Wenn die Wirtschaft nach mehr Staat plärrt: Handelsverband setzt auf Corona-Hilfen und Kurzarbeit

Der deutsche Einzelhandel: Zwangsgeschlossen und am staatlichen Tropf (Foto:Imago/FutureImage)

Die Hoffnung, die Folgen der hausgemachten Corona-Rezession durch die Selbstheilungskräfte des Marktes und eine überfällige Rückgewinnung von Freiheiten in den Griff zu bekommen, lassen immer mehr Branchen in Deutschland fallen. Nun auch der Einzelhandelsverband HDE: Mit Blick auf die „andauernde Coronakrise“ plädiert er für eine Verlängerung der Wirtschaftshilfen sowie einen „längeren erleichterten Zugang zur Kurzarbeit“. Immer mehr Staat statt weniger lautet die Devise.

Es sei „richtig„, die Hilfen für den von den Corona-Maßnahmen betroffenen Einzelhandel zu verlängern, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth jetzt dem „Handelsblatt„. Denn derzeit erlitten selbst die Händler, die für negativ getestete Kunden geöffnet haben dürfen, Umsatzverluste von mehr als 50 Prozent. Das zeige, dass nach wie vor staatliche Unterstützung gefragt sei. Genth beklagte in diesem Zusammenhang, dass die bisherigen Wirtschaftshilfen oft noch immer nicht dort angekommen seien, wo sie gebraucht würden. Derzeit warteten noch mehr als zwei Drittel der Händler, die Anträge gestellt haben, auf ausstehende Hilfen.

Die Abschlagszahlungen blieben außerdem oft hinter den Erwartungen und dem Bedarf zurück, so Genth laut „dts nachrichtenagentur“. 60 Prozent der Empfänger von Abschlagszahlungen erhielten weniger als 50 Prozent der beantragten Auszahlungssumme. Der Verlängerung der Regelung zur Kurzarbeit misst daher er „große Bedeutung“ bei, um möglichst viele Arbeitsplätze durch Krise im Nicht-Lebensmittelhandel zu bringen. Kurzarbeit statt selbst erwirtschafteter Löhne, erbettelte und gönnerhaft vom Staat (auf Pump, versteht sich) gewährte  Subventionen anstelle am Markt erzielbarer Umsätze: Das kann nicht lange gutgehen.

So nachvollziehbar der Ruf nach Hilfe für die Firmen sein mag, so kurzsichtig ist er auch. Denn hier wird ausgerechnet das Problem mit der Lösung verwechselt: Denn die Pflicht des Staates wäre es, sofort seine arbiträre, zerstörerische und vollkommen unverhältnismäßige Politik zu beenden, die die freie Wirtschaft und vor allem den Handel lähmt – und nicht einen umverteilungsfinanzierten Ausgleich für seine rechtswidrigen Eingriffe in Markt und Freiheitsrechte – zu Lasten der Allgemeinheit – zu leisten. In Deutschland werden seit 14 Monaten Unternehmen planmäßig wahlweise in die Pleite getrieben oder in Abhängigkeit von Regierungshilfen gebracht, und die angefixten Betriebe kommen jetzt nicht mehr von der Nadel ihres sozialistischen Dealers weg. (DM)