Sawsan Chebli: Mein Name ist Hase?

Arabisches "Power-Paar" à la Berlin: Chebli und Maarouf (Foto:Imago/Eventpress)

In den letzten beiden Tagen ist viel über den Ehemann von Deutschlands intelligentester Vorzeige-Migrantin und Berliner SPD-Staatssekretärin Sawsan Chebli geschrieben worden. Der „Herr im Hause“ Chebli, Nizar Maarouf, lümmelte offenbar recht häufig auf dem „west-östlichen Diwan“ und machte umstrittene Geschäfte mit Partnern der autoritären Golfstaaten. Laut einem Gerichtsurteil und zugehörigen Gutachten kassierte er etwa für ethisch verwerfliche Patientenvermittlung an den Klinikkonzern Vivantes Provisionen, die als „sittenwidrig“ bezeichnet werden. Seine moralisch überengagierte Ehepartnerin hält sich seit Bekanntwerden der Vorwürfe mit öffentlichen Verlautbarungen auffällig zurück.

Wer, womit Chebli sich selbst brüstete, in der Woche Dutzende Strafanzeigen aufgibt und keine Gelegenheit auslässt, sich über angebliche strukturelle Benachteiligung oder gar „Rassismuserfahrungen“ zu beklagen, der ist natürlich gleich doppelt blamiert, wenn ihr eigener Nahbereich in diesem „rassistischen“ Umfeld offenbar nicht nur überprivilegiert war, sondern sich jahrelang mit fragwürdigen Geschäften bereichern konnte. Sicherlich ahnte sie angesichts ihres zu bewältigenden Anzeigen-Pensums und Anti-Rassismus-Engagements nicht das Geringste von den „krummen Deals“ ihres Angetrauten.

Besonders verfänglich: Maarouf verschaffte offenbar zwei Nichten Cheblis (von denen sie reichlich hat, wie sie selbst auf Twitter prahlte – und natürlich ebenfalls alle rassistisch diskriminiert !) bei Vivantes International Jobs, wie die „Welt“ auf Grundlage eigener Recherchen berichtet. Die nutzten die Patronage anscheinend für schamlose Selbstbedienung – und sollen, kaum in die lukrativen Posten gehievt, „über einen längeren Zeitraum Geldbeträge in Höhe von insgesamt mehr als 100.000 Euro von Patientenkonten an sich selbst ausgezahlt haben.“ Zumindest das könnte durchaus in Cheblis Familienumfeld Thema gewesen sein. Wieso hielt es die Politiker nicht für erforderlich, sich hier öffentlich zu distanzieren?

Da werden selbst Berliner Araberclans neidisch

Bei solchen Seilschaften der Chebli-Connection dürften die anderen palästinensisch- und libanesischstämmigen Berliner Araberclans glatt neidisch werden. Kein Wunder, dass sich das Ehepaar Maroouf/Chebli zu der Angelegenheit „nicht äußern“ wollte. Denn noch weitere unappetitliche Details über das Geschäftsgebaren des nicht nur kulturell, sondern auch selbst-„bereichernden“ Netzwerkers Maarouf sorgen für Furore – vor allem Kontakte zu schillernden Unionsabgeordneten der „Masken-Absahnerfraktion“.

Wie die „Welt“ weiter berichtet, vermittelte der Chebli-Gatte im Frühjahr 2020, in der Anfangsphase der Pandemie, die beiden berüchtigten CDU-Abgeordneten Nikolas Löbel und Mark Hauptmann an die Geschäftsführung seines damaligen Arbeitgebers Sana. Allerdings kamen die dem Krankenhauskonzern von den Abgeordneten angebotenen Geschäfte, im Falle Löbels eine Schutzmaskenbeschaffung gegen Provision, „nicht zustande„, so die Zeitung. Bekanntlich kassierten Löbel und Hauptmann dann später an anderer Stelle üppigst. (DM)