Strahlemann (Foto: Collage

Mit Unmengen Erdgas hergestellt: Heuchel-Habeck freut sich über Wasserstofflieferung aus dem Nahen Osten

Der Grüne Wirtschaftsminister strahlt in die Kameras: Die erste Wasserstoff-Lieferung aus den islamischen Vereinigten Arabischen Emiraten ist da. Das der gelieferte Wasserstoff wenig „grün“ ist und auch noch aus Schurkenstaaten stammt, stört den Verirrten wenig. Für die Herstellung des Stoffes, auf den Deutschland in Zukunft setzen soll, wurden Unmengen an Erdgas verfeuert, kritisiert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Symbolisch öffnete Habeck am Freitag auf dem Gelände des Hamburger Kupferherstellers Aurubis einen Gashahn und freut sich. Die erste Testlieferung in Form von in Ammoniak umgewandeltem Wasserstoff ist angekommen. Es handelt sich bei ihr mittnichten um „grünen“ sondern um sogenannten „blauen“ Wasserstoff, hergestellt aus kostbarem und teurem Erdgas. „Wir müssen jetzt mehr denn je den Hochlauf von Wasserstoff voranbringen“, verkündet Habeck laut Welt in Anwesenheit des Industrieminister der Emirate, Sultan Al Jaber, und Hamburgs Erstem SPD-Bürgermeister Peter Tschentscher.

Deutschland werde eine eigene Produktion von „grünem“ Wasserstoff aufbauen, aber man brauche natürlich darüber hinaus (blauen?) Wasserstoff aus Importen, meint der Wirtschafts(ver)nichter. Irgendwann mit Ökostrom hergestellt, soll der „grüne“ Wasserstoff fossile Brennstoffe in der Industrie ersetzen, so das Regierungsziel.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz sieht das Vorhaben mehr als kritisch: „Die Herstellung von Wasserstoff aus Erdgas verbraucht enorme Mengen an Erdgas nicht nur für das Endprodukt, den Wasserstoff, sondern auch für den Herstellungsprozess unter hohem Druck und hoher Hitze“, erklärt BUND-Landesgeschäftsführer Lucas Schäfer gegenüber der Welt. Hinzu komme der Energieverlust für die Umwandlung von Wasserstoff in Ammoniak, die für den Transport benötigt wird, die CO₂-Abscheidung und die unterirdische Speicherung des Treibhausgases. Insgesamt ist „blauer Wasserstoff“ um mehr als 20 Prozent klimaschädlicher als die direkte Verbrennung von Kohle oder Erdgas, weiß man beim BUND.

Egal, das Geschäft mit islamischen Schurkenstaaten soll rollen: Der Hamburger Senat will die Hansestadt zu einem „Wasserstoff-Hub“ machen. Man plant  den Aufbau einer eigenen Herstellung mit einem sogenannten Elektrolyseur im Hamburger Hafen und will „führender Wasserstoffstandort in Europa zu werden“, so der SPD- Bürgermeister Tschentscher. Als weltweit vernetzte Handels- und Logistikmetropole könne Hamburg seine Expertise in die Energiepartnerschaft zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten einbringen, schnabuliert Tschentscher weiter.

Der „Tausend-und- eine-Nacht“ Sultan Al Jaber setzt auf weitere Investitionen und eine enge Zusammenarbeit mit Deutschland. Im März hatte Habeck in Abu Dhabi mehrere Kooperationen zum Aufbau einer Wasserstoffwertschöpfungskette zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterzeichnet.

Der in Form des Wasserstoffderivats Ammoniak von der Abu Dhabi National Oil Company verschiffte und nun gelieferte Wasserstoff wird nun bei Aurubis für einen ersten, rund achtwöchigen Testlauf zur klimaneutralen Umstellung der Kupferdrahtproduktion eingesetzt. Dort hat man sich zum Ziel gesetzt noch deutlich vor 2050 „klimaneutral“ zu produzieren, gibt  Aurubis-Chef Roland Harings bekannt. Mit dem Pilotprojekt wolle man zeigen, daß der Aufbau einer „blauen“ und in Zukunft „grünen“ Ammoniak-Wertschöpfungskette zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist nicht nur theoretisch sondern auch praktisch funktioniere, heißt es weiter. (MS)

 

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