Ist CBD in Deutschland ausreichend reguliert?

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Das Nahrungsergänzungsmittel CBD entwickelt sich zunehmend zu einem echten Kassenschlager. Obschon es erst seit wenigen Jahren auf dem Markt ist, haben es schon hunderttausende von gesundheitsbewussten Konsumenten ausprobiert. Der Erfolg scheint dem Markt recht zu geben. Für die Vermarktung des Produkts hingegen gibt es kaum Regeln. Es ist weder apotheken- noch verschreibungspflichtig, so dass prinzipiell jedes Geschäft das Produkt legal verkaufen kann.

Ebenso wenig gibt es Mindeststandards für die Herstellung oder Vorgaben für die Zusammensetzung solcher Produkte. Lediglich der THC-Gehalt ist per Gesetz auf einen Höchstwert von 0,2 % begrenzt. Für ein Produkt, das möglicherweise so weitreichende Auswirkungen auf die Gesundheit hat, ist das eher unüblich. Daher stellt sich die Frage, ob eine strengere Regulierung von CBD notwendig erscheint?

Aktuelle Vorgaben für den Verkauf von CBD

Wie zuvor erwähnt, gibt es aktuell nur einen einzigen gesetzlichen Grenzwert, der speziell für Hanfprodukte wie CBD heranzuziehen ist. Dabei handelt es sich um einen Höchstwert des psychoaktiven Cannabinoids THC. Es wird als Betäubungsmittel eingestuft und darf daher nur in Spuren vorkommen. Konkret sieht der Gesetzgeber eine maximale Menge von 0,2 % … [GMP-Navigator] im fertigen Produkt vor.

Außerdem unterliegt CBD wie alle anderen Nahrungsergänzungsmittel der Health-Claims-Verordnung der Europäischen Union. Das heißt, dass die Anbieter keine gesundheitsbezogenen Aussagen zu ihrem Produkt machen dürfen, es sei denn, diese sind offiziell genehmigt worden. Weitere Vorgaben, die speziell für den Inhaltsstoff CBD gelten, gibt es tatsächlich nicht. Dies lässt den Herstellern großen Spielraum bei der Gestaltung ihrer Produkte.

Starke Schwankungen bei der Qualität

Dementsprechend zeigen die Testergebnisse große Schwankungen bei der Qualität der Produkte. Besonders bei Billigprodukten besteht die Gefahr, dass der versprochene Wirkstoffanteil nicht eingehalten wird und sich teilweise deutlich unterhalb wünschenswerte Werte bewegt. Eher selten sind Fälle bekannt geworden, in denen der Grenzwert für THC überschritten wurde, so dass die Produkte nicht verkehrsfähig waren. Aus den USA sind indes Fälle bekannt, in denen CBD-Produkte mit Schwermetallen verunreinigt waren.

Gleichzeitig gibt es durchaus CBD-Produkte, die einen pharmazeutischen Qualitätsanspruch haben und dementsprechend hohen Standards entsprechen. Dies ist das wichtigste Verkaufsargument im Online Shop cibdol.de … [Rеklаmе], bei dem die Reinheit der Produkte im Vordergrund steht. Unabhängige Analysezertifikate sollen die Glaubwürdigkeit der Aussagen untermauern. Auch die Herkunft der Rohstoffe und das Extraktionsverfahren sind wichtige Qualitätsmerkmale für CBD-Produkte, die sich je nach Hersteller stark unterscheiden können.

Ist weitere Regulierung notwendig?

Befürworter einer stärkeren Regulierung weisen stets darauf hin, dass viele Nutzer CBD aufgrund von ernsthaften Erkrankungen einnehmen. In solchen Fällen ist es unerlässlich, dass die Qualität einer Arznei konstant ist, um Schwankungen der Wirksamkeit auszuschließen. Ein weiteres Argument ist, dass CBD aufgrund möglicher Nebenwirkungen nur unter Einschränkungen abgegeben werden sollte. Allerdings nimmt ein Großteil der Nutzer CBD nicht wegen irgendwelcher spezifischer Beschwerden ein. Dass der Staat bei seiner Regulierungssucht nicht immer alles gut macht, zeigt sich beispielsweise am aktuellen Alkohol und Nikotinmissbrauch … [Jouwatch] in der Corona-Krise.

Es spricht tatsächlich nichts dagegen, spezielle apothekenpflichtige CBD-Präparate herzustellen und gleichzeitig CBD-Produkte für den allgemeinen Gebrauch frei zu verkaufen. Zudem ist die CBD-Dosierung bei handelsüblichen CBD-Produkten gewöhnlich so niedrig, dass kaum mit schwerwiegenden Nebenwirkungen … [Focus] zu rechnen ist. Was Qualitätsschwankungen angeht, ist es für Verbraucher ein Leichtes, über das Internet Anbieter zu vergleichen und hochwertige Produkte ausfindig zu machen.

Mithin gibt es im Moment keine Hinweise darauf, dass eine strengere Regulierung von CBD-Produkten notwendig erschiene. Dies ergibt allenthalben für hochdosierte Präparate, die für eine medizinische Anwendung vorgesehen sind, einen Sinn. Hier gälte es die üblichen Standards für apothekenpflichtige Arzneimittel durchzusetzen. Das ist bei Präparaten wie beispielsweise Epidyolex ohnehin schon der Fall.