Höllentrip Mallorca: Urlaubsparadies für Masochisten

Schöne Corona-Ferien: Abflughalle am Flughafen Stuttgart (Foto:Imago/Hettrich)

So wie sich immer deutlicher abzeichnet, dass der „Weg aus dem Lockdown“ in Wahrheit nur der Übergang in eine andere Form der völligen Unfreiheit bedeutet, nämlich eine Knechtschaft aus „Testregime“, Ansteckungs-Generalverdacht, Maske, Kontaktbeschränkungen und Datenüberwachung, so wird auch das Reisen nie mehr so sein, wie es mal war. Auch wenn die Ausreiseverbote der Regierung vom Tisch sind, sind die Bedingungen, unter denen Deutsche über ihren Osterurlaub verbringen dürfen, so unerträglich, dass nur Masochisten hier ihren Spaß haben werden.

Wer – trotz des öffentlichen Spießrutenlaufens und der Kriminalisierung oder mindestens Verleumdung als asozialer, egoistischer, rücksichtsloser Hedonist und Mutanten-Einschlepper – weiter an seinen Reiseplänen auf Mallorca festhält, dem dürfte der Spaß nämlich vergehen. Betroffen davon sind zehntausende Deutsche, die ihre Urlaube bereits gebucht haben. Denn was die Bundesregierung mit ihrem eifrigen Bemühen durchgedrückt hat, ist die ultimative Madigmachung jeglichen Ferienvergnügens – zum einen, indem sie für die Durchsetzung strenger Corona-Regeln auf den Balearen sorgte, zum anderen durch die Verhängung schikanöser Test-Maßnahmen. Dabei hatte sie mit der Aufhebung der Reisewarnung am 14. März selbst für den Boom gesorgt.

Jetzt kommt es knüppeldick für die rund 40.000 deutschsprachigen Malle-Reisenden, die an ihren Reiseplänen festhalten: Schon bei Einreise ist ein aktueller Corona-Test fällig, der den spanischen Behörden vorgezeigt werden muss; fehlt dieser, so kann er am Flughafen von Mallorca gemacht werden – „entspannende“ Wartestunden inklusive (kein Antigen-Schnelltest, versteht sich, sondern ein PCR-Test!). Wer es dann endlich ans Reiseziel geschafft hat und nicht in Quarantäne landet (alle Kosten ihrer Isolation müssen die Touristen natürlich selbst tragen), für den geht der Spaß erst richtig los: Allabendlich geschlossene Restaurants und Kneipen (selbst die Hotelbar macht um 17 Uhr dicht), Versammlungsverbote, ständige Polizeikontrollen, strikt abgeriegelte Pools in den Ferienanlagen sind nur einige der Unannehmlichkeiten, die einen entspannten Urlaub vereiteln.

Spießrutenlaufen und Dauertortur

Und wer sich von alldem die gute Laune nicht vermiesen lässt, der darf sich von spanischen und deutschen Medien über die angeblich apokalyptisch steigenden „Inzidenzen“ im „Virenmutantengebiet“ Mallorca dauerberieseln lassen, die gar „schrecklich“ anmuten: „Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg in einer Woche von rund 20 auf 30. Auf die bedenkliche Entwicklung reagierten die Inselpolitiker prompt: Sie verschärften die Corona-Regeln bis mindestens 11. April„, so „n-tv“ in bestem Alarmismus. Inzidenz 30? Dann aber husch!, sofort in den Lockdown!

Und am Ende des Trips winkt dann ein Spießrutenlaufen unter den vorwurfsvollen Blicken der solidarisch daheimgebliebenen Landsleute direkt zur Teststation, wo die die neu beschlossene ausnahmslose Testpflicht für Rückkehrer zur Umsetzung kommt. Natürlich dürfen alle Tests – vor Abflug und nach Rückkehr – selbst bezahlt werden. Strafe muss sein.

Die Maximalvergraulung und gezielte Tortur „Uneinsichtiger“, die dem Lockdown zu entfliehen trachten, genügt der Kanzlerin indes noch nicht. Für sie ist die verlockende Aussicht, den Deutschen das Reisen vielleicht doch noch zu verbieten, nicht ganz vom Tisch. Doch hier macht ihr SPD-Koalitionspartner nicht mit. Und dann sind da ja noch die störenden Gerichte. „Wir können uns nicht rechtswidrig verhalten“, seufzte Merkel mit tiefen Bedauern. (DM)