Linksrassismus vom Feinsten: Amazon drückt eigenen TV- und Filmstudios groteske Identitätsrichtlinien auf

"Amazon Prime" & Co.: Nur ethnische Minderheiten sollen noch ethnische Minderheiten spielen (Symbolbild:Imago/AgenciaEFE)

So wie bei der Babelsberger UFA nach der Nazi-Machtübernahme mit der Zeit nur noch arische, rassegefällige Deutsche als Schauspieler akzeptiert waren, ohne dass es der ständigen Intervention der Reichsfilmkammer unter Joseph Goebbels bedurft hätte, so geben sich heute die dem sauertöpfischen Kulturmarxismus triefend ergebenen linken Eliten der westlichen Kulturschaffenden und die Herren über die „Produktionsmittel“ ihre eigenen identitätspolitischen Regeln – auch ganz ohne staatlichen Zwang. Big Tech macht es vor: Die Amazon-Studios verlangen ab sofort, dass Schauspieler mit ihren Rollen übereinstimmen müssen. Es ist das Ende der jahrtausendealten Kulturform der künstlerischen Verstellung.

Denn gerade darin lag immer die kreative Schöpfungshöhe von Akteuren sowohl auf der Bühne als auch auf der Leinwand: In der Diskrepanz zwischen Subjekt und Rolle, in der Interpretation von Figuren durch wandelbare Künstler; dies machte ja erst ihre Leistung zur Kunst. Doch der totalitär-woke Anspruch an „Authentizität“, an „Nicht-Verfälschung“ im imaginären Kampf gegen jegliche „kulturelle Aneignung“, die sich angeblich aus der Verkörperung fremder „Identitäten“ ergeben soll wird nun auf die Spitze getrieben: Im politisch korrekten Gesinnungsterror wird heute jeder einer – möglichst sichtbaren – Identität zugeordnet und in die entsprechende Schublade gesteckt – und fortan sollen Schauspieler nur noch Personen aus derselben Schublade spielen dürfen, in die sie selbst einsortiert wurden. Konkret heißt das, wie die „Welt“ schreibt: Schwule sollen Schwule spielen, nur Schwarze Schwarze, nur Behinderte Behinderte. Die Zeitung fragt zu Recht: „Ging es in dieser Kunst nicht mal darum, so zu tun, als sei man jemand anders?„.

200-Milliarden-Amazonboss Jeff Bezos, die Babyface-Glatze mit Weltraum-Raketenphallus-Komplex, biedert sich inzwischen dermaßen hündisch bei den linksradikalen Bewegungen um MeToo, Black Lives Matter und der LGBTQIA+-Community an, dass es nur noch zum Fremdschämen ist. Würde er mit dem Rotstift nur durch seine eigenen Sortimentslisten fuhrwerken, wäre es zu verschmerzen (und der globale ortsgebundene Einzelhandel würde profitieren); doch dieser Mann kauft sich Medienkonzerne zusammen wie andere ihre Briefmarkensammlung, von der Washington Posts bis zu den Majorstudios in Hollywood – und nutzt seine amoralische Machtfülle schamlos aus für einen Kulturimperialismus der neuen Sorte.

Nur wo schwul und schwarz draufsteht, ist auch schwul und schwarz drin

Die Entertainment-Abteilung unter Verantwortung der Managerin Latasha Gillespie verlangt eine dermaßen lange einschränkende Reihe von Kriterien bei Rollenbesetzungen, dass der einstige Ariernachweis – weltanschauliches Pendant und gewissermaßen Vorläufer des heutigen Diversitätswahns, wenn auch mit entgegengesetzten Vorzeichen – geradezu läppisch dagegen wirkte: Produktionen der Amazon Studios sollen, so die „Welt“, ab sofort „idealerweise ein Minimum von 30 Prozent Frauen und 30 Prozent Angehörigen einer unterrepräsentierten rassischen/ethnischen Gruppe beinhalten„; in drei Jahren müssen es 50 Prozent sein. Mindestens eine Person „in einer Sprechrolle“ muss einer der folgenden Kategorien genügen: „LGBTQIA+, Menschen mit einer Behinderung und drei regional unterrepräsentierte Rassen/ethnische/kulturelle Gruppen.“ Die Hälfte davon müssen wiederum Frauen sein. Doch es geht noch weiter: Für Dienstleistungen bei Produktionen müssen mindestens drei Angebote von Verkäufern oder Lieferanten eingeholt werden von Firmen, von denen jeweils eine „von einer Frau“ und eines von „einem Vertreter einer Minderheit“ geführt sein müssen.

Diese „woke idiocracy“ wird allerdings nochmals gesteigert – durch eben die besagte vorgegebene  „Selbstverpflichtung“ der Studios, Schauspieler nur nach Deckungsgleichheit mit Merkmalen ihrer Rollen zu besetzen. Fatsuits, Blackfacing, Travestien sind fortan pfui – es dürfen nur echte Fette, Schwarze oder Transpersonen und so fort engagiert werden. Etwa dürfte Eddy Redmaine seine Rolle als Transsexueller in „The Danish Girl“ nicht mehr spielen, Robin Williams als „Mrs. Doubtfire“ wäre ebenso undenkbar wie Eddy Murphy als übergewichtiger „Nutty Professor“ oder der real nicht blinde Jamie Foxx als Ray Charles, und Jake Gyllenhall und Heath Ledger hätten nie vor der Leinwand auf dem „Brokeback Mountain“ zusammengefunden, solange sie nicht vor Bezos‘ Politkommissaren und Studiobossen auch im wahren Leben ihren „Gay Pride“ bekundet hätten.

Und auch die Maske am Set dürfte bald ausgedient haben- denn älter oder jünger dürfen die Mimen dann wohl auch nicht gemacht werden, und selbst Haarfärbungen sind dann tabu. Ganz offiziell heißt es in den Richtlinien: „Besetzung von Schauspielern, deren Identität (Geschlecht, Geschlechtsidentität, Nationalität, Rasse/ethnische Zugehörigkeit, sexuelle Orientierung, Behinderung) mit der Figur übereinstimmt.“ Die einzige Folge dieser übergriffigen Bestimmungen ist letztlich, dass die sexuelle Identität von Menschen sowie physische Merkmale, die in einer wirklich humanen, modernen und sozial differenzierten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts eigentlich keine Rolle spielen sollen, verabsolutiert und zum Maßstab für alles gemacht werden. Das ist das Gegenteil von Gleichberechtigung und Teilhabe; es ist Rassismus, Diskriminierung unter anderen Vorzeichen – und zeugt von einem Biologismus der übelsten Sorte. Noch kann man sich aussuchen, wessen Filme und Serien man anschaut und streamt; für diese totalitäre Doktrin sollten die Kunden Amazon eine angemessene Antwort geben. (DM)