Klappt wie am Schnürchen: 57 Prozent finden neue Corona-Beschlüsse verwirrend

Foto: Männer mit Maske in einer U-Bahn (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin – Verwirrung stiften ist eine hervorragende Strategie. Sie lähmt die Bürger, bremst jede Form des Widerstandes aus und lässt über diverse Bußgeldverfahren ohne Unterbrechung Kohle in die leeren Staatskassen spülen. Von daher wird diese Umfrage bestimmt bejubelt werden:

Ähnlich wie nach dem letzten Bund-Länder-Treffen Anfang März kommt eine Mehrheit bei den neuen Beschlüssen nicht mit. In einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und n-tv sagt nur gut ein Drittel der Bürger (36 Prozent, 3. März: 36 Prozent), die gerade beschlossenen Maßnahmen seien alles in allem verständlich. Eine Mehrheit (57 Prozent, 3. März: 59 Prozent) findet sie eher verwirrend.

Sieben Prozent (3. März: 5 Prozent) geben an, dass sie sich damit noch nicht weiter auseinandergesetzt haben. Als verständlich empfinden den Inhalt der gestrigen Beschlüsse mehrheitlich nur die Anhänger der CDU/CSU mit 53 Prozent. Bei den Anhängern aller anderen Parteien überwiegt der Anteil derer, die diese eher verwirrend finden (Grüne: 51 Prozent, Linke: 51 Prozent, FDP: 70 Prozent, AfD: 82 Prozent).

Doch wie bei fast allen Umfragen, die aus dem Hut gezaubert werden, sobald irgendwelche katastrophalen Beschlüsse an die Öffentlichkeit gelangt sind, ist auch hier Vorsicht geboten. Denn siehe, die DDR ist nah:

Eine große Mehrheit von 63 Prozent der Bundesbürger hält die gestern beschlossenen Maßnahmen zur Verringerung der Infektionszahlen für angemessen (32 Prozent) oder sogar für noch nicht weitreichend genug (31 Prozent). Dass die aktuell beschlossenen Maßnahmen zu weit gingen, findet nur eine Minderheit (32 Prozent) der Bundesbürger. Lediglich unter den Anhängern der AfD meint eine Mehrheit von 68 Prozent, die Maßnahmen gingen zu weit.

Auswirkungen der Maßnahmen auf Osterplanungen 22 Prozent der Bundesbürger wollen aufgrund der gestern beschlossenen Maßnahmen ihre Planungen für die Osterfeiertage ändern. Bei mehr als drei Viertel der Bundesbürger (76 Prozent) haben die Beschlüsse keinen Einfluss auf die Osterplanungen. Die große Mehrheit der Befragten (76 Prozent) will sich an die für die Ostertage geltenden verschärften Kontaktbeschränkungen halten.

21 Prozent wollen eventuell davon abweichen. Mehrheitlich wollen laut der Forsa-Umfrage lediglich die Anhänger der AfD (53 Prozent) eventuell von den Vorgaben abweichen. Meinungen zu den Reise-Regelungen Aufgrund der geringen Inzidenz bei Corona-Neuinfektionen sind Reisen nach Mallorca anders als in deutsche Feriengebiete wieder möglich. Eine große Mehrheit der Bundesbürger (86 Prozent) teilt die Kritik daran, dass Reisen nach Mallorca möglich sind, in deutsche Feriengebiete aber weiterhin nicht. Lediglich elf Prozent teilen diese Kritik nicht. Der von einigen vorgebrachte Vorschlag einer Lockerung der bisher geltenden Impfreihenfolge stößt bei einer großen Mehrheit der Bundesbürger auf Zustimmung. 74 Prozent fänden es gut, wenn jedem, der vor einem Impfzentrum wartet, eine Impfung ermöglicht würde, sofern freie Impfdosen zur Verfügung stehen. 22 Prozent fänden diesen Vorschlag nicht gut. 24 Prozent der Bundesbürger glauben, dass das Versprechen der Bundesregierung, dass bis zum 21. September jeder Bürger in Deutschland, der das möchte, ein Impfangebot bekommen wird, eingehalten werden kann. Eine große Mehrheit von 72 Prozent glaubt das jedoch nicht. Für die Erhebung befragte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL am 23. März 2021 insgesamt 1.011 Personen.

Damit ist schon jetzt wieder klar: Wenn es zu Protesten kommt, oder sich irgendwelche renitenten Bürger nicht an die Verordnungen halten, ist die AfD schuld. Sie wird dann auch dafür verantwortlich gemacht werden, wenn das Virus nicht erfolgreich bekämpft werden kann. (Mit Material von dts)