Weltfrauentag: Ausgerechnet „Trümmerfrau“ Merkel redet von weiblicher Benachteiligung

(Foto:Imago/IPON)

Dass es auch 2021 zu wenig Frauen in Führungspositionen gäbe, ist ein steiler Befund, der zumeist von Frauen beklagt wird, die bereits Führungspositionen erreicht haben – und dort oftmals eine so miserable Performance an den Tag legen, dass sie dem Ruf nach noch mehr Gleichstellung einen Bärendienst erweisen.

Denn bis auf sehr wenige Ausnahmen haben sich die weiblichen Spitzenkräfte in der gegenwärtigen Politik als veritable Katastrophe erwiesen – und gießen weiter reichlich Wasser auf die Mühlen all der männlichen Chauvinisten, die offen oder insgeheim der Überzeugung sind, Frauen in verantwortlicher Position wiesen erhebliche Defizite auf und seien mit kritischen Entscheidungen schlicht überfordert. Claudia Roth oder Sawsan Chebli sind eher Blamagen für ihr Geschlecht, und was sich etwa Ursula von der Leyen als Verteidigungsministerin und seit 2019 als EU-Kommissionspräsidentin an Flops und Pannen geleistet hat, stellt ihrem Geschlecht keine guten Referenzen aus; und wenn man schon der Unart des identitätspolitischen Zeitgeistes folgen mag, Personen heute vor allem auf ihre angeborenen Merkmale zu reduzieren (Hautfarbe, Rasse, körperliche und ableistische Attribute), um daraus Quoten oder Privilegierungen herzuleiten, dann sind gerade die Frauen, die es heute in die mächtigsten Ämter geschafft haben, grandiose Fehlbesetzungen.

Auch und gerade Angela Merkel – eine zutiefst erratische, inkonsequent und impulsiv agierende Machterhaltungspolitikerin ohne Charisma, die doch von ihren ersten Tagen als Bundesministerin unter Helmut Kohl an jede physische und habituelle Weiblichkeit vermissen ließ und bis heute wie ein farbloses Neutrum auftritt. Das beste, was der Frauenbewegung passieren kann, ist, dass Angela Merkel erst gar nicht als Frau wahrgenommen wird.

Es klingt daher auch so, als würde Angela Merkel gar nicht für sie selbst sprechen, wenn sie anlässlich des heutigen Weltfrauentages zum besten gibt, sie halte Frauen weiterhin für benachteiligt: „Es kann nicht sein, dass Frauen unsere Gesellschaften maßgeblich tragen und gleichzeitig nicht gleichberechtigt an wichtigen Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beteiligt sind„, so die Kanzlerin in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast. Über 75 Prozent der Beschäftigten im Gesundheitsbereich seien Frauen, aber in den Führungspositionen nur knapp 30 Prozent.

Merkel-Quote als Beleidigung für real erfolgreiche Frauen

Wenn etwas wirklich nicht „sein kann“, dann, dass eine Person wie Angela Merkel als Kronzeugin einer bereits übererfüllten weiblichen Repräsentanz in wichtigsten Entscheidungsämtern nach Gutsherren/frauenart über dieses Land bestimmt und es immer tiefer ins Verderben stürzt – blind bestärkt und kritiklos mitgetragen von zahllosen Männern, denen sie den politischen und moralischen Schneid abgekauft hat, ja regelrecht „kastriert“ hat. Wenn eine wie Merkel für große Unternehmen daher als „Gegenmaßnahme“ für vermeintliche Benachteiligung eine Verpflichtung fordert, diese sollten ab vier Vorstandsmitgliedern mindestens eine Frau bestellen, dann fragt man sich zwangsläufig, wo hier für alle Beteiligten der Vorteil liegen soll.

Geht es nur um weibliche Selbstverwirklichung? Wenn dem so ist: wie stolz und zufrieden werden erfolgreiche Selfmade-Woman dann wohl sein, wenn sie sich fortan bei belächeln lassen dürfen, sie hätten ihre Position nur der Quote zu verdanken. „Ich bin sicher, diese Frauen werden sich finden und ihre Benennung wird die deutsche Wirtschaft nur stärken„, sagte Merkel. Ein guter Witz: Merkels Benennung hat die deutsche Wirtschaft vor allem beschädigt und geschwächt – und zwar nicht erst seit der Corona-Krise… (DM)