Bei der Anhörung des bayerischen Wirtschaftsausschusses zum Netzpaket und EEG 2027 wurde es vorgestern wieder einmal überdeutlich: Die Kosten des weiteren Wind- und Solarzubaus gehen durch die Decke – und tragen zu den exorbitant steigenden Energiepreisen in Deutschland maßgeblich bei. Allein die AfD-Opposition prangert diesen ideologischen Irrweg an, so auch hier wieder: Ihre bayrischen Landtagsabgeordneten Florian Köhler und Johannes Meier werteten die Sitzung als volle Bestätigung ihrer seit langem geäußerten Kritik. Unter den Sachverständigen waren natürlich auch die übliche Verdächtigen und Lobbyisten der Ausbaubefürworter, darunter Claudia Kemfert vom DIW und der Landesverband Erneuerbare Energien Bayern.
Die Bundesnetzagentur beziffert das “Netzengpassmanagement“ 2025 auf rund 30,3 Terawattstunden und etwa 3,07 Milliarden Euro, nach 2,95 Milliarden 2024. Der größte Posten ist der Redispatch konventioneller Kraftwerke. Die Entschädigung für abgeregelten Ökostrom lag 2025 bei rund 433 Millionen Euro. Diese Kosten laufen über die Netzentgelte, nicht direkt über den Bundeshaushalt. Der EEG-Entwurf veranschlagt für neu geförderte Anlagen 2027 bis 2032 rund 12,8 Milliarden Euro und zusätzliche Wind-Ausschreibungen von 12 Gigawatt.
Kein generelles Moratorium
In Bayern wurden 2024 rund 986 Gigawattstunden Solarstrom abgeregelt, etwa 71 Prozent der bundesweiten PV-Abregelung. Thomas Mock von Vernunftkraft lehnte den zusätzlichen Windzubau ab. Das Bayernwerk nannte den Ausbau für die letzte Kilowattstunde nicht zielführend. Im Norden führen Niedersachsen und Schleswig-Holstein bei Windabregelungen. Nach Branchenauswertungen entfielen 2025 Entschädigungen von rund 120 Millionen Euro auf Niedersachsen und 54 Millionen auf Schleswig-Holstein, in Bayern 165 Millionen vor allem für Photovoltaik.
Stark betroffen sind auch Netzknoten in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Sachsen plant, den Windzubau außerhalb ausgewiesener Gebiete bis zum Abschluss der Regionalplanung zu begrenzen. Ein generelles Moratorium gilt dort nicht. Köhler fordert, dem Beispiel zu folgen und das EEG zu beenden. Damit ist er nicht alleine; je weiter Deutschland auf seiner energiepolitischen Geisterfahrt unterwegs ist, umso verheerender sind die Schäden für Verbraucher und vor allem die Industrie (sofern noch vorhanden). (JS)






















