Merkels Infrastruktur: Rund 3.000 Autobahnbrücken in kritischem Zustand

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Das kommt davon, wenn man ständig die Welt retten will, die Gastfreundschaft an die erste Stelle setzt und darüber natürlich noch das Klima. Da kann es dann doch passieren, dass das eine oder andere vernachlässigt werden muss:

Deutsche Autobahnen führen über rund 3000 Brücken, die sich in kritischem Zustand befinden. „Wir machen uns große Sorgen um die Autobahnbrücken in Deutschland“, sagte der Geschäftsführer der Autobahn GmbH Stephan Krenz der „Welt am Sonntag“. Die Autobahn GmbH ist seit Jahresbeginn für die Instandhaltung, den Bau und Betrieb der Autobahnen verantwortlich.

„Rund 3.000 Brücken weisen einen nicht ausreichenden und ungenügenden Zustand auf“, sagte Krenz. Das entspricht über zehn Prozent der 27.000 Autobahnbrücken. Die Autobahn GmbH hatte eine Bestandsaufnahme der Brücken durchgeführt, nachdem die hessische Salzbachtalbrücke im Juni nach schweren Schäden gesperrt werden musste.

„Die Salzbachtalbrücke ist die Spitze des Eisbergs“, sagte Krenz. Die marode Infrastruktur zieht sich laut der Autobahn GmbH durch das ganze Land von den Rhein-Brücken im Westen über die Talbrücken in den hessischen Mittelgebirgen bis zu den Brücken der Stadtautobahn in Berlin. „Die Einschätzung des Zustands der Brücken war bislang Ländersache – das wurde unterschiedlich gehandhabt“, sagte er.

„Insgesamt müssen wir ein Ost-West-Gefälle feststellen. Im Osten sind viele Brücken neuer, im Westen ist der Zustand oft schlechter.“ Krenz forderte angesichts des Zustandes zusätzliche Mittel sowie eine Planungsrechtsänderung.

„Wir brauchen deutlich mehr Geld für die Sanierung der Autobahnbrücken“, sagte er. Bislang stehe dafür rund eine Milliarde Euro pro Jahr zu Verfügung. „Wir müssen deutlich schneller werden, dafür brauchen wir ein vereinfachtes Baurecht für Ersatzneubauten“, so der Autobahn-Chef. Denn wenn die geplante neue Brücke deutlich von der bisher bestehenden abweicht, müsse man durch ein komplettes Planungsverfahren. „Natürlich bauen wir heute nicht mehr eins zu eins die gleiche Brücke, wie sie in den 1960er-Jahren gebaut wurde“, sagte Krenz. „Deshalb brauchen wir einen größeren Toleranzkorridor, in dem wir vereinfacht als Ersatz für marode Brücken neue Bauwerke errichten können.“

Mehr Geld für die Brücken – weniger Geld für Flüchtlinge? Das geht natürlich nicht, da muss an anderer Stelle gespart werden, zum Beispiel beim Gesundheitssektor, oder man erhöht die Steuer. (Mit Material von dts)