Impfpflicht für alle: Der Countdown hat längst begonnen

Impfen auf Teufel-komm-raus (Bild: shutterstock.com/Von Sam Wordley)
Impfen auf Teufel-komm-raus (Bild: shutterstock.com/Von Sam Wordley)

Und immer näher rückt der Impfzwang: Der allmähliche, von der Politik eingeleitete und wohl seit langem vorbereitete „Paradigmenwechsel“ wird von immer mehr Multiplikatoren und Meinungsmachern planmäßig übernommen – weg von dem all die Monate propagierten Prinzip der „Selbstbestimmung“, der „persönlichen Impfentscheidung“ und „Impffreiheit“ hin zu einer kaum noch verhohlenen Impfpflicht. Inzwischen trommeln sogar Leitartikler des Springer-Verlags für die offene Diskriminierung, dessen Flaggschiff „Bild“ bislang eine liberale und grundrechtsbasierte, coronapolitik-kritische Haltung einnahm.

Die indirekte Impfpflicht ist dabei ab dem Augenblick nicht länger von einer direkten, normierten Pflicht zu unterscheiden, da die den Verweigerern „winkenden“ Unannehmlichkeiten ebenso groß oder größer sind als die bei Ordnungswidrigkeiten, Bußgeldern oder gar Straftatbeständen (je nach dem, wie der Gesetzgeber die Nichtimpfung dann sanktionieren würde) drohenden Konsequenzen. Die Befürworter der systematischen Ausgrenzungen und Diskriminierung setzen hierbei auf soziale Vernichtung, Ächtung und vor allem auch finanziellen Druck – Drohszenarien, die für die Betroffenen womöglich weit schwerwiegender sind als eine Geldbuße oder eine Bewährungs- bzw. Freiheitsstrafe.

In diese Richtung prescht heute etwa Burkhard Uhlenbroich vor, Chefreporter der „Bild am Sonntag„, der in schönster impffaschistischer Manier ab sofort „keine kostenlosen Tests mehr für Impfverweigerer“ verlangt und dabei folgenden bemerkenswerten Satz formuliert: „Es ist doch absurd, dass wir Steuerzahler die individuelle Freiheit für diejenigen finanzieren, die mit ihrer Impfverweigerung die Herdenummuninität aufs Spiel setzen„. Selten wurde in so wenigen Worten soviel Unsinn ausgedrückt: Erstens sind die „Impfverweigerer“ ebenfalls Steuerzahler. Zweitens muss in einem Rechtsstaat individuelle Freiheit überhaupt nicht „finanziert“ werden (höchstens die erpresserischen Voraussetzungen, von denen ein übergriffiges Gesundheitsregime deren Gewährung abhängig macht). Und drittens bieten die Covid-Schutzimpfungen KEINE Herdenimmunität, da sie weder vor eigener Ansteckung noch der Weitergabe an Dritte schützen können.

Auch die „BamS“ macht Stimmung für den (zumindest indirekten) Zwang

Das sukzessive, scheibchenweise Herantasten an das feststehende Fernziel der strikten Impfpflicht ist inzwischen auch in der Spitzenpolitik angelangt – und wird nicht nur von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, sondern auch von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auf die Spitze getrieben, die die Impfung mit „Freiheit“ – im Sinne der Verschonung von diskriminierenden Schikanen und staatlichen Restriktionen – auf immer unverschämtere Weise verquicken und gleichsetzen, um so die „Impfbereitschaft“ zu steigern. Auftrieb erhalten sie durch die im Ausland – aktuell Frankreich – bereits teilweise verwirklichte Impfpflicht.

Vor allem ein Unions-Parteifreund und Amtskollege Söders hatte sich in diese Richtung bereits vor fünf Monaten eifrig hervorgetan: Schon im Februar wollte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer eine Impfpflichtnicht ausschließen„; damals übrigens keineswegs nur für spezielle Berufsgruppen, sondern für alle. Spätestens im Sommer, so Kretschmer damals, müsse diese Frage „neu bewertet“ werden. Wenigstens mit dem Timing lag Kretschmer richtig – es ist Sommer… (DM)