Vorboten der grünen Steinzeit? Immer mehr Störfälle bei der Grundversorgung

Grüne Infrastruktur Ahoi! (Foto: Bild von Astrid Schmid auf Pixabay

Sind – tatsächliche oder erfundene – „Cyberangriffe“ etwa die künftige Pauschalausrede, um Pannen und Aussetzer der Infrastruktur im Elementarbereich zu begründen? Jedenfalls wird mit ihnen ein bedrohlicher Anstieg an systemrelevanten Störfällen begründet, die die Versorgungssicherheit bei Strom, Wasserversorgung, digitaler Kommunikation, Heizung und Materialnachschub zunehmend gefährden – und offenkundig stark zunehmen.

Im vergangenen Jahr haben die Betreiber von sogenannter „kritischer Infrastruktur“ –  aus den genannten Bereichen wie Energie, Wasserwirtschaft und Telekommunikation –  deutlich mehr Störfälle bundesweit gemeldet als noch im letzten „vorpandemischen“ Jahr 2019 oder in irgendeinem früheren Jahr. Die Krise selbst kann dafür aber nicht ursächlich sein – im Gegenteil -, zumal es wegen des Wirtschaftseinbruchs sogar weniger Belastungsspitzen gab.

In ihrer Antwort auf eine kleine parlamentarische Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion, über die das „Handelsblatt“ berichtet, teilte die Bundesregierung mit, dass sich Zahl der Meldungen im vergangenen Jahr auf 345 solcher Fälle erhöht habe – was im Vergleich zum Jahr 2019 mit 254 gemeldeten Störungen einem Anstieg um mehr als 35 Prozent entspricht. Nicht alle Störungen seien dabei auf Angriffe, Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage zurückzuführen, so die Regierung in dem Dokument. „Teilweise handelt es sich um technisches Versagen von Hard- oder Software sowie menschliches Fehlverhalten.“ Es klingt wie eine Beschwichtigung: Ist eben so, passiert – doch auffällig ist, dass sich solche Pannen häufen, je weiter die Klimatransformation von Wirtschaft und Gesellschaft voranschreitet.

Nebeneffekte der Klimatransformation statt Cyberkriminalität?

Gleichwohl geht der Bund von einer „weitaus größeren Dunkelziffer an tatsächlichen Cyberangriffen aus„, heißt es in der Antwort weiter. Als Grund nennt die Regierung den Umstand, dass die Meldezahlen „nur einen Ausschnitt der Wirtschaft abdecken„. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Bernd Reuther sieht vor diesem Hintergrund Handlungsbedarf. „Die Bundesregierung benötigt ein besseres Lagebild bei Cyberangriffen“, sagte Reuther dem Blatt.Angesichts der zunehmenden Automatisierung von Verkehr und Wirtschaft können wir uns keine blinden Flecken erlauben.

Genau die wird es allerdings verstärkt geben, wenn die „Energiewende“ und die vor allem von den Grünen im Falle eines Wahlsiegs zu erwartenden „strukturellen“ Klimareformen Wirklichkeit werden und so erst richtig Fahrt aufnehmen. Ob dann wirklich nur noch Hacker und IT-Terroristen für die Auswirkungen verantwortlich sein können und sich nicht andere Ahnungen – Stichwort „gewollte Deindustrialisierung – bestätigen, bleibt abzuwarten. (DM)