Merkel fast am Ziel: Jetzt betteln auch schon Ökonomen für den harten Lockdown

Ifo-Chef Clemens Fuest (Foto:Imago/Simon)

Unter der Ökonomie-Autorität Hans-Werner Sinn war das ifo-Institut der Leibnizgesellschaft mit Sitz an der Universität München für seine Regierungsdistanz, liberale Ausrichtung und die durchaus gesellschafts-zeitgeistkritische Grundhaltung gefürchtet. Jetzt, in der Corona-Krise, hat Sinns Nachfolger Clemens Fuest kein Problem, in den Burgfrieden der Corona-Staatshörigen einzustimmen – und fordert die weltfremde Totalisolation.

Wenn Wirtschaftswissenschaftler die Existenzfähigkeit und elementaren Interessen der Wirtschaft zugunsten eines politisch festgelegten Schein-Notstands preisgeben, ist wohl endgültig klar, dass in Deutschland wieder ein sozialistisches Regime an der Türschwelle steht, welches die gesamte Gruppensphäre und alle Gesellschaftsgruppen zu erfassen droht. Mit Fuest folgt nun auch der Chef eines tendenziell eher unternehmerfreundlichen Instituts der Regierungsneurose, im Namen einer künstlich herbeigetesteten Virusbedrohung das ganze Land ruinieren zu müssen: Er spricht sich laut „dts Nachrichtenagentur“ für eine erneute Verschärfung der Corona-Maßnahmen zur Reduzierung der sozialen Kontakt aus.

Mit laienvirologischem Sachverstand plappert der Ifo-Chef die populärwissenschaftlich-versimpelnden Botschaften der Hardliner nach: „Wir müssen die sozialen Kontakte reduzieren, damit wir die Infektionen herunterbringen, denn sonst wird es auch keine nachhaltige wirtschaftliche Erholung geben„, sagte Fuest dem Fernsehsender „Phoenix“. Ansonsten bliebe das Land „im Jojo-Lockdown, in den uns die Politik jetzt leider geführt hat, weil sie eben nicht viel früher eine überzeugende Strategie eingeschlagen hat.“ Überzeugender als die bisherige Politik soll also ein Hardcore-Lockdown sein, nachdem sechs Monate „regulärer“ Lockdown keinen Erfolg brachten? Auf die Idee, dass neben diesen beiden destruktiven Alternativen auch noch die der kompletten Öffnung bestünde, kommen inzwischen selbst Top-Ökonomen gar nicht mehr.

Was nie funktionierte, wird weiter stur propagiert

Dass „Knallhart“-Lockdowns, wie ihn die Regierung jetzt wieder planen, nicht nur nirgendwo je funktioniert haben, sondern hypothetisch hermetisch abgeriegelte Landesgrenzen à la Nordkorea, ohne jede Grenzdurchlässigkeit, voraussetzen, müsste eigentlich Experten einer global vernetzten Wirtschaftsordnung als erstes auffallen. Schon deshalb ist Fuests Eintreten für „Inzidenzreduktion“ durch immer schärferes Wegsperren und Herunterfahren des Landes unmissverständlich und feiert eine Sackgasse.

Das, was er hier als „wirklich überzeugendes proaktives Pandemie-Management in Deutschland“ propagiert, das Deutschland „nach wie vor fehlt“, wäre der Versuch der Quadratur des Kreises: Denn wie lange soll die totale Isolation greifen – bis es kein Virus auf der Welt mehr gibt? Und dann nur bei diesem Virus, oder bei jedem weiteren künftigen Virus? Wenn sich in diesem Land wieder Wirtschaftswissenschaftler um Wirtschaft und Politiker um das wirkliche Wohl der Menschen kümmern würden, hätten wir keine Krise mehr. (DM)