Nur noch 0,01 Prozent positiv Getestete – aber pandemische Lage und Bundesnotbremse sollen bleiben

Foto: Frau mit Mund-Nasen-Schutz (über dts Nachrichtenagentur)

Das Corona-Regime muss schwer enttäuscht sein. Schneller als gewünscht stürzen die Inzidenzzahlen ab – einfach, weil die Grippesaison zu Ende ist. Wer etwas anderes behauptet, zum Beispiel, dass die Lockdowns daran „schuld“ sind, muss sich gefallen lassen, als Covidiot dazustehen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Freitagmorgen vorläufig nur noch 3.165 mutmaßliche Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 57 Prozent oder 4.215 Fälle weniger als am Freitagmorgen vor einer Woche. Die Inzidenz sank laut RKI-Angaben von gestern 34,1 auf heute 29,7 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage.

Wer hier immer noch von einer pandemischen Lage faselt und die Bundesnotbremse beibehalten will, führt Böses im Schilde, mehr nicht.

Immerhin gibt es selbst in der Corona-Partei, CDU erste Ansätze, endlich mal zur Normalität zurück zu kommen:

Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahlen in Thüringen, Mario Voigt, kritisiert die fortbestehenden Corona-Maßnahmen in Deutschland. „Spätestens ab einem Inzidenzwert von 20 müssen wir alle Corona-Beschränkungen streichen“, sagte er der „Bild“ (Freitagausgabe). „Wir dürfen den Menschen in Deutschland nicht mit unnütz gewordenen Maßnahmen den Sommer vermiesen.“

Es gelte, so Voigt, „endlich den Menschen was zuzutrauen“.

Träum weiter, aber wir befinden uns schließlich bereits mitten im Wahlkampf, da kann man solche naiven Äußerungen auch verzeihen.

Und wenn selbst dieser Typ Entwarnung gibt, kann man Corona eigentlich abhaken:

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach glaubt nicht, dass Deutschland nochmal in einen Corona-Lockdown geht. Es werde wieder zu Corona-Ausbrüchen kommen, aber „das werden keine Ausbrüche sein, die die Dimension haben, dass wir nochmals einen Lockdown benötigen“, sagte er dem Nachrichtensender „Welt“. Lauterbach erwartet auch, dass es eine vierte Corona-Welle geben wird.

Mit dieser sei zu rechnen, wenn die Innenräume geöffnet werden und Leute aufeinander treffen, „die noch nicht geimpft sind und noch nicht genesen sind und möglicherweise noch nicht getestet sind“. Für die kommenden Wochen prognostizierte Lauterbach eine Normalisierung: „Wir werden weitere Lockerungen zulassen, wir werden mehr impfen und wir werden sinkende Fallzahlen sehen, wie aber auch zunehmende Übergänge in den Alltag, den wir auch vor der Pandemie gehabt haben.“ Es werde „nicht ganz so schnell weitergehen“ mit dem Sinken der Fallzahlen, wie in den vergangenen Wochen: „Aber es wird weitergehen. Dem wirklich guten Sommer steht im Prinzip nichts mehr entgegen.“

Allerdings setzt Lauterbach – ganz zur Freude der Pharmaindustrie – darauf, die Gesamtbevölkerung so schnell wie möglich durchzuimpfen und das, wenn möglich, immer wieder aufzufrischen:

Beim Impfen von Jugendlichen und Kindern zeigte Lauterbach Verständnis für Eltern, die ihre Kinder trotz der fehlenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission impfen lassen wollen: „Die meisten Eltern sind tatsächlich daran interessiert, mit ihren Kindern gemeinsam die Impfung zu wagen.“ Es gebe zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Hinweise darauf, dass die „Biontech-Impfungen schwerwiegende Nebenwirkungen für Kinder zur Folge“ hätten.

Es gebe auch nicht wirklich gute Gründe, das zu glauben. Gleichzeitig sei die Impfung sehr wichtig für Kinder und Jugendliche, weil sie sicherstellt, dass im Herbst der Unterricht stattfinden kann, ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen. Man könne dann einen normalen Klassenraumunterricht anbieten: „ohne Wechselunterricht, ohne ständiges Lüften, ohne Masken“.

Daher sei er davon überzeugt, „dass es den Kindern helfen würde, wenn man ihnen die Impfung anbieten würde“. Lauterbach äußerte zudem sein Bedauern über den schwachen Start der Impfkampagne des Impfstoffs von Johnson & Johnson: „Es überrascht mich auch, offen gesagt, weil Johnson & Johnson ein sehr gutes Vakzin ist.“ Dass der Impfstoff sich zum „Ladenhüter“ entwickelt habe, sei aus seiner Sicht nicht wirklich nachvollziehbar. Das Risiko für sogenannte Sinusvenenthrombose sei sehr selten: „Das sind weniger als ein Fall pro 150.000 Geimpfte.“ Gerade in den USA sei Johnson & Johnson sehr beliebt, „weil man mit nur einer einzigen Impfung klarkommt“.

Mal schauen, wie es mit der Impferei weiter geht, ob der Bedarf tatsächlich weiterhin so groß ist – wenn alles wieder normal ist. (Mit Material von dts)