Kein Erbarmen mit den Schülern: Nach den Sommerferien direkt zurück in den Testwahnsinn

Testpflicht an bayerischen Schulen (Symbolbild: shutterstock.com/Von Winterimages)
Testpflicht an deutschen Schulen (Symbolbild: shutterstock.com/Von Winterimages)

Seit über einem Jahr zahlen Deutschlands Schüler – gebeutelt und dauergehandicapt durch Homeschooling, Distanz- und Wechselunterricht und epochalen Schulausfällen – mit Lern- und Bildungsrückständen den höchsten Preis in dieser Pandemie – mit ihrer persönlichen Zukunft und Entwicklung. Und obwohl aktuell die Inzidenzen knapp oberhalb der Nachweisgrenze schrammen, wird bereits für die Verlängerung des schulischen Ausnahmezustands getrommelt.

So fordert der Verband Bildung und Erziehung (VBE) zuerst einmal eine „Sicherheitsphase“ für alle Schüler nach den Sommerferien in allen deutschen Schulen. VBE-Chef Udo Beckmann dringt auf diese Maßnahme, weil angeblich gerade zu Beginn des Schulbetriebs eine „erhöhte Vorsicht“ not tue, wie er gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ erklärt: „Wir fordern daher eine mindestens 14-tägige Sicherheitsphase nach den Sommerferien.“

„Inzidenzunabhängige“ Masken- und Testpflicht

In dieser Zeit müsse, so Beckmann, „verstärkt getestet werden“. Vorbild könne hierbei Berlin sein, so der Lehrergewerkschafter. Das Bundesland wolle in der ersten Woche die Schüler drei Mal, in der zweiten Woche zwei Mal testen lassen. Und diese bürokratisch durchzusetzende Pflichtübung reicht natürlich nicht: Außerdem müsse zunächst in diesen beiden Wochen die Maskenpflicht im Gebäude und auch im Unterricht wieder eingesetzt werden – „und zwar inzidenzunabhängig„, so Beckmann laut „dts Nachrichtenagentur“. Das bedeutet dann folglich: auch bei Nullinzidenz.

Erwarteten Kritikerstimmen begegnet der Funktionär mit gespieltem Bedauern: „Natürlich ist das nicht der Start, den wir uns wünschen würden. Aber Vorsicht ist besser als das Nachsehen zu haben – und das hatten wir in den letzten Monaten genug.“ Tatsächlich? Das „Nachsehen“ hatten in der Tat die Schüler, die bei hochsommerlichen Temperaturen in teilweise schlachtklimatisierten Klassenzimmern brüten und büffeln mussten und für die Panik der Erwachsenen und Alten stellvertretend übertriebene, medizinisch und epidemiologisch in keinster Weise begründete Vorsicht obwalten lassen mussten.

Solchen Hundertfünfzigprozentern und Präventions-Panikaposteln wie Beckmann, aber auch RKI-Cheftierarzt Lothar Wieler oder Bundesgesundheitsminister Jens Spahn glaubt dann auch keiner mehr, wenn sie beteuern, „oberstes Ziel“ müsse es sein, „schnellstmöglich zu einem geregelten Schulbetrieb zurückzukommen„. Für diesen bräuchte es nämlich keine Sicherheitsphase – sondern nur halbwegs verantwortungsbewusste, beherzte und klardenkende Entscheider, die endlich wieder an alle Menschen in diesem Land denken. An denen herrscht jedoch weiterhin Mangel. (DM)