Lachnummer Deutschland – nicht nur beim European Song Contest

Schrott für 3 Punkte - aber er "fühlt keinen Hass": Jendriks Horrorshow beim ESC (Foto: Ritzau Scanpix)

Es war nicht das erste Mal, dass beim European Song Contest die Degeneriertheit, kulturlose Beliebigkeit und Talentfreiheit des „besten Deutschlands, das es je gab“ (F. W. Steinmeier) zu Markte – und jegliches Niveau zu Grabe – getragen wurde. Der dieses Jahr für Deutschlands ins Rennen gegangene Kandidat Jendrik jedoch mit seinem gesinnungstriefenden Songtitel aus der Zeitgeist-Retorte „I Don’t Feel Hate“ unterbot gestern in Rotterdam alle Schreckensdarbietungen, mit denen Deutschland seinen Niedergang zuvor vor aller Welt sichtbar gemacht hatte.

Denn dass Jendriks Song nicht nur musikalisch eine Zumutung darstellt, sondern auch mit seiner penetranten Bessermenschenbotschaft („gegen Hass„, gemeint war wieder mal „Hass im Netz“) das Publikum erziehen und belehren wollte, erwies sich als todsicheres Rezept für einen erneuten Rohrkrepierer in der ESC-Chronik: Gerade einmal drei Punkte gab’s für diesen Rotz (und das war im Prinzip immer noch zuviel) – zwei von den mitleidigen Österreichern und einen von den Rumänen. Seitens der Anrufer gab es keinen einzigen Punkt; ein untrügliches Signal, dass die anderen Völker Europas auch auf diesem Parkett gestrichen die Nase voll haben von deutscher Überheblichkeit, moralischer Mission und Sendungsbewusstsein. Ob die deutschen Staatssender und Mainstreammedien, die durch ihr Framing im Prinzip die identische, politisch korrekte Grundlinie wie dieser Wettbewerbsbeitrag propagieren, aus diesem nächsten Flop mit Ansage etwas lernen werden? Eher kaum.

Virtue Signaling mag zwar ganz nach dem Gusto der deutschen gebührenfinanzierten Programmmacher sein; bei den durch diesen Trash gefolterten Zuschauern und -hörern kommt die Rezeptur „Haltung statt Unterhaltung“ jedenfalls offenkundig so gar nicht an, und zwar grenzüberschreitend. Die Folge: Zum zweiten Mal seit 2019 landet Deutschland auf dem vorletzten von 26 Plätzen – und, genau wie vorletztes Jahr in Tel Aviv (damals vertreten durch das Duo „S!ster“), auch nur deswegen, weil die Briten bei den nationalen Jurorenteams und Anrufern noch schlechter abschnitten und den allerletzten Platz besetzten. Am anderen, fröhlichen Ende der Skala setzte sich am Ende der italienische Beitrag „Zitti e buoni“ durch, ein Hardrock-Song der Band Maneskin. Vielleicht ja auch deshalb, weil die Interpreten für Italien auf Italienisch sangen und authentisch waren, anders als die peinliche Künstlerkarikatur der linken Spaßgesellschaft, die Deutschland „vertrat“.

Quittung für überhebliches Sendungsbewusstsein

Nicht unwesentlichen Anteil an der annähernden „Germany-Zero-Point“-Blamage mag auch das an Hochnotpeinlichkeit nicht mehr zu toppende Herumgehampele des Hamburger Nachwuchsversagers Jendrik mit seiner Bühnenshow (natürlich rassisch ausgewogen-„bunt“ gecastet) gehabt haben: Eine Tänzerin sollte eigentlich mit überdimensionalen Fingern das „Peace“-Zeichen formen – doch weil einer ihrer aufgestellten Plastikfiguren beim Tanzen ständig nach hinten wegklappte, sahen die Zuschauer die meiste Zeit nur einen ausgestreckten Mittelfinger – und dies war vermutlich dann auch die ehrlichste und symbolträchtigste Message der ganzen Darbietung: Ihr könnt uns alle mal!

Ebendies nämlich predigt Merkeldeutschland nicht nur beim ESC ständig und immerdar in die Welt hinaus: Wir wissen am besten, wo’s langgeht – beim Klimaschutz, bei Wokeness und Diversität, bei Europa, in der Flüchtlingspolitik und in Sachen Corona. Normalerweise wird diese Arroganz von den anderen Völkern nicht benotet, für die Berlin sich anmaßt zu sprechen; beim ESC aber eben schon. Das Ergebnis fiel so wie erwartet aus. (DM)