Überfällige Aufhebung der Maskenpflicht: Wenigstens Großbritannien hat den Schuss gehört

Der Corona-Polizeistaat bei der Maskenkontrolle (Foto:Imago/Reichwein)

In Deutschland laufen die Corona-Schnappatmer aktuell wieder mal Sturm, weil die britische Regierung unter dem „beargwöhnten Brexit-Populisten“ #Boris Johnson Ungeheuerliches beabsichtigt: Trotz einer „Inzidenz“ von annähernd 200 soll dort die #Maskenpflicht planmäßig aufgehoben werden. Was für die auf willkürliche Zahlenwerte und aussagelose abgerichteten Deutschen (und vor allem die Mainstream-Medien) verantwortungslos scheint, ist in Wahrheit ein überfälliger Schritt: Denn in England hat man endlich erkannt, dass der reale Krankheitswert von Corona für politisches Handeln entscheidend sein muss – und nicht länger die Zahl der #positiv Getesteten.

Ob man in Deutschland diese in die Hirne gebrannte Verirrung je wieder loswird, darf indes bezweifelt werden: Hier werden nach wie vor „Corona-Zahlen“ mit tatsächlich ansteckenden Infektionen und, schlimmer noch, mit vermeintlichen symptomatischen oder gar ernsten Fällen gleichgesetzt. Es war der perfideste und zugleich taktisch cleverste Trick von allen: Begriffe, die vor Corona ausschließlich für reale Krankheitsfälle, für tatsächlich eingetretene Belastungen des Gesundheitssystems verwendet wurden, im amtlichen und medialen Sprachgebrauch für lediglich durch fragwürdige Tests ermittelte „Inzidenzen“ zu verwenden – obwohl die Betroffenen in den allermeisten Fällen kerngesund sind (und selbst in dem winzigen Bruchteil symptomatischer Fälle nur milde bis moderte Verläufe zu beklagen sind, was auch eine Folge der Impfkampagne ist): „Ausbrüche“, „Corona-Fälle“, „Anstieg der Infektionen“. Noch nie hat es so etwas je zuvor gegeben, dass eine kerngesunde Bevölkerung durch Laborbefunde künstlich für krank und infektiös erklärt wurde.

Und eben deshalb, weil trotz der „Delta-Variante“ und der steigenden Infektionen in Großbritannien die Zahl real bzw. erstrecht schwer Erkrankter und hospitalisierter Patienten auf niedrigem Niveau ist und der Inzidenzwert somit überhaupt keinen Aussagewert über die Krankheitslast mehr besitzt, bleibt die Regierung bei dem Fahrplan einer Renormalisierung – und einer weiteren Reduzierung der Corona-Maßnahmen. Bei der „Tagesschau“ ist man darüber natürlich „not amused“; das ARD-Framingportal beklagt, dass „trotz rapide steigender Corona-Zahlen“ Schutzmasken, die derzeit noch in Geschäften sowie Bussen und Bahnen verpflichtend sind, dort bald zur „persönlichen Entscheidung“ degradiert werden.

England gelassener und pragmatischer

Das Ende der Maskenpflicht ist Teil einer weitgehenden Aufhebung von Corona-Maßnahmen am 19. Juli auf der Insel, die die britische Regierung in den kommenden Tagen bestätigen will – und zu ihr gehört des Weiteren auch die  Aufhebung aller Kontaktbeschränkungen sowie die Wiedereröffnung von Clubs. Johnsons Gesundheitsminister Sajid Javid verteidigte die für England geplanten Lockerungen; man setze auf bzw. appelliere an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger, wodurch das Land nicht nur „freier, sondern auch gesünder werden“ könne, so der Minister unter Hinweis auf die psychischen Folgen, unter denen viele Menschen durch die Maßnahmen leiden.

Premierminister Johnson hält an seinem Fahrplan fest: Er lege die Freiheit wieder zurück in die Hände der Bürger. „Es ist Zeit, mit Corona zu leben, so wir es auch mit der Grippe tun“, so Johnson laut MailOnline. Zu Hause arbeiten, Abstandsregeln, Kontaktverfolgung, Maskenzwang, all das gehört ab dem 19.Juli in Großbritannien der Vergangenheit an. Jeder soll dann das Risiko für sich selbst einschätzen und entsprechend handeln.

Genau das ist es, was in Deutschland völlig fehlt: Das Vertrauen und die Zuversicht des Staates in die Eigenverantwortlichkeit der Bürger. Bei uns wird stur nach dem Automatismus zweier verfehlter Lockdowns und einer haarsträubend unsinnigen „Bundesnotbremse“ weiterhin nur auf die Inzidenzwerte geschaut – und das, obwohl inzwischen sogar die deutschen Intensivmediziner davor warnen, stur weiterhin die Inzidenzen zum pandemischen Hauptgradmesser zu machen – vor allem, wenn im Herbst (völlig normal und natürlich ihm Rahmen des saisonalen Erkältungsgeschehens) die „Zahlen“ wieder steigen. Das Elend wird unter dieser Regierung wie wohl auch unter der nächsten ab September weiterhin seinen Lauf nehmen. (DM)