Brasilien: Ist Alexandre de Moraes der wahre Strippenzieher? - Foto: Imago

Deutschland & Brasilien: Kollektive Ignoranz per Nachrichtenunterschlagung

Der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Michael Meyen von der Universiät in München bestätigte in einem sehr aufschlußreichen Interview, daß der Begriff „Matrix“ in Bezug auf die Realitätsvorstellung der meisten Deutschen durchaus zutrifft. Was sie für die Realität halten, ist Resultat dessen, was ihnen Medien als Realität andrehen. Aber nicht nur die transportierte „Information“ kreiert eine Vorstellung von Realität, sondern auch die unterschlagene – und zwar mit derselben Absicht: Du sollst nicht merken. Eine faktisch richtige Berichterstattung über die Vorgänge in Brasilien würde bedeuten, daß der Medienkonsument das gänzlich Unerwünschte merkt – und Parallelen erkennt.

von Max Erdinger

In einem meiner Artikel habe ich dieser Tage auf die Merkwürdigkeit hingewiesen, daß Annalena Baerbock bereits vor ihrer Ernennung zur Außenministerin landesweit bekannt gewesen ist als eine unaufrichtige Person, die sowohl über ihren Lebenslauf, ihre Qualifikation als auch über ihre Buchautorenschaft geschwindelt hatte – und die dennoch zur Außenministerin ernannt werden konnte, ohne daß sich landesweiter Protest dagegen erhoben hätte. Ganz im Gegenteil: Wenn die veröffentlichten Beliebtheits-Rankings von Politikern nicht ebenfalls kompletter Fake sind, dann ist die feministische Außenministernde einer der beliebtesten Politiker im Land. Wie kommt das?

Prof. Dr. Meyen erklärt es so: Die Beliebtheit der Außenministerin ist das Resultat harter Arbeit – und zwar der harten Arbeit von PR-Beratern. Diese Spezies sei in einem Umfang aus dem Boden geschossen wie sonst nur der ubiquitäre „Experte“. Los ging es anfangs der Achtziger Jahre beim FC-Bayern, erzählt Prof. Dr. Meyen. Damals wurde dort ein PR-Berater offiziell angestellt. Inzwischen gibt es auch dort einen ganzen Stab an PR-Beratern, der gar nicht mehr so heißt. Das ist eine PR- & Medienabteilung. In der Politik verlief die Entwicklung kein Stück anders. Es gibt nicht einen Spitzenpolitiker heutzutage, der nicht von einer Heerschar an Öffentlichkeitsarbeitern umwuselt wäre, die sich darum kümmert, daß in den Medien ein möglichst vorteilhaftes Bild des jeweiligen Politikers gezeichnet wird. Diese Medienberater überlegen sich auch, wann sie ihre jeweiligen Schützlinge besser aus den Medien heraushalten, um deren Image nicht zu beschädigen. Das erklärt auch, weshalb einem die heutige Generation von Spitzenpolitikern so seltsam steril vorkommt in ihren Äußerungen. Wenn sie unabhängig vom jeweiligen Inhalt ihrer Reden rein stilistisch der politischen Klasse von vor einem halben Jahrhundert gegenüberstellt, gewinnt man fast den Eindruck, man habe es mit Sprachrobotern zu tun, denen eingebimst wurde, welche Floskeln allerweil unerläßlich sind, um sich selbst in ein positives Licht zu setzen. „Gemeinsam“ und „die Menschen“ sind allerweil unerläßlich. Es gibt nicht eine Äußerung eines Spitzenpolitikers mehr, in der nicht an irgendeiner Stelle „gemeinsam“ und „die Menschen“ vorkommt.

Was nun die Frau Baerbock angeht, steht ihr als Ministerin eine bestimmte Zahl X an Mitarbeitern zu. Je mehr dieser Mitarbeiter sich auf die medeienwirksame Darstellung ihrer Chefin konzentrieren, desto weniger Mitarbeiter bleiben übrig, um sich mit dem eigentlichen Thema ihres Ministeriums zu beschäftigen, nämlich mit der Außenpolitik.

Außenpolitisch: Brasilien

Das könnte im Fall Brasilien aktuell ganz erwünscht sein, denn was in Brasilien dieser Tage passiert und in den selbsternannten Qualitätsmedien für die deutschen Demokraten in der Republik systematisch unterschlagen wird, wäre, wie schon im Fall Ukraine, bestens dazu geeignet, das ministerielle Gerede von der Demokratie, der Freiheit und den westlichen Werten ein weiteres mal als Behauptungen aus der Matrix zu entlarven. Was in Brasilien nämlich abläuft, ist glasklar ein Verbrechen gegen Demokratie, Freiheit und westliche Werte. Warum wird in Deutschland so wenig darüber berichtet – und wenn, warum wird dann falsch berichtet? Es wird wohl niemand aus seinem „Schlaf in der Matrix der Selbstgerechten“ geweckt werden sollen. Die brasilianischen Demokratieabschaffer befinden sich nämlich mit ihrer Agenda ganz auf Seiten jener Globalisten, die auch in der deutschen Regierung installiert worden sind. Eine umfassende und richtige Berichterstattung aus Brasilien wäre geeignet, Fragen aufzuwerfen hinsichtlich des „Demokratieverständnisses“ einer deutschen Regierung, die schon im Fall Ukraine nicht mehr faktenorientiert die Agenda rechtfertigen kann, welcher sie folgt. Und nicht nur im Fall Ukraine nicht.

Meinereiner steht in dauerndem Kontakt mit einem Deutschen, der in Brasilien als Veterinärmediziner arbeitet. Er kennt das Land seit 1993 und lebt dort dauerhaft seit 15 Jahren. Dieser Tage habe ich ihm einen Artikel aus dem „Gateway Pundit“ zugeschickt und ihn um eine Bewertung gebeten.  Sein Resumee: Was der „Gateway Pundit“ berichtet, ist zutreffend. Was berichtet er also, der „Gateway Pundit“?

Richard Abelson gab seinem Report vom 14. Januar 2023 die folgende Schlagzeile. Sie ist ein Zitat des Brasilienkorrespondenten Matt Tyrmand: „Brasilien wird zum Gulag. Dies ist die schlimmste kommunistische Übernahme aller Zeiten.“ Um es vorweg zu nehmen: Was in Brasilien derzeit abläuft, ist lediglich seiner äußeren Erscheinungsform nach brutaler als alles, was von Globalisten bisher zu sehen gewesen ist. Die Motive dafür allerdings sind deckungsgleich mit denen etwa des WEF und der OSF. Regiert werden soll nicht mehr ausschließlich durch Gewählte, sondern durch ein Triumvirat aus Gewählten, Großkonzernen und NGOs. So in etwa hatte das Klaus Schwab, der WEF-Chef, einmal erklärt. Abgesehen davon, daß das schon wieder versuchte Augenwischerei gewesen ist, weil jeder Realist weiß, wohin es führen wird, nämlich zur Kontrolle der Gewählten durch die beiden anderen Beteiligten, ist eine solche Drittelung der Regierungsmacht in sämtlichen westlichen Demokratien schlicht verfassungswidrig, wenn auch nicht prinzipiell ungewöhnlich. Es fand in den vergangenen Jahrzehnten bereits ein schleichender Degenerationsprozeß der Demokratie statt.

Aus Berlin ist seit langem bekannt, daß Lobbyisten ganze Trakte im Regierungsviertel bevölkern und in ihren dortigen Büros verabschiedungsfertige Gesetzesvorlagen druckreif ausarbeiten, über die dann im Bundestag abgestimmt wird – gern im „Hunderterpack“ bei Nacht und Nebel und ohne die erforderliche Mehrheit der Abgeordneten. Das Neue ist, daß diese Praxis nun ebenso schleichend „westwertlich international“ rechtens werden zu sollen scheint.

Aber zurück nach Brasilien. Dort erinnert dieser Tage alles an die Vorgänge in den USA, inklusive des „Sturms auf das Kapitol“ am 6. Januar 2021 – oder an die Miniausgabe jener „Erstürmung des deutschen Kapitols“ Ende August 2020 im Rahmen der Coronaproteste, welche dann heldenhaft von nur drei Polizisten niedergeschlagen werden konnte, die dafür dann auch noch vom Bundespräsidenten ausgezeichnet wurden. In Brasilia waren am 8. Januar die Wahlprotestler genauso von Sicherheitskräften ins Parlamentsgebäude eingeladen worden wie zuvor schon am 6. Januar 2021 die „Aufständischen“ ins US-Kapitol. So wenig es in den USA seit dem 6. Januar 2021 noch um einen US-Präsidenten Biden geht, der etwas anderes wäre als die demente Marionette gänzlich Ungewählter, so wenig geht es in Brasilien um einen Präsidenten Lula.

Die eigentliche Figur, die in Brasilien die Strippen im Auftrag zieht, heißt Alexandre de Moraes. Der ehemalige Sozialdemokratist ist sowohl Verfassungsrichter als auch Präsident des Wahlgerichts – und ein absoluter Hardliner.  Auf de Moraes geht zurück, daß sein Mit-Sozialdemokratist Lula als Vorbestrafter überhaupt für das Präsidentenamt kandidieren konnte. Dazu war nämlich eine Gesetzesänderung notwendig. An Alexandre de Moraes, der schon jede Beschwerde gegen die vermeintliche Wahl Lulas abgebürstet hatte, wird auch Senator Marcos do Val nicht mehr vorbeikommen. Der Senator hat Beweise dafür, daß der neue Justizminister Flávio Dino bei der Inszenierung einer „Parlamentserstürmung“ in Brasilia am 8. Januar seine Finger im Spiel hatte – und fordert dessen Entlassung sowie seine Verhaftung.  Haben Sie das schon gelesen im selbsternannten Qualitätsmedien-Journalismus deutscher Provenienz?

Richard Abelson schreibt im „Gateway Pundit“, das neue Lula-Regime mit seinem Realiter-Chef Alexandre de Moraes – der in der Vergangenheit selbst schon der Korruption im Zusammenhang mit dem größten brasilianischen Drogenkartell beschuldigt worden war – wolle Jair Bolsonaro, den angeblich „abgewählten“ Präsidenten, vor Gericht stellen. Begründung: Jair Bolsonaro habe die „Aufständischen“, die zuvor 70 Tage lang friedlichst protestiert hatten, zur Erstürmung des Parlaments angestachelt. Bolsonaro soll der „Anstachelung zu undemokratischen Aktionen“ schuldig sein, sowie der Anstachelung zu „Zerstörung und Gewalt“.

Wo haben „wir“ denn das schon mal gesehen? – Ah ja: Das „January 6-comittee“, jenen fast rein demokratischen Untersuchungsausschuß, der wie in einer Blaupause für Brasilien 2023 vorher schon Donald Trump mit derselben Anklage überzog, mit der nun Bolsonaro in Brasilien „der gerechten Strafe“ überführt werden soll, – das haben wir schon einmal gesehen. Russia-Russia und Pech aber auch: Das „January 6-comittee“ in den USA ist mit seinem Versuch gescheitert und hat das auch in einer köstlich kleinlauten Art und Weise eingeräumt. Das allerdings hinderte bis vergangene Woche 41 andere US-Demokraten nicht, die Stornierung von Bolsonaros Visum für die USA zu fordern, um ihn dann an das De Moraes-Regime auszuliefern. Mein Bekannter in Brasilien: Kein Zweifel, daß Bolsonaro auf der Stelle verhaftet werden wird, wenn er brasilianischen Boden betritt. Ob zu Recht oder nicht, spielt gar keine Rolle. Hauptsache weg vom Fenster.

Bereits am 13. Januar wurden Polizisten in Florida bei der Abschiebung von Anderson Torres beobachtet. Torres war früher Sicherheitschef des Bundesdistrikts in Brasilia. Brasilianische Polizei hatte während seiner Abwesenheit sein Haus durchsucht und angeblich die Durchschrift eines Vorschlags gefunden, den Torres gemacht haben soll, nämlich, das Kriegsrecht zu verhängen, um das Ergebnis der Präsidentenwahl einzukassieren, welches, um das noch zu erwähnen, mindestens so fragwürdig zustande gekommen ist wie das in den USA 2020. Längst bekannt ist allerdings, daß es Millionen von brasilianischen Demonstranten gewesen sind, welche die Anwendung von Artikel 142 der brasilianischen Verfasung gefordert hatten, welche den Präsidenten – damals noch Bolsonaro – dazu ermächtigt, das MIlitär einzusetzen, um „Recht, Gesetz & Ordnung“ zu sichern. Auch das eine Parallele zu den USA. Zwischen dem 3. November 2020 und dem 6. Januar 2021 war der Einsatz von US-Militär zur Revidierung der Wahl auch dort ein Thema. Die zentrale Figur damals war General Flynn, auf den viele US-Patrioten ihre Hoffnungen gesetzt hatten.

Der Gulag

Ebenfalls aktuell in Brasilien: Abgeordnete des Parlaments fordern, daß die nunmehrigen Oppositionspolitiker wegen ihrer Unterstützung für Bolsonaro und die „Erstürmung des Parlaments“ ihren Abgeordnetenstatus verlieren sollen und aus dem Parlament ausscheiden müssen. Vergangene Woche noch befanden sich ca. 1.700 Demonstranten aus Brasilia zusammengepfercht in einem Fußballstadion, wo sie ohne Nahrung, Getränke und Toiletten gefangen gehalten wurden. Zwei ältere Demonstranten sollen wegen der Bedingungen dort gestorben sein. Ob es ähnliche „Lager“ auch anderswo in Brasilien für die Gegner Lulas und die „Wahlergebnisleugner“ – wie man sie in Deutschland wohl nennen würde – gibt, ist aktuell nicht bekannt, aber auch nicht auszuschließen.

Fest steht, daß der deutsche Medienkonsument, nicht nur, was Brasilien angeht, sondern ganz generell in einer medial kreierten „Realität“ gehalten wird – und daß es diese Tatsache ist, die Elon Musk vor wenigen Tagen dazu veranlasste, auf die Unerläßlichkeit eines „Bürgerjournalismus“ hinzuweisen. Der sei nämlich das einzige Mittel, jene Abschaffung der Demokratie aufzuhalten, die von Regierungen samt ihren gehorsamen Medienbütteln in den selbsternannten Qualitätsmedien der „Westwertewelt“ wechselweise und unerbittlich vorangetrieben wird. Wie erfolgreich dieses System dabei ist, den eigentlichen Souverän in seiner Matrix gefangen zu halten, beweisen die Zustimmungswerte für Annalena Baerbock. Nach allem, was über diese Frau schon vor ihrem Amtsantritt bekannt gewesen ist, hätte sie unter normalen Umständen niemals ernannt werden können. Sie konnte aber. Das ist ein alarmierendes Indiz dafür, daß etwas Grundsätzliches absolut oberfaul ist im Staate Deutschland. Meinereiner würde keine 5 Cent mehr darauf verwetten, daß er es in Gestalt seiner Regierung tatsächlich noch mit Volksvertretern zu tun hat. Und jeder US-Amerikaner von Verstand, jeder Österreicher, jeder Franzose, jeder Kanadier, jeder Niederländer, jeder Brite und jeder Brasilianer würde es mit Blick auf seine jeweilige „Regierung“  vermutlich genau so halten. Der demokratische Machtwechsel per Wahl scheint überall nur noch Illusion zu sein. Realiter dürfte es gar keine Machtwechsel mehr geben.

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