Vom olympischen Ganzkörperanzug bis zum Burkini: Die neue Prüderie der deutschen Linken

(Symbolbild:Imago/ZUMAWire)

Nicht nur im Fußball sind die Zeiten vorbei, da deutsche Sportler mit Leistungen und Erfolgen für Schlagzeilen sorgten: Haltungsbekundungen bis zum Erbrechen machen auch vor den anderen olympischen Disziplinen nicht halt. Dass die deutschen Turnerinnen in Tokio im Ganzkörperanzug antraten, ist für woke Medien und kulturmarxistische Protagonisten von deutlich höherem Nachrichtenwert als der verpasste Einzug ins Team-Finale.

Diese Botschaft wird den Wettkampf überdauern!„, berauschte sich der „Spiegel“ an dieser nächsten Gesinnungsbekundung, die als „Zeichen“ daherkommen soll, dass sich „jeder/jede in ihrem Körper wohlfühlen soll„. Weil sich natürlich Turnerinnen bei früheren Wettbewerben nicht wohlgefühlt haben. Die „De-Sexualisierung“ von Kleidung und Körperlichkeit passt perfekt zu den beiden großen Zeitgeist-Strömungen, denen dieses „diverse“ Deutschland zur Zeit ebenso blind nachrennt wie den ideologischen Verirrungen früherer Epochen – obwohl beide diametral einander entgegenstehen: Transgender und Islam.

Denn zum einen erinnert das Turnfummel-Kasperletheater der Haltungsathletinnen an das kindische Beharren von muslimischen Elternverbänden auf das Tragen von Burkinis selbst beim Schulschwimmen, dem servile Unterwerfungs-Schulbehörden mehrfach kriecherisch entsprochen hatten. Auch wenn die Motive und geistigen Hintergründe völlig andere sind – in beiden Fällen geht es darum, primäre Geschlechtsmerkmale und damit sexuelle „Identitäten“ unkenntlich zu machen. Die einen sollen nicht als weibliche „Lustobjekt“ für (fremde) Männer wahrgenommen werden, die anderen gar nicht mehr als Frauen.

Weltanschauliche Durchdringung des Sports

Und so wird dann auch Olympia von einer bislang weltanschaulich neutralen, fröhlichen Spielwiese sportlicher Wettkämpfe zu einer Selbstdarstellungsbühne sauertöpfischer selbstgerechter Haltungs-„Aktivisten“: Die vier deutschen Turnerinnen Elisabeth Seitz, Kim Bui, Sarah Voss und Pauline Schäfer waren mit Ganzkörperanzügen in den Saal eingelaufen. Der „Spiegel“ verzückt: „Die Ärmel weiß, die Hosenbeine rot. Die Anzüge der Deutschen machten nicht wie sonst in der Gymnastik üblich an den Hüften halt. Der Körper blieb bis zu den Knöcheln bedeckt.

Für diesen Rückfall in eine identitätspolitische Prüderie gab es prompt Beifall der vom selben Vielfaltsvirus befallenen ausländischen Rivalinnen: „Ich applaudiere ihnen„, trällerte die norwegische Turnerin Julie Erichsen, und lobte den „coolen Mut, auf einer so großen Arena zu stehen und Frauen aus aller Welt zu zeigen, dass man tragen kann, was man will.“ Auf diese Botschaft haben 4 Milliarden Frauen auf dem Planeten ganz bestimmt gewartet… Wahrlich, wirklich irre couragiert! Es kann sich hierbei eigentlich nur um jene Definition von Mut handeln, die das Fehlen jeglichen Schamgefühls beschreibt.

In dieselbe Richtung ging auch die trotzige Weigerung der norwegischen Beachhandballerinnen, bei den Europameisterschaften die vom Verband vorgeschriebenen, seit Jahrzehnten bewährten und von früheren Generationen stolz und selbstbewusst getragenen Bikinihöschen anzuziehen – und stattdessen regelwidrig in Shorts aufliefen, ebenfalls als vermeintlich emanzipierte, nicht-freizügige Reverenz an den metro- bis asexuellen Zeitgeist. Die Feinde eines selbstbewussten, natürlichen und befreiten Körperbilds, die in der sexuellen Revolution der 1960er niedergerungen wurden, sind zurück, aus anderen Motiven. Was einst „Sitte“ und „Züchtigkeit“ waren, nennt sich heute „Antisexismus“, oder auch „Pride“ und „Respect“ – ganz egal ob beim Kopftuch oder beim Ganzkörperanzug. (DM)