Deutschlands Ausweg aus dem Bildungsnotstand: Einfach die Abiturnoten anheben!

Abi 2021: Der Staat hilft nach (Foto:Imago/Fotostand)

Eine wahrhaft „geniale“ Idee ist es, die sich das mecklenburg-vorpommernsche Bildungsministerium da für die Mathematik-Prüflinge des diesjährigen Abiturjahrgangs hat einfallen lassen: Weil die Durchschnittsresultate mit der Notenstufe 4 viel zu mies ausgefallen waren, hebt die Regierung jetzt einfach mal eben alle Zensuren um zwei Notenpunkte an – und zwar in sämtlichen Grund- und Leistungskursen an allen gymnasialen Oberstufen im Land. Wenn dieses Verfahren Schule macht, gehören Deutschlands Schüler endlich wieder zu den „besten“ der Welt: Ohne Ahnung, aber dafür mit Spitzenzeugnissen.

Bloß: Ob diese dann an den Hochschulen, und erst recht im internationalen Wettbewerb der Universitäten um kluge Köpfe noch irgendetwas taugen, darf bezweifelt werden. Die Schweriner Maßnahme ist ein weiterer Schritt hin zur Vision mancher linker Schulpolitiker, die insgeheim das Abitur für alle mit Erreichen der Volljährigkeit herbeisehnen und die Pseudo-Akademisierung durch immer mehr unproduktive, brotlose Phantasie-Studiengänge voranzutreiben, für deren Absolventen in der freien Wirtschaft überhaupt kein Bedarf besteht und die daher in immer mehr neu zu schaffenden öffentlichen Planstellen untergebracht werden müssen.

Mit sozialwissenschaftliche Großexperimenten wie Integration, Inklusion und Genderism – bei gleichzeitiger Dämonisierung des Leistungsprinzips – führte der deutsche Linksstaat schon vor Corona seine Schüler in einen beispiellosen Bildungsnotstand (und die Deutschen damit planmäßig in eine fortschreitende Verblödung); in der Pandemie kamen dann ein verunglücktes „Homeschooling“ bei allenfalls prekär zu nennendem Digitalisierungsgrad und epochale Unterrichtsausfälle dazu, die dem deutschen Schülernachwuchs endgültig irreparable Lernrückstände und eine denkbar schlechte Ausgangslage für die Zukunft bescherten. Und jetzt sorgt der Nanny-Staat auch noch für künstliche Notenverbesserung.

Der Nanny-Staat pimpt die Noten – und tut den Schülern damit keinen Gefallen

Im Durchschnitt hatten die Notenpunkte in Meck-Pomm, so berichtet „Bild„, in diesem Jahr bei 4,1 Punkten (entsprechend der Schulnote „4 minus“) im Grundkurs gelegen, bei den Leistungskursen waren es 5,6 Punkte (Schulnote 4 plus); beides eine nochmals deutliche Verschlechterung zum im vergangenen Jahr, als sie bei 5,7 Punkten im Grundkurs lag beziehungsweise 8,4 im Leistungskurs. Zu den Gründen soll übrigens gar nicht die coronabedingte Ausnahmesituation zählen, sondern die Tatsache, dass laut Ministerium in diesem Jahr der erste Jahrgang der neuen Oberstufe das Abitur nach neuen Vorgaben abgelegt habe, die erstmals eine Aufteilung der Aufgaben in Grund- und Leistungskurs-Klausuren vorsah – und zudem einen neuen Typus von Aufgaben, der laut „Bild“ stärker auf Kompetenzen als auf die „Anwendung von erlerntem Formelwissen“ basierte. Anders ausgedrückt: Sobald die Anforderungen stiegen, kackten die Leistungen der Abiturienten gnadenlos ab. Als Belohnung dafür gibt’s nun keine Wiederholung oder Nachsitzen – sondern einfach künstlich nach oben frisierte Abschlussnoten. Eine Hilfestellung der besonderen Art – bei der Erlangung der sogenannten „Allgemeinen Hochschulreife“.

Sauer sind nun vor allem die Abiturienten von Bundesländern, in denen solche Bevorzugungen und staatliche Kunstgriffe zur Fake-„Leistungssteigerung“ ausgeblieben sind. Vor allem in Bayern – wo die diesjährigen Mathe-Prüfungen besonders schwer gewesen sein sollen; freilich ohne nachträgliches Zensuren-Upgrade durchs Ministerium. Bayerische Abiturienten haben deshalb jetzt sogar eine Petition gestartet – und wollen keine Benachteiligung aus den Umstellungen der Abiturvorgaben, auf die sich Kultusministerkonferenz bundesweit geeinigt hatte.