verhinderte Tragödie unterstreicht einmal mehr, dass Juden überall und jederzeit in Lebensgefahr schweben – und das durch die Kräfte, die in Deutschland und anderen europäischen Ländern nach Kräften verhätschelt werden.






















