Kassenärzte hinterfragen Maskenpflicht sogar in Innenräumen

Foto: Corona-Hinweisschild im Einzelhandel (über dts Nachrichtenagentur)

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Samstagmorgen vorläufig 1.108 mutmaßliche Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 42 Prozent oder 803 „Fälle“ weniger als am Samstagmorgen vor einer Woche. Die Inzidenz sank laut RKI-Angaben von gestern 10,3 auf heute 9,3 neue „Fälle“ je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage.

Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 29.600 positiv Getesteten, das sind etwa 20.500 weniger als vor einer Woche.

Berlin – Während einige Profiteure der Pandemie darauf setzen, dass sich die Bürger in Zukunft und für immer hinter Jammerlappen verkriechen, gibt es auch Stimmen, die sich gegen eine weitere Maskenpflicht aussprechen:

Angesichts sinkender Infektionszahlen bringt zum Beispiel Kassenärzte-Chef Andreas Gassen Lockerungen bei Masken- und Testpflichten ins Spiel. „Die Maskenpflicht draußen war im großen Ganzen unsinnig“, sagte er dem Wirtschaftsmagazin „Business Insider“. Es sei „sinnvoll und längst überfällig“, das jetzt abzuschaffen.

„Die Pflicht können wir zunehmend auch in Innenräumen abschaffen, genauso übrigens wie die Testpflicht für Aktivitäten draußen“, so Gassen.

Natürlich aber ist Gassen – mit Sicherheit auch aus eigensinnigen Interessen – ein Fan der experimentellen Durchimpferei:

Für ihn sei die Abschaffung der Maskenpflicht von daher auch nicht sofort umzusetzen, aber angesichts des vorangeschrittenen Impfkampagne sei eine pauschale und generelle Pflicht absehbar schwer erklärbar. „Wenn ein gewisser Impfgrad erfolgt, kann das Tragen von Masken nur noch freiwillig erfolgen.“

Zumindest draußen halten Aerosolforscher das Ansteckungsrisiko tatsächlich für äußerst gering. Das A und O sei aber, dass das Impfen in Deutschland weiter vorangehe. Doch nach Ansicht von Gassen muss man noch mehr Tempo machen.

„Das Impfen funktioniert ja in Deutschland im Prinzip. Aber es ist schon schwer nachvollziehbar, dass die für Juni und Juli vollmundig angekündigten Mengen jetzt reduziert werden.“ Konkret hatte Biontech angekündigt, im Juli nur noch drei Millionen statt wie bisher fast doppelt so viele pro Woche zu liefern und hatte das damit begründet, dass das Unternehmen im Juni seinen Vertrag übererfüllt habe und nun die Lieferungen wieder auf das vertraglich vereinbarte reduziere.

„Solange wir die Hälfte der Deutschen wie jetzt nicht geimpft haben, kann es doch nicht sein, dass Biontech die Mengen reduziert und man sich damit abfindet. Gerade jetzt wäre es gut, bei den Lieferungen zuzulegen“, so Gassen.

Natürlich aber stellt sich Gassen – als Systemling – vor den Katastrophen-Minister:

Der Kassenärzte-Chef verteidigt dagegen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gegen Kritik des Rechnungshofs, im Frühjahr vorigen Jahres zu viele und zu teure Masken gekauft zu haben. „Im April letzten Jahres wären wir glücklich gewesen, wenn wir viele Millionen Masken in den Lagern gehabt hätten. Trotz bekannter Szenarien gab es ja keine Vorsorge. Dass Minister Spahn dann alle Hebel in Bewegung setzt, Masken zu beschaffen, war richtig. Jetzt wie der Rechnungshof zu kritisieren, wir hätten zu viele Masken gekauft, ist wohlfeil.“

Ob Gassen auch so geschwafelt hätte, wenn Herr Spahn sein schwer verdientes Geld verbrannt hätte? (Mit Material von dts)