Impf-„Solidarität“: Jetzt werden die Alten gegen die Jungen ausgespielt

Foto: Impfzentrum (über dts Nachrichtenagentur)

Nachdem durch widersprüchliche offizielle Empfehlungen und Impfpannen das Vertrauen in den Astrazeneca-Impfstoff Vaxzevria in den Keller gerauscht ist, wollen sich viele Deutsche damit nicht mehr impfen lassen. Die von den Thrombose-Zwischenfällen gar nicht betroffene Altersgruppe der Über-60jährigen, für die der Impfstoff ausdrücklich zugelassen ist, bilden da keine Ausnahme, sie nutzen die Impfstoff-Wahlfreiheit, um Biontech oder Modern zu ergattern. Weil sie damit aber – aus Sicht der „Impfstrategen“ der Politik – den Jüngeren Impfstoff wegnehmen, sehen sie sich nun mit dem Vorwurf mangelnder Solidarität konfrontiert.

Ganz nach dem unausgesprochenen Wunsch der Kanzlerin, nach der Devise „Spalte und herrsche“ die Bevölkerung weiter auseinanderzutreiben, um so geräuschlos den autoritären Einheitsstaat voranzutreiben, werden so nun die Generationen gegeneinander aufgewiegelt: jeder hat Angst, zu kurz zu kommen. Dass allem die Jüngeren, die wegen des Zugriffs der (eigentlich auch mit Astrazeneca problemlos zu immunisierenden) älteren Bevölkerung auf die altersunabhängig uneingeschränkt empfohlenen Vakzine lieber ganz auf die Impfung verzichten, ehe man ihnen Vaxzevria spritzt, wird nun als Grund für die geringe Impfbereitschaft ausgemacht.

Auch Wissenschaftler befassen sich inzwischen mit der Psychologie des Impfens und untersuchen die Dynamik bei der Impfbereitschaft. So zeigte sich gestern der Neurobiologe Gerald Hüther laut „dts Nachrichtenagentur“ wenig überrascht, dass Menschen nicht zur Impfung erscheinen: „Menschen, die so verängstigt sind, wie die meisten unserer Mitbürger gegenwärtig, können überhaupt keine freie Entscheidung mehr treffen„, so der Angstforscher, der außerdem vermutet, die Tatsache, dass „sich manche dann an der Frage des besseren Impfstoffes mit Risikoabwägungen abarbeiten„, sei deren „Bewältigungsstrategie für diese Angst.“ Und die Entscheidungsforscherin Simone Dohle von der Universität Köln sieht einen weiteren Grund für die „große Verunsicherung„: Die Menschen seien gesund, wenn sie sich impfen lassen. Dadurch seien die Risiken präsenter als der Nutzen. „Wenn ich bereits krank bin und ein Medikament nehme, um gesund zu werden, blende ich die Nebenwirkungen leichter aus„, so die Wissenschaftlerin.

Genau letzterer Punkt umreißt aber die vielleicht wichtigste Frage in diesem Zusammenhang, die gar nicht gestellt wird – von den Deutschen jüngeren und mittleren Alters nicht und von den Verantwortlichen in Regierung und Gesundheitsbehörden erst recht nicht: Wieso sollte sich eigentlich die Bevölkerungsgruppe der unter 50-jährigen, die jenseits von medial verzerrend herausgestellten Einzelfälle so gut wie überhaupt keine schweren Covid-Verläufe aufweist, überhaupt impfen lassen? Wieso wird neuerdings zwischen realen Risikogruppen und kerngesunden Menschen überhaupt nicht mehr unterschieden (ein Aspekt übrigens, der auch bei der beabsichtigten Durchimpfung von Kindern und Säuglingen keine Berücksichtigung findet)?

Impfen ohne Anlass und Risikoprävalenz – wozu eigentlich?

Soweit denkt Psychologin Dohle freilich nicht (und wenn, dann traut sie sich nicht, es auszusprechen). Stattdessen liefert sie der Regierungspropaganda nützliche Slogans, wie die Impfbereitschaft gepusht werden kann: Die Jüngeren sollen endlich ihre Befürchtungen und Sorgen vergessen und blind in die Qualität der Vakzine vertrauen, die nach ihrer Ansicht durch folgende Überlegung bestätigt wird ist: „Die WHO hat bislang rund 300 Impfstoff-Projekte zu Covid-19 dokumentiert„, sagte Dohle. Nur vier davon hätten es überhaupt geschafft, eine Zulassung in der EU zu bekommen. „Wirksamkeit und Sicherheit sind hier also sehr gut.“ Eine Null-Logik, die in Wahrheit keinerlei Aussage über die tatsächliche Bedenklichkeit oder Unbedenklichkeit der Vakzine trifft: Denn würden 100 von 100 Langzeitschäden oder Nebenwirkungen aufweisen, dann wären schon vier zugelassene davon genau vier zuviel.

Und die über 60-jährigen? Sie sollen laut Dohle gefälligst „Solidarität“ zeigen, denn: „Impfen ist gerade eine Gemeinschaftsaufgabe“ Jeder Ältere, der eine Impfung mit Astrazeneca ablehne und ein anderes Mittel bekommt, nehme damit einem Jüngeren „die Chance, sich frühzeitig impfen zu lassen.“ Womit wir wieder bei der Ausspielung von Generationen gegeneinander wären. Und dies noch zur Erinnerung an die Adresse von Dohle und alle gehirngewaschenen Pandemie-Neurotiker: Impfen war noch nie eine „Gemeinschaftsaufgabe“ bei Krankheiten, die nur einen Bruchteil der Gemeinschaft überhaupt tangieren. Gestern waren knapp 0,29 Prozent der deutschen Bevölkerung von Corona überhaupt betroffen, die meisten davon völlig symptomlos. Die Schaden-Nutzen-Abwägung muss jeder für sich individuell treffen – erst recht bei einer experimentellen Impfkampagne. (DM)