Impfverweigerer sind der neuer Antichrist: Der Vatikan als Big-Pharma-Heilsverkünder

Der Papst im heiligen Krieg gegen das Virus (Foto:Imago/ZUMAWire)

Als hätte die katholische Kirche nicht genug interne Probleme (oder vielleicht gerade deswegen, Stichwort globale Kindesmissbrauchsaffären), hat sie einen neuen Menschheitsfeind ausgemacht, dem sie nun – unter Aufbietung ihrer gesamten religiösen Autorität  – den Kampf ansagt: Die Impfskeptiker und -verweigerer. In einer gemeinsamen Erklärung mit der World Medical Association (WMA) von Freitag fordert die Bioethische Akademie des Vatikan nun vermehrte Kraftanstrengungen dabei, jede Form von „Impfzurückhaltung“ im Zusammenhang mit den Covid-19-Schutzimpfungen zu „bekämpfen„.

Der militante, so gar nicht christliche Tonfall hat dabei durchaus Methode – geht es doch darum, nach bewährter manichäischer Spalt-Taktik, die Menschen in richtig und falsch Handelnde, in Gut und Böse zu scheiden und jene an den Pranger zu stellen, die sich dem angeblichen „wissenschaftlichen Konsens„, der alternativlosen und unhinterfragt angezeigten Immunisierung durch Experimentalimpfstoffe widersetzen. Das Ziel müsse sein, „Mythen und Desinformationen“ im Kampf gegen das Coronavirus zu beseitigen, berichtet die „New York Post“ über die geradezu kriegerisch anmutende Erklärung.

Während die Kurien-Ethiker gemeinsam mit den globalmedizinischen Impflobbyisten der WMA in ärmeren Ländern von allem historisch bedingte ökonomische Ungleichheiten und ein generelles Misstrauen in westliche Pharmakonzerne als Grund für eine dortige Impfverweigerungshaltung ausgemacht haben (sofern es nicht an einem Mangel an verfügbaren Impfstoffen liegt), haben sie in den entwickelteren Staaten und Industrienationen eher, als noch hartnäckigere und widerspenstigere Bedrohung, „Fake News“ und „planmäßige Desinformationen“ zur Ursache für Impfskepsis auserkoren, die die „Sicherheit der Impfstoffe“ in Zweifel ziehe.

Hier zeigt sich wieder einmal, wie rückständig und wenig überzeugt von der Mündigkeit ihrer Schäfchen diese Kirche auch 500 Jahre nach der Aufklärung noch immer zu sein scheint – jedenfalls sofern es sich um „Impfmuffel“ römisch-katholischen Glaubens handelt. Denn auf den Gedanken, dass kritisch denkende Bürger in wohlverstandenem Eigeninteresse selbständig urteilen können, was für ihre eigene Gesundheit gut ist, und dass sie die Impfentscheidung eigenmächtig treffen können und sich hierzu aus unterschiedlichen – und nicht nur staatlich-pharmazeutischen Quellen informieren – kommt hier anscheinend keiner… (DM)