Heiliger Bimbam – dieses Pfingstfest konnte man zum Teufel jagen

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Mieses Wetter, Kirchgang als Hürdenlauf, kein Essen ohne Test. Zum Schluss ein theologischer Blick auf einen geistlosen „Heiligen“.

Von Albrecht Künstle

Ich stehe auf und torkle wie jeden Tag zum Briefkasten die Zeitung holen. Als ich sie aufschlage freue ich mich über den Wetterbericht. Seit Tagen regnet es, aber für heute ist Null Niederschlag gemeldet. Ich bin das Gegenteil von niedergeschlagen, doch die Freude hält nur kurz an, denn der Blick aus dem Fenster verrät mir Regen. Wer kann nun besser lügen, die Wetterfrösche der Zeitung oder Petrus – wofür will der uns strafen? Da erinnere ich mich an eine Meldung der letzten Tage. Die Wetterberichte seien nicht mehr so zuverlässig wie früher, weil weniger Flugzeuge am Himmel unterwegs sind. Das ist doch gut, sagen die von FFF. Im Prinzip ja, meldet Radio Eriwan, aber keine Flieger können auch keine Wetterdaten mehr funken. Ja, alles hat zwei Seiten. Ich hoffe nun, dass die politischen Wetterpropheten ebenfalls irren, wonach eine Annalena B. die neue (Ab)Kanzlerin wird.

Als nächstes fällt mir auf, dass da etwas blinkt. Ich schaue auf die Fehleranzeige, was das soll: Ein nächtlicher Stromausfall. Das kann ja heiter werden, denke ich und siehe da, jetzt drang ein Sonnenstrahl durch die Wolken. Hoppla, bin ich Gott, der sprach „Es werde Licht“ – nur weil ich dachte, das kann ja heiter werden? Hatte mir der Stromlieferant badenova noch abschließend einen Streich gespielt, weil ich den Vertrag gekündigt habe. Ich hatte mich geärgert, weil badenova die Ahmadiyya Muslim Jamaat, eine muslimische Sekte, mit einer ansehnlichen Spende unterstützt hatte. Obwohl diese kein gutes Klima verbreitet. Sie könnten ja an ihre Minarette Windflügel schrauben.

Dann schalte ich das Radio ein und höre eine gute Nachricht: Deutschland landete beim Grand Prix d‘Eurovision nicht auf dem allerletzten Platz. Von wegen, wir seien überall das Schlusslicht. Dann aber noch eine schlechte, die Hamas hätte doch noch einige Raketen gehabt; die Ägypter erreichten trotzdem den Waffenstillstand. Schon einmal war ein Ägypter der Neuzeit ein großer Feldherr, der drittgrößte der Geschichte. Der Zar von Russland war ein großer, der Napoleon in einem russischen Winter aus dem Land warf. Dasselbe tat Stalin, der auch den russischen Winter abwartete und Hitlers Armee oder was davon übrig war wieder vertrieb. Dieselbe Taktik verfolgte auch Gamal Abdel Nasser. Er ließ die Israelis 1967 ins Land (nachdem er diese zuvor angegriffen hatte), und wartete auf den russischen Winter – allerdings vergeblich bis zu seinem Tod.

Nach dem Frühstück war es Zeit für den Kirchgang. Aber es wurde eine Autofahrt, weil es schon wieder goss – lieber gar kein Wetter als so eines! Mein Gesangbuch durfte nicht nass werden, welches man immer noch mitnehmen muss, weil in der Kirche keine mehr sind – obwohl sich der Irrglaube, man stecke sich damit an, nicht bewahrheitete. Dann die schriftliche Anmeldung am Kirchenportal, obwohl in der Bibel steht, der Herr kennt die Seinen beim Namen. Das Weihwasser wurde auch entfernt, obwohl Wasser keine Infektion übertragen kann. Dann hoch auf die Empore, denn ich vertrat den Tenor im nur vierköpfigen Chor. Die Maultasche (Mund-Nasen-Schutz) habe ich beim Treppensteigen verweigert, und beim Singen sowieso.

Doch meine Vorfreude wurde enttäuscht, beim Singen endlich wieder von den Kirchenbesuchern unterstützt zu werden. Der Gemeindegesang wäre bei uns eigentlich wieder erlaubt, nachdem die Inzidenz mit 26 schon seit Wochen unter 100 liegt. Doch die Kirchenoberen glauben eher an ihre „heilige“ Kirche als an sinkenden Coronazahlen. Die 50 reservierten Plätze waren an diesem dritthöchsten Kirchenfest Pfingsten wieder nicht voll. Schade, denn unser Aushilfspater aus Indien predigte über die Bedeutung von Pfingsten, auch dass dieses Fest für die Juden das drittwichtigste sei. Im Gegensatz zu anderen Predigern kein Wort über „Flüchtlinge“ und Corona, nicht einmal aus seiner indischen Heimat, wo die Situation (wahrheitswidrig) noch schlimmer sei. Die beschämend geringe Zahl der Gottesdienstbesucher schmerzte richtig, weil vor der Moschee im nahen Lahr anlässlich der Freitags-„Gebete“ während des Ramadan meist 80 Autos standen und weitere Muslime per Pedes da waren. Doch der Mensch lebt nicht vom Wort allein …

Zu diesem Pfingstfest freute ich mich auf eine so vielfältige Speisekarte, wie die Apostel damals sprechen konnten bzw. wie sie verstanden wurden. Ich reservierte zuvor einen Tisch in einem Restaurant, weil in Deutschland einfach-so-Essengehen nicht mehr geht. An Festtagen gehen wir mit den beiden Familien meiner Geschwister immer gemeinsam essen. Und ich bin der einzige noch nicht Geimpfte, also hätten weder die anderen mich noch ich sie anstecken können. Und zu Hause hätten wir uns ja auch treffen dürfen. Doch die Wirtin hatte Angst vor der nicht geheimen Staatspolizei. Aber den vorgeschriebenen Test konnte ich nicht beibringen, weil dieser nicht älter als 48 Stunden sein durfte und die Testtermine vor Pfingsten alle schon vergeben waren. Uns entging die Pfingstfreude des wieder ersten Essens in der Öffentlichkeit und der Gaststätte der Umsatz von 250-300 EUR. Ob das der Staat immer noch erstattet?

Nach dieser Enttäuschung hieß es, noch etwas für die Gesundheit zu tun. Es regnete gerade nicht, deshalb schnell aufs Fahrrad. Aber oh Schreck, wo blieb die Luft, platt? Konnte nicht sein, ich hatte für den Sommer neue Bereifung aufgezogen. Die Ursache war: Ich hatte das letzte Mal bei 30 Grad in der Sonne gepumpt und jetzt im winterlichen Mai betrug die Temperatur ganze 10 Grad. Nach den Gesetzen von Gay-Lussac sank der Reifendruck. Ich weiß das vom Tauchen, wenn ich mit einer neugefüllten heißen Tauchflasche ins kalte Wasser steige. Also nur etwas nachpumpen, nicht flicken müssen. Ich weiß nicht, wen ich mehr verfluchen soll, diesen Gay-Lussac, oder die FFF-Grünen, die Petrus wegen ihres Gejammers um die Erderhitzung so geärgert haben, dass er es uns mit winterlichen Temperaturen heimzahlt.

Heimgekehrt warf ich noch einmal den Blick in die Zeitung. Diese Woche wurde ein syrischer „Flüchtling“ zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er kam 2015 mit dem Tross von Hunderttausenden ins gelobte Land. 2017 flog er wegen Propaganda für den IS auf, wurde 2018 zu einer Jugendstrafe verurteilt, aber im September 2020 wieder laufen gelassen. Fünf Tage später stach er zwei Männer nieder, von denen einer starb. Er hatte gesehen, wie sie sich an den Händen hielten. Ich verstehe diesen Mord nicht, obwohl ich denen, die den Koran zu intensiv lesen, alles zutraue. Früher bereiste ich arabische Länder und sah oft, wie junge Männer Hand in Hand spazieren gingen und umarmt auf Bänken saßen. Warum so ein Islamist bei uns Amok läuft und sich nicht daheim austobt? Nun ja, Allah ist groß und ER weiß alles, verrät der Koran hundertfach.

Wegen Pfingsten noch ein theologischer Blick auf den (heiligen) Geist durch einen „Laien“ wie mich. Dem NT zufolge befähigte er die Apostel, die frohe Botschaft in die Welt hinaus zu tragen. Und noch heute scheint der Heilige Geist über uns zu wehen; über dem einen mehr, über anderen weniger. Besonders wenig muss Muhammad abbekommen zu haben, der bestritt, dass sein Allah auch einen heiligen Geist habe. Und ein „Sohn“ sei er selbst nicht, auch Jesus Christus sei es nicht gewesen. Wenn aber Jesus nicht als Gottessohn akzeptiert wird, wären wir erst recht keine „Kinder Gottes“. Muhammads Gefolgsleute vielleicht nicht. Wie sonst könnten diese noch 1400 Jahre nach dem Tode ihres Lehrmeisters in dessen Namen Mord und Totschlag begehen.