Ausgangssperren „probates Mittel von Diktaturen“: Linke Enzyklopädie Wikipedia neuerdings auf Querdenker-Linie?

Schild (Symbolbild: shutterstock.com/Von Bihlmayer Fotografie)
Schild (Symbolbild: shutterstock.com/Von Bihlmayer Fotografie)

Die „freie“ Online-Enzyklopädie Wikipedia gehört zu den meistaufgerufenen Seiten im Netz, ist letzte Rettung ganzer Schülerheerscharen bei Hausarbeiten, Quell dubioser Schnellrecherchen im Netz – und Notnagel aller Halbgebildeten, die sich im Chat oder Zwiegespräch „instant knowledge“ erklicken, um so mit „Wissen“ zu glänzen. Die mangelnde Objektivität der Einträge wird dabei oftmals ausgeblendet. Gelegentlich jedoch ist das virtuelle Lexikon erfrischend ehrlich und direkt.

So findet sich in der deutschsprachigen Wikipedia unter dem Lemma „Ausgangssperre“ eine Definition, die angesichts der derzeitigen Normalität und scheinbaren Alltäglichkeit dieses Begriffs doch sehr überrascht. Der entsprechende Eintrag stammt offenkundig noch von vor der Corona-Zeit – und rückt die Verhältnisse zurecht, indem darauf verwiesen wird, wie absolut problematisch und fragwürdig Ausgangssperren eigentlich sind und dass die Wesensmerkmal von Diktaturen und Unrechtsregimes, nicht aber von demokratischen Gesellschaften sind.

Wer sich vor Augen führen will, wie sehr die Corona-Krise einst zu Recht tabuisierte und für undenkbar gehaltene Maßnahmen in unserer Wahrnehmung zu neuen Selbstverständlichkeiten hat werden lassen, dem dürfte der entsprechende Eintrag die Augen öffnen:

(Screenshot:Wikipedia)

Besonders bemerkenswert ist dieser Text auch deshalb, weil Wikipedia eine typischerweise von linken Klugscheißern, Haltungsautoren und Gesinnungswächtern dominierte Plattform ist, die zunehmend einen jakobinerhaft-muffigen Duktus pflegt und Gender- und Diversitätsvorgaben vor Inhalte stellt. Die „Cancel Culture“ hat hier ebenfalls ihren festen Platz wie regelmäßige lexikalische und biographische Verleumdungen praktisch aller Persönlichkeiten, die für konservative oder sonstige „toxische“ Ansichten stehen. Unliebsame Lemmata wie „Clankriminalität“ wurde x-fach zur Löschung vorgeschlagen, weil sie den Review-Boards und Admins nicht in den Kram passten.

Insofern ist der Eintrag zum Thema „Ausgangssperre“ eine geeignete „Zeitkapsel“, die zeigt, wie selbst das progressive und linken Milieu der Wikipedia-Autoren bis Anfang letzten Jahres über jene politischen Zumutungen dachte, die heute unter dem Vorwand eines dubiosen Infektionsschutzes verhängt werden. Heute machen sich jene, die die (noch) auf Wikipedia zu findende Begriffsdefiniton zur Ausgangssperre öffentlich vertreten, schon Querdenker, Covidioten, Regierungsgegner, Verharmloser – und ein Fall für den Verfassungsschutz… (DM)