Bald Lockdown ab Inzidenzwert 20? Spahn jagt die nächste Sau durchs Pandemie-Dorf

"Maskenmann" Spahn (über dts Nachrichtenagentur)

200, 100, 70, 50, 35, 10, Zero Covid: Kein Monat vergeht ohne beliebige, frei von der Politik herbeiphantasierte Inzidenzwerte, an denen sich die Corona-Maßnahmen ausrichten sollen – und sie werden immer dann neu in die Debatte eingeführt, wenn die zuvor ausgerufenen Ziele erreicht oder übertroffen sind. Nun ist die neue Zahl 20, die von CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für den Sommer angestrebt wird – womit dann auch gleich ein Threshold für den bedarfsweise nächsten Lockdown definiert ist.

Um vom eigenen Totalversagen abzulenken, ist nichts effizienter als die Ablenkung und Scheinbeschäftigung der Bevölkerung mit neuen Etappenzielen, wie die berühmte Möhre, hinter der stupide Esel brav hinterhertrotten. Die deutschen Corona-Zombies lassen sich einfach alles gefallen und nehmen alles leid- und seelenlos hin, und das, obwohl die Inzidenzwerte rasant fallen und sich immer weiter von den Prognosen der einmal mehr totalblamierten Experten vom Frühjahr entfernen: Zuerst die Ankündigung, den grundrechtseinschränkenden Ausnahmezustand der „pandemischen Lage“ nochmals über den 30. Juni hinaus zu verlängern – und jetzt schon wieder neue Phantasie-Zielwerte.

Kritik kommt wenigstens von der FDP: „Mit seinen Spekulationen verbreitet Herr Spahn nur öffentliche Verunsicherung„, sagte deren stellvertretender Fraktionsvorsitzender im, Bundestag, Michael Theurer, zur „Welt„. Statt über Inzidenzen zu spekulieren, solle Spahn besser „seine Hausaufgaben bei den Impfstoffen“ machen; offenbar versuche er, von dem noch immer massiven Mangel als Konsequenz seines eigenen Versagens durch solchen Debatten abzulenken. „Die Intensivbetten leeren sich, die schweren Verläufe werden deutlich seltener. Die Gefährdungslage aus einer spezifischen Zahl ist inzwischen eine ganz andere, als das noch Anfang des Jahres der Fall war„, so Theurer. Auch die Linke begehrt auf; ihre Fraktionschefin Amira Mohamed Ali warf Spahn „Schwurbelei“ vor und befindet zutreffend: „Willkürliche Inzidenzziele aus dem Hut zu zaubern, hilft erst einmal niemandem„.

Zwar beeilt sich die eigene Regierungsfraktion, die durch Spahns neue Zahlenspiele ausgelösten Irritationen zu relativieren: Der stellvertretende Unionsfraktionschef Stephan Stracke (CSU) stellte laut „dts Nachrichtenagentur“ klar, dass keine neue Grenzmarken für Öffnungsschritte festgelegt werden: „Wir führen jetzt keine neuen Grenzwerte ein und ändern auch nicht das Infektionsschutzgesetz. Darin haben wir Grenzwerte von 100, 50 und 35 festgesetzt. Dabei bleibt es.“ Sein Wort in Gottes Ohr.

Das bewährte Spiel in dieser „Pandemie“

Das erklärt die Union vielleicht jetzt; doch inzwischen wissen klardenkende Beobachter hinlänglich, wie das dreckige Spiel in dieser „Pandemie“ läuft: Einer gibt eine Zahl aus, die pseudowissenschaftliche Intelligenz in den Medien verbreitet und verstärkt sie. Dann steigen künstlich die Zahlen an – was infolge der mit den Öffnungen wieder ins Kraut schießenden Schnelltest-Prävalenzen unvermeidlich sein wird. Auf diese Weise wird der Widerspruch zu den ausgegebenen Zielen als neue Bedrohung definiert – und schon folgen die ersten Rufe nach dem nächsten Lockdown.

Auch Stracke hält am obsessiven Ziel der Coronapolitik fest, „so wenig Infektionen wie möglich“ zu haben; insofern sei „die Zielrichtung von 20 absolut richtig„. Das bedeutet also: Weiter abstrakte Inzidenzen statt realem Krankheitswert. Ein fataler Trugschluss – denn solange dieser Wahn nicht aus den Köpfen weicht, wird die Pandemie nie zuende sein, da dann weil alle Öffnungen immer nur temporär und auf Widerruf gelten, solange bis rein labordiagnostische Werte wieder irgendwelche „kritischen“ Schwellen überschreiten – obwohl damit rein nichts über eine reale Gesundheitsbedrohung ausgesagt ist, obwohl das Verhältnis zwischen Infizierten und „Virusopfern“ immer marginaler wird. An diesem Teufelskreis wird auch die Impfung nichts ändern – weil sie erstens gar keine Infektionen verhindert und zweitens neue Mutationen das angebliche Impfziel unerreichbar machen werden.

Das Vexierspielen mit Zahlenwerten, Inzidenzgrenzen und Infektionskurven dient nicht irgendeiner vorgeschobenen Lebensrettung oder Volksgesundheit, sondern der monströsesten Marketingkampagne zugunsten der Impfstoffproduzenten – und natürlich auch zum Absatz der riesigen Überproduktion an Schnelltests, die unter den Mann gebracht werden müssen. Diese ist von der völlig unauffälligen, längst auf Vor-Corona-Niveau und darunter liegenden infektiologischen Realität in Deutschland Lichtjahre entfernt: Aktuell sind noch 0,17 Prozent der Deutschen positiv getestet – und von diesen 0,17 Prozent wiederum liegen 2,3 Prozent auf der Intensivstation. Und dieser – im Vergleich zu Grippewellen früherer Jahre paradiesische – Zustand schimpft sich dann Pandemie. (DM)