Journalist Jan Fleischhauer (Foto:Imago)

Fleischhauer ruft in „Focus“ zum Steuerboykott auf: Delegitimiert jetzt der auch Mainstream den Staat?

Journalisten etablierter Medien, die an ihre Leser appellieren, dem immer gierigeren Staat den Beitrag zu seiner Finanzierung vorzuenthalten – ist das im Deutschland des Jahres 2023 nicht bereits „Delegitimierung” desselben? Und wenn schon; denn Fakt ist: Das Ausmaß an steuerlicher Ausbeutung der deutschen Bürger bei gleichzeitigem Ausbleiben jeglicher Gegenleistung von staatlicher Seite bzw. wachsender  Dysfunktionalität des Gemeinwesens hat mittlerweile ein Ausmaß erreicht, dass selbst ein seriöser, etablierter Journalist wie Jan Fleischhauer („Der Schwarze Kanal”), der lange als gemäßigt konservatives Feigenblatt beim „Spiegel” fungierte, bevor er dann für „Focus” wurde ist, nun zum Steuerstreik aufrief.

Anlässlich der Klage von Ulrich Schneider, des Hauptgeschäftsführers des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, dass insgesamt rund 38 Millionen Menschen in Deutschland armutsgefährdet seien, warf Fleischhauer in seiner Kolumne die Frage auf, was eigentlich mit den Unsummen geschehe, die der deutsche Staat seinen Bürgern abpresst: 2022 hätten sich die Steuereinnahmen auf 880 Milliarden Euro belaufen, „in etwa so viel, wie von den 192 Ländern der Welt die unteren 90 zusammengenommen erwirtschaften“, so Fleischhauer. Beispielhaft verweist er auf den katastrophalen Zustand des Staatskonzerns der Deutschen Bahn, wo es inzwischen fast schon eine Meldung wert sei, wenn man noch pünktlich ans Ziel gelange.

Fragen über Fragen…

Auch in Schulen oder Krankenhäusern könne das Geld nicht gelandet seien. Es würden so viele Lehrer fehlen, dass „mancherorts nur noch eine Art Notbetrieb aufrechterhalten“ werde. Die Gebäude seien derart marode, man von Glück sagen könne, wenn der Elternbeirat einen nicht frage, „ob man am Wochenende nicht mit Hand anlegen möchte, weil es durchs Dach regnet oder dringend etwas gestrichen werden muss“. In den Krankenhäusern würde schone eine Grippewelle dafür sorgen, „dass selbst Kleinkinder auf dem Gang liegen müssen“.

Auch in die Verteidigung sei das Geld offensichtlich nicht geflossen, so Fleischauer weiter, da sämtliche 18 deutschen Puma-Panzer bei einem Übungsmanöver ausgefallen seien. Obwohl Deutschland nicht nur „beim Verfall der öffentlichen Infrastruktur spitze“, sondern auch „unter den Rekordhaltern beim Griff in die Taschen der Bürger“ sei, halte dies keinen Politiker davon ab, noch mehr Macht und Einfluss „und damit einen noch größeren Anteil am Einkommen der von ihm Regierten zu verlangen“. Da es in diesen schwierigen Zeiten auf den Staat ankomme, dürfe dieser und damit die Politik, nicht unterfinanziert sein, laute die Begründung. „Jeder anständige Mafioso würde sich schämen, so aufzutreten. Wer bei der Mafia seinen Obolus entrichtet, bekommt immerhin den Schutz, der ihm versprochen wurde“, hält Fleischauer dazu ironisch fest. In der Schweiz betrage die Steuerlast dagegen nur etwa die Hälfte, ohne dass das Land zusammenbreche.

Des Rätsels Lösung ist politisch nicht korrekt

Vor allem kritisiert Fleischhauer den immer weiter anschwellenden Wohlfahrtsstaat. Dieser habe sich „zu einem Transfersystem entwickelt, über dessen Verteilungswirkung niemand mehr in der Lage ist, Auskunft zu geben“. Mittlerweile sei „jeder an den Tropf der Sozialadministration gelegt, von dem auch nur vermutet werden kann, dass er unter einem amtlich heilbaren Nachteil“ leide. Das Leitbild des modernen Sozialstaats sei „der Bürger als Kostgänger“. Nur der kleinste Teil des gewaltigen Sozialbudgets diene noch der Versorgung der Armen. Kein Wunder: Die wahre Übernutzung des Sozialsysteme besteht natürlich in der hauptsächlichen Finanzierung eines riesigen Migrantenprekariats – und hier, neben der Verschiebung deutscher Steuermilliarden für globalistische oder „humanitäre” Zwecke ins Ausland, aber auch für die EU-Finanzierung und die Ukraine und vieles mehr, liegt dann auch des Rätsels Lösung, wieso von den abgepressten deutschen Steuern am Ende so wenig denen zugute kommt, die sie aufzubringen haben.

Die vernünftige, wenn auch rebellische Aufforderung in Fleischhauers Vorschlag, in den Steuerstreik zu treten, ist zwar absolut begründet – obwohl Fleischhauer, listig wie er ist, diese Ursachen des deutschen Dilemmas wohl gar nicht beseitigen will; im Gegenteil: Ihm genügt es schon, wenn sich die verantwortlichen Politikern damit zur Aussage, besser: zum Eingeständnis zwingen lassen, wofür Deutschland sein Steueraufkommen verschleudert:  Der Steuerstreik solle so lange in Kraft bleiben, „bis uns jemand sagt, warum Deutschland in einem Zustand ist, der eher an ein Dritte-Welt-Land als an eine Industrienation erinnert, obwohl die Steuereinnahmen seit Jahren von einem Rekordwert zum nächsten eilen. Fridays for Finance – vielleicht bekommen wir dann ja eine Erklärung“. Die Antwort kennt auch Fleischhauer; doch würde er sie niederschreiben, wäre er wohl auch für „Focus“ nicht mehr tragbar und würde zum Opfer des Rassismus-Bullshit-Bingos… (DM)

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