Deutschland ruiniert, Klimaziele erreicht: Umweltministerin Schulze freut sich über Lockdown-Stillstand

Zynischer wurde millionenfaches seelisches und physisches Leid, eine komplett in Trümmer gelegte Volkswirtschaft und die Suspendierung von Lebenszeitnutzung und Freiheitsrechten wohl seltener verspottet als von dieser Bundesregierung: Als einen wahren Segen für die Umwelt pries Bundesumweltministerin Svenja Schulze den Lockdown – anlässlich der Vorstellung ihres aktuellen Emissionsdatenberichts 2020.

Was die Ministerin da von sich gibt, klingt wie blanker Hohn – für eine ganze Generation buchstäblich zurückgebliebener und in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zurückgeworfener Klein- und Schulkinder, für um die besten Jahre ihres Lebens gebrachte Jugendliche, für im Lockdown zwischen Homeoffice und Kurzarbeit zerbrochene Familien, für depressiv gewordene und vereinsamte Menschen und vor allem für so viele, die den Gesundheitswahn einer verantwortungslosen, selektiven Risikovermeidungspolitik mit ihrer Existenz bezahlten.

Gute Nachrichten für den Klimaschutz: Deutschland hat seine verbindlichen Klimaziele für 2020 erreicht!„, jubelt Schulze über die shutdownbedingt um 40,8 Prozent zurückgegangenen Emissionen im vergangenen Jahr – und verharmlost bzw. euphemisiert damit auf unverfrorene Weise den Lockdown. Die dank der Corona-Allmacht und eines weitgehend ausgehobelten Parlaments, dank Demonstrationsverboten und ausgebliebener öffentlicher Debatte störungsfrei durchgewunkenen ideologischen Wahnsinnsentscheidungen, die den deutschen Wohlstand und Wirtschaftsstandort mittelfristig in eine Wüste verwandeln werden, feiert die SPD-Ministerin gleich mit: „Wie Klimapolitik wirkt, sieht man vor allem im Energiesektor, wo der Kohleausstieg gut vorankommt. Das macht Mut für andere Bereiche, in denen es noch viel zu tun gibt.

In der Tat: Wie gut der Ausstieg vorankommt, zeigt sich zum Beispiel an der Tatsache, dass zur Vermeidung von Akutblackouts infolge sogenannter Dunkelflauten einzelne bereits abgeschaltete Kohlekraftwerke bis zu 11 Mal in diesem Jahr wieder hochgefahren werden mussten. Und die Stilllegung des Atommeilers Philippsburg erzwingt einen verstärkten Import ausländischer Atom- und Kohlestroms. Soviel destruktiver Schwachsinn der Bundesregierung macht in der Tat „Mut“ – nämlich dahingehend, dass die Bürger spätestens bei den Wahlen im September Konsequenzen ziehen und diese unfähigste, gemeinschädlichste und destruktivste Politik der vergangenen 70 Jahren endlich an der Urne abstrafen.

Vorgeschmack auf den grünen Kahlschlag der nächsten Regierung

Unterbleibt dies – was leider zu befürchten steht – und lenken ab Ende des Jahres die Grünen die Geschicke des Landes, dann wird sich der Niedergang hingegen massiv beschleunigen – und was im Namen von Corona, unter gigantischen Kollateralschäden zur „Einhaltung der Klimaziele“ verhalf, der Lockdown, wird dann früher oder später zum Selbstzweck werden – etwa in Form von eigenen Klimalockdowns.

Darauf spielt auch Schulze schon einmal wohlweislich an: Zum Ausruhen gebe es „keinen Grund“; zwar zeigten sich in diesem besonderen Jahr auch Pandemie-Effekte, etwa im Verkehrssektor. Doch gleichzeitig gebe es, so die SPD-Politikerin, „strukturelle Veränderungen beim Umbau unserer Volkswirtschaft in Richtung Klimaneutralität“.

Strukturelle Veränderungen beim Umbau unserer Volkswirtschaft: So kann man die verheerenden Auswirkungen des Lockdowns dann auch schönreden. Es gab wahrscheinlich auch Städteplaner, die die Gesamtplanierung Hiroshimas oder Nagasakis als einmalige architektonische Chance des Neubeginns begrüßten. Nach genau dieser morbiden Logik nämlich streut die Ministerin ihrem Volk hier Sand in die Augen. (DM)