Abkehr von Inzidenzwerten: Die „Covidioten“ hatten wieder mal recht

(Foto:Imago/Steinach)

Es ist das Eingeständnis einer Dauertäuschung, eines fortgesetzten Betrugs an der deutschen Bevölkerung seit den ersten Tagen dieser „Pandemie“ und zugleich das nächste nachträgliche Eingeständnis, dass die Verschwörungstheoretiker und „Covidioten“ recht hatten: Der Jahrtausendschwindel „Inzidenzwerte“ wird endlich abgewertet – zugunsten einer realitätsgetreueren und objektiveren Betrachtungsweise des Corona-Krankheitsgeschehens. Das, was von Anfang an hätte einziges Kriterium für politische Zwangsmaßnahmen sein dürfen – nämlich die tatsächliche Belastungssituation des Gesundheitssystems – soll nun zumindest durch die Berücksichtigung zusätzlicher Indikatoren erreicht werden.

Ganz verschwunden ist der willkürliche Inzidenzwert damit aus der amtlichen Risikobewertung freilich noch immer nicht – doch zumindest setzt sich zaghaft die Erkenntnis durch, dass nicht die in oft aussagelosen Laboruntersuchungen nachgewiesene angebliche Virenlast Kerngesunder und (zu jedem Zeitpunkt dieser Pandemie) in der übergroßen Zahl der Fälle völlig symptomlosen und beschwerdefreien Testprobanden ausschlaggebend sein darf bei der Einschätzung der pandemische Lage, sondern ausschließlich die tatsächliche Erkrankungslast: Die Zahl der Arztbesuche, der gemeldeten klinischen und der tatsächlich hospitalisierten (und kausal verstorbenen) Fälle. Und nur wenn die Kapazitätsgrenzen wirklich ans Limit kämen infolge unvermeidlicher Interventionen, die über medikamentöse und ambulante Therapien hinausgehen, dann ließe sich billigerweise von einer „Pandemie“ sprechen. Zu KEINEM Zeitpunkt war dies bei Corona der Fall – weit weniger sogar als in den saisonalen Grippewellen früherer Jahre.

Immerhin geht nun anscheinend sogar das Robert-Koch-Institut – zum zweiten Mal innerhalb einer Woche – zaghaft auf Distanz zur Coronapolitik der Bundesregierung. Nachdem dessen Cheftierarzt Lothar Wieler gerade erst den Nutzen der FFP-Masken gegenüber den OP-Masken bestritten hatte (nachdem dieser unter Berufung auf hieb- und stichfeste wissenschaftliche Erkenntnisse letzten Herbst zum Anlass für eine milliardenteure FFP-Maskenausgabeaktion des Bundes gemacht worden war), bricht Wieler nun mit dem bisherigen Inzidenzdogma. So will das RKI die „Hospitalisierung als zusätzlichen Leitindikator“ einführen, um das Pandemiegeschehen präziser zu bewerten, wie aus der Präsentation einer internen Studie  hervorgeht, über die „Bild“ heute berichtet. Eine klare Abkehr also vom Inzidenzwert als wichtigste Kennzahl der Corona-Politik – ausgerechnet von der Behörde, die mit ihren täglichen Wasserstandsmeldungen und Bulletins zur „Corona-Lage“ die Deutschen seit 16 Monaten dauerverrückt macht.

Springt das RKI Merkel jetzt von der Stange?

Auch das RKI bringt es natürlich nicht fertig, dem Inzidenzwert ganz abzuschwören. So seien „weiterhin mehrere Indikatoren zur Bewertung notwendig, aber die Gewichtung der Indikatoren untereinander ändert sich„. Das RKI begründet die Hinzunahme der Hospitalisierung und die Entwertung der Inzidenz mit den „Konsequenzen zunehmender Grundimmunität“. Wieler selbst mit einer „Abnahme des Anteils schwerer Fälle“ – und fordert daher einen „stärkeren Fokus auf die Folgen der Infektion, d. h. schwere Erkrankungen mit Hospitalisierung, ITS-Behandlung, Todesfälle und langfristige Folgen“. Zudem erwartet die Behörde einen „schrittweisen Übergang in eine endemische Situation mit saisonalen Epidemien“. Daher seien „weitgehende nicht-pharmakologische Interventionen für Alle fachlich schwer begründbar“, außer „bei drohender systematischer Überlastung“ des Gesundheitswesens.

Bis auf den „Impf-Effekt“, der nun die relative Aussagelosigkeit der „Infektionszahlen“ erklären soll, haben Gegner der wahnhaften Testmanie und fiktiv-unrepräsentativen Testkampagnen seit jeher all das moniert – und wurden dafür im besten Fall ignoriert, im schlimmeren Fall als Paranoiker, rechte Spinner und unwissenschaftliche Verharmloser an die Wand gestellt. Jetzt, zwei Lockdowns und eine Bundesnotbremse später, wird ihnen nachträglich beiläufig recht gegeben; welch eine dreiste Verhöhnung von kritischer Vernunft, Intelligenz und Ratio.

Die Hysteriker rudern zurück

Und prompt springen sie nun alle auf den Zug auf, die Wendehälse und Windbeutel, nachdem sie zuvor das Inzidenz-Hohelied fleißig mitgesungen hatten: Auch FDP-Generalsekretär Volker Wissing relativierte heute den Stellenwert der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz und ruderte zurück: „Die Inzidenzen sind natürlich ein Hinweis darauf, wie sich die Pandemie entwickelt, aber allein auf die Inzidenz zu schauen, das ist sicher nicht richtig„, so Wissing laut „Redaktionsnetzwerk Deutschland„. In Zukunft müsse zusätzlich auf die Intensivbetten-Belegung geachtet werden. Wieso sagt er nicht, dass dies bereits in der Vergangenheit notwendig gewesen wäre – und zwar mit akribischem Blick und nicht durch Nachbeten dubioser Scheinbelegungszahlen der Intensivmediziner, die sich inzwischen als grotesk geschönt und teilweise frei erfunden erwiesen?

Wissing geht sogar noch weiter: „Wir müssen auch darauf achten, wie viele Menschen überhaupt hospitalisiert werden müssen„, so der FDP-Politiker. Zudem sollten laut Wissing die Eigenschaften der aktuell dominanten Virus-Varianten berücksichtigt werden. „Die Ansteckungsgefahr durch die Delta-Variante ist wohl höher. Aber gegenwärtig, sagen die Fachleute, steigen die schweren Fälle nicht.“ Das müsse einfach beachtet werden. Alles richtig… doch wieso kommen Parlamentarier, vor allem dieser Service-Opposition, erst jetzt damit aus den Löchern? Die AfD, auch das gehört zur Wahrheit, predigt exakt dies bereits seit vielen Monaten – und wurde dafür übelst diffamiert. Jetzt übernimmt, wieder einmal, der Mainstream diese Positionen. Vernunftpositionen benötigen in diesen Staat einfach zu lange, bis sie bei den Entscheidern ankommen.

Von Notbremsen-Freaks direkt ins Leugner-Lagner

Und noch andere, die die Idiotie der „Bundesnotbremse“ noch vor drei Monaten klaglos mittrugen, sind nun plötzlich im ehemaligen „Leugner-Lager“ angekommen. Auch CDU-Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz hofft jetzt aufgrund der neuen RKI-Studie auf eine grundsätzliche Wende in der Corona-Politik in Deutschland. Der „kollektive Entzug von Grundrechten für die gesamte Bevölkerung“ lasse sich nicht aufrechterhalten, sagte er in der „Bild“-Sendung „Die richtigen Fragen„. Er könne sich vorstellen, dass die RKI-Studie „in der Tat die langersehnte erhoffte Wende für uns alle ist„.

Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) begrüßt auf einmal die Entscheidung, Corona-Schutzmaßnahmen nicht mehr allein von Inzidenzwerten abhängig zu machen. Zwar fürchte der Krankenhausverband durch die Einführung eines weiteren „Pandemie-Indikators“ zusätzliche Bürokratielasten; doch die DKG halte es „für absolut vernünftig, auch die Krankenhausbelegung einzubeziehen, um die Gefahren der Pandemie einzuschätzen und entsprechende praktische Schutzmaßnahmen zu ergreifen„, so ihr Hauptgeschäftsführer Gerald Gaß laut „dts Nachrichtenagentur“. Nach Ansicht der Klinikgesellschaft soll die Grundlage, auf der Schutzmaßnahmen ergriffen werden, sogar noch breiter werden: „Sinnvoll wäre es, wenn zusätzlich die Positivrate bei den Corona-Tests miteinbezogen würde.“ Wieviele Menschen in einem Land positiv getestet werden, sage noch nicht viel aus, wenn man diese Zahl nicht in Relation zur Menge der durchgeführten Tests setze. „Das ist bisher international in der Pandemie zu wenig beachtet worden„, so Gaß.

Das Gedachte auch sagen – aber erst wenn die Luft rein ist

Für solche Aussagen wäre der Mann vor einem halben Jahr noch ins gesellschaftliche Abseits geraten und hätte wohl seinen Job verloren. Dieser Opportunismus des Debattenraums ist das Hauptübel in dieser hausgemachten Krise: Jeder plappert alles nach, trägt die größten Zumutungen mit, prüft im Falle persönlicher stillschweigend zunächst, mit wem er sich im Falle der Kritik „gemein“ machen könnte und in welche Schublade er damit geraten würde – und schweigt dann. Solange, bis die Luft rein ist und das insgeheim längst Gedachte oder Erahnte gefahrlos ausgesprochen werden darf. Dieses Form des Mitläufertums ist gewissermaßen identitätsstiftend und typisch deutsch.

Als Folge dieser neuen Konsensposition reagierte die Bundesregierung heute mittag vergleichsweise schnell – und beschloss, ihre Bundesnotbremse nicht mehr zwingend an einen Inzidenzwert von 100 zu koppeln. Für mancheinen ist dies bereits die Einleitung eines „geordneten Rückzugs“; doch ob dem Frieden zu trauen ist, muss sich noch zeigen.

In der Öffentlichkeit nämlich hat sich – als Konsequenz einer erfolgreichen, historisch einzigartigen Gehirnwäsche – längst die Gewohnheit durchgesetzt, zwischen „Infektionen“ und real Erkrankten, zwischen „Ausbrüchen“ und einer lokal gehäuften Zahl einfach nur „positiv“ Getesteter, zwischen „steigenden Zahlen“ und einer spürbaren Belastung des Gesundheitssystems nicht mehr zu unterscheiden. Erst recht durch die „Delta“-Variante ist dieser vertraute Kurzschluss erneut im Trend. So erklären sich die an Borniertheit und evidenter Ahnungslosigkeit nicht zu überbietenden „sorgenvollen Blicke“ nach England oder Spanien, die Aufregung über wieder „steigende Inzidenzen“ auch bei uns, die Schnappatmung über volle Stadien oder „vorschnelle“ Lockerungen.

Auch Müller-Vogg geht unter die „Delta-Deppen“

Der Begriff Covidiot fällt auf die zurück, die ihn erfunden haben„, formulierte Oskar Lafontaine vergangene Woche, und trifft damit den Nagel auf den Kopf: Denn dieselben Hysteriker, die uns eine Phantomgefahr, einen megalomanischen Fehlalarm als Jahrhundertkatastrophe verkaufen, klammern sich an ihre selbstbetrügerischen Pandemie-Indikatoren, die längst nur noch selbstreferenziell wirken. Und es ist erschütternd, welche ansonsten klugen Köpfe sogar diesem Denkfehler erliegen. Etwa Publizist Hugo Müller-Vogg, der nach dem gestrigen EM-Endspiel in Wembley mit Blick auf die dortige „Delta“-Lawine (die freilich jegliche bedenkliche Krankheitszahlen rollt) twitterte:

(Screenshot:Twitter)

Kurze Zwischenfrage in diesem Zusammenhang – wann war eigentlich das erste „Superspreader-Event“ in England? Und wieso blieben in Budapest, wo vor vier Wochen erstmals 50.000 Fans im vollbesetzten Hauptstadtstadion feierten, die anschließenden „Explosionen“ aus, vor denen die Corona-Wächter bei uns medienwirksam und alarmistisch gewarnt hatten? Da ja niemand in den Krankenhäusern liegt und es auch keine „Delta-Toten“ gibt, kann dies nur bedeuten, dass Delta vielleicht „ansteckender“, aber weitaus ungefährlicher ist als behauptet.

Der volksverdummende Unfug, von „steigenden Inzidenzen“ und „Infektionen“ zu reden, obwohl diese inzwischen nur noch harmlose und größtenteils symptomfreie Fälle bedeuten, wird erst enden, wenn man komplett damit aufhört, Kerngesunde oder an einer milden Sommergrippe Erkrankte, die sonst von ihrer „Infektion“ überhaupt nichts wüssten, zu testen und ihre Zahlen politisch zu problematisieren. Die Abkehr von den Inzidenzen ist ein erster Schritt in diese Richtung.

Für die Vertreter unserer Panikpresse wird sich auch dadurch, durch die geänderten Bewertungskriterien, garantiert nichts ändern – etwa den „Stern„, der sich triumphierend an der  erneuten Schließung der gerade erst wiedergeöffneten Clubs in den Niederlanden aufgeilt:

(Screenshot:Stern.de)

Die hier aufgeworfene Frage, ob „Deutschland daraus lernt„, ist angesichts des zwar verlogenen, aber überfälligen Kurswechsels bei der pandemischen Risikobewertung durch Abkehr vom Inzidenzwert hinreichend beantwortet – auch wenn es nicht die Art von Lektion ist, die sich der „Stern“ erhofft, ebenso wie Melanie Brinkmann, Karl Lauterbach, Grüne und Linke in NRW, die die dortigen Öffnungsschritte polemisch angreifen; denn alles was diesen einfällt, ist eine sklavische Rückkehr in erneute scharfe Maßnahmen, bis hin zum vierten Lockdown. Für Lauterbach sogar bei fortschreitender Durchimpfung, da die Impfung nur durch Lockdowns richtig wirken kann. Auch wenn die Politik ein Stückweit logischer zu werden verspricht – die Idioten unter den Corona-Wortführern sind noch lange nicht verstummt. (DM)