Die Sehnsucht nach der „guten, alten DDR“ scheint bei der Elite sehr groß zu sein. Jetzt hat die „Top-Ökonomin“ in einem Interview mit dem „Spiegel“ gefordert, Höchstpreise für Grundnahrungsmittel staatlich festzulegen.
Natürlich nur, um der AfD zu schaden. Darunter macht man es nicht mehr, alles andere ist auch uninteressant geworden. Dass so ein Preisdeckel mit Steuergeldern „subventioniert“ werden muss, der Konsument also irgendwie doch dafür zur Kasse gebeten wird, scheint bei dieser Milchmädchenrechnung keine Rolle zu spielen.
Hauptsache, die Regale sind dann – wie damals in der DDR – wieder schön leer.
Kolja Barhoorn schreibt:
Der Sozialismus ist zurück – aber diesmal klappt’s bestimmt, denn es geht ja gegen die AFD! 😀 Hier mal zwei Beispiele, wieso das nicht klappt: USA 1973: Nixon deckelte u. a. die Fleischpreise. Blöderweise wurden dadurch die Kosten für Vieh, Futter etc. nicht gedeckelt. Für Produzenten wurde es zunehmend unattraktiv, Fleisch zu den vorgeschriebenen Preisen anzubieten. Ergebnis: weniger Angebot, zurückgehaltenes Vieh, Probleme bei Schlachtereien und teilweise leere Fleischtheken! Logisch, denn Preisdeckel beseitigen ja nicht die Knappheit! Verstehen sozialistische Aktivisten aber nicht. Ägypten 2008: Brot und Mehl wurden massiv subventioniert, damit sie künstlich billig blieben. Ergebnis: Die Nachfrage überstieg das verfügbare Angebot, es entstanden lange Warteschlangen – und weil subventioniertes Mehl viel billiger war als zum Marktpreis, landete ein Teil davon auf dem Schwarzmarkt. Aber keine Sorge: mit „Top-Ökonomin“ Frau Weber wird alles besser. Wir deckeln einfach die Preise und wenn Supermärkte dabei Geld verlieren, übernimmt der Staat die Differenz. Dann zahlen wir das Essen nicht mehr vollständig an der Supermarktkasse, sondern zusätzlich über unsere Steuern. Problem gelöst!
Dr. Christoph Canne schreibt:
Frau Prof. Isabella Weber fordert „Höchstpreise für Grundnahrungsmittel“ – Erinnerungen an die „Konsum“-Märkte vor 1989 werden wieder wach. Wie begründet Sie dies? Natürlich wissenschaftlich vollkommen stringent: Als Mittel gegen die AfD. Für diesen wissenschaftlich wertvollen Beitrag wird sie von der „Welt“ als „Top-Ökonomin“ bezeichnet. Wir leben in einer Simulation.
Franz Dummbrod schreibt der „Top-Ökonomin“ direkt:
Liebe Frau Weber,
auf dem Papier sind Sie Ökonomin.
Wenn ich allerdings lese, dass Sie Preisdeckel für Grundnahrungsmittel fordern, frage ich mich ernsthaft, warum wir seit mehr als hundert Jahren wirtschaftswissenschaftliche Literatur besitzen, wenn wir regelmäßig wieder ganz von vorne anfangen.
Sie wollen Preise politisch stabilisieren, strategische Vorräte anlegen und den Handel mit Subventionen und Steuervergünstigungen unterstützen.
Das klingt zunächst wunderbar:
Das Essen wird billiger.
Nur wird dadurch weder der Dünger billiger noch der Diesel, noch der Strom, noch der Transport, noch der Lohn und auch nicht die Abgabenlast.
Die Kosten verschwinden nicht, weil eine Regierung einen anderen Preis auf ein Schild schreibt.
Ist der politisch gewünschte Preis niedriger als derjenige, zu dem ausreichend Ware angeboten wird, gibt es nur einige Möglichkeiten:
Der Steuerzahler bezahlt die Differenz.
Der Produzent beziehungsweise Händler trägt sie.
Das Angebot sinkt.
Oder man beginnt irgendwann zu rationieren und administrieren.
Genau deshalb sind Preise mehr als irgendwelche Zahlen, die Kapitalisten auf Waren kleben.
Sie transportieren Informationen.
Und darüber haben zwei Österreicher schon vor sehr langer Zeit ziemlich interessante Dinge geschrieben.
Ludwig von Mises erklärte 1920 das Problem wirtschaftlicher Kalkulation ohne funktionierende Marktpreise.
Friedrich August von Hayek erklärte 1945 noch präziser das Wissensproblem:
Keine Zentrale kennt gleichzeitig alle Ernten, Lagerbestände, Transportkapazitäten, Produktionskosten, lokalen Engpässe, Ersatzprodukte und Millionen einzelner Bedürfnisse.
Der Markt kennt all das ebenfalls nicht als zentrale Instanz.
Er muss es aber auch nicht.
Diese Informationen fließen über Millionen Entscheidungen in Preise ein.
Das ist ihre eigentliche Funktion.
Und dafür gibt es ein wunderbares historisches Beispiel ausgerechnet aus China.
1978 hatten 18 Bauernfamilien im Dorf Xiaogang genug von der kollektiven Landwirtschaft. Heimlich teilten sie die Bewirtschaftung unter den Familien auf. Die staatlichen Vorgaben wurden erfüllt – was darüber hinaus produziert wurde, durften sie behalten.
Plötzlich lohnte sich zusätzliche Arbeit wieder.
Das Experiment funktionierte so gut, dass daraus schließlich das Household Responsibility System entstand und die Methode auf große Teile Chinas übertragen wurde.
Die Reform kam also nicht daher, dass irgendwo ein genialer Zentralplaner endlich die perfekte Tabelle geschrieben hatte.
Sie entstand unten.
Bei den Menschen, die wussten, wie ihre Felder funktionieren.
Genau das ist der Punkt.
Wenn Lebensmittel in Deutschland zu teuer sind, würde ich zunächst fragen:
Warum ist Energie teuer?
Warum ist Dünger teuer?
Warum sind Transporte teuer?
Warum sind Abgaben hoch?
Welche Regulierung verteuert die Produktion?
Warum sinkt möglicherweise das Angebot?
Und dann würde ich diese Ursachen angehen.
Was ich nicht tun würde:
Das Thermometer anschauen, feststellen, dass der Patient Fieber hat – und anschließend die Skala auf 37 Grad festkleben.
Ein Preis ist zunächst ein Signal.
Man kann das Signal politisch überkleben.
Die Knappheit darunter verschwindet dadurch nicht.
Fazit: Liebe Frau Weber, ich spreche Ihnen ab, Ökonomie verstanden zu haben.
…
Da hat er recht. In einem Land voller „Experten“ und „Top-Leuten“ kann nichts mehr wachsen und gedeihen. Wer schenkt Frau Weber Ochs und Esel?






















