Irrenhaus Berlin: Feministinnen fordern Aufnahme von ganz Afghanistan – inklusive Taliban?

Gewalt-gegen-Frauen-Demo (hier im Jahr 2018) (Archivbild:Imago/Mang)

In der hauptstädtischen Subkultur finden sich „Aktivist*Innen“, die sogar den üblichen linksradikalen Aberwitz irrationalster weltfremdester Forderungen harmlos erscheinen lassen. Gestern Abend demonstrierten besonders skurrile Vertreterinnen dieser Sorte: Die „Kali Feminists„, einst als eine Art obsessiver Abtreibungs-Fanclub gegründet, riefen zu einer Kundgebung unter dem Motto „Feministische Solidarität mit Afghanistan“ in Neukölln auf. Damit war den Frauen in der Taliban-Hölle sicher ungemein geholfen…

Selbstverständlich geht es den Extrem-Emanzen in Wahrheit kein Deut um die Situation der Mädchen und Frauen in Afghanistan – sondern nur um die unbegrenzte Flüchtlingsaufnahme: Nicht nur verlangen sie die – ohnehin nicht mehr machbare, weil von der Bundesregierung gründlich versaubeutelte – Evakuierung der afghanischen „Ortskräfte“, sondern gleich des ganzen Landes. „Wir fordern, dass alle Menschen aus Afghanistan ohne wenn und aber aufgenommen werden„, heißt es im Aufruf auf Twitter. Das wären also rund 39 Millionen Menschen – und die Taliban-Kämpfer gleich mit?

Auszug aus dem Aufruf zur gestrigen Kundgebung der „Kali-Feministinnen“ (Screenshot:Twitter)

Was für eine irre, miese Heuchelei: Wäre es diesen durchgeknallten Kali-Aktivistinnen wirklich um die Frauen in Afghanistan gegangen, dann müssten sie sich für deren Flucht engagieren – und nicht für „afghanische Flüchtlinge“ en gros und universal, von denen natürlich der übergroße Anteil junge Männer sind – mehr noch als bei den früheren Flüchtlingsbewegungen, was sich auch auf allen aktuellen Bildern aus der Krisenregion und in den überfüllten Flugzeugen zeigt: Hier gilt leider „men’s only“, „Feminismus“ ist hier, wie gehabt, Fehlanzeige. Wieviele der 15.000 in Berlin lebenden Afghanen gestern an der Demo teilnahmen, ließ sich Medienberichten leider nicht entnehmen.

Und diesmal gilt das „survival of the fittest“ sonstiger Fluchtrouten leider gnadenloser als zuvor: Nur die physisch stärksten oder finanziell stabilsten Flüchtlinge werden es schaffen, sich nach Europa durchzuschlagen. Und wieder einmal sind es just die Männer im wehrfähigen Alter, die das Weite suchen und ihre Frauen und Kinder zurücklassen. Ausgerechnet die einzigen hypothetischen Hoffnungsträger, die sich gegen die Taliban erheben und kämpfen können, streben in die sichere Etappe des Sozialstaates von „Germoney“.

Junge Männer zuerst, Frauen und Kinder bleiben sich selbst überlassen

Derweil bleiben Frauen und selbst blutjungen Mädchen, die zur Stunde derweil in Herat und Kandahar von den siegreichen Steinzeitbarbaren vergewaltigt, verstümmelt, versklavt und zwangsverheiratet werden, zurück – und kriegen nichts mit von dekadenten, völlig verstiegenen Aktionen queerer und cis-weiblicher „Wohlstandsakademiker*Innen“, die eine degenerierte Form von Freiheit ausleben, die sich in Afghanistan nirgends vorstellen kann und auch niemand wünschen würde. Zum Glück, muss man sagen, sonst würden sie sich noch verhöhnt fühlen. Denn die meisten Frauen in Afghanistan wären schon froh, wenn sie selbstbestimmt leben oder auch nur unverschleiert das Haus verlassen dürften. Und in Zukunft erstrecht.

Besonders widerlich an den pseudokaritativen Berliner Kali-Waschweibern: Die Schuld an der humanitären Katastrophe geben sie nicht den Taliban, sondern dem „imperialistischen“ Westen. Dieser trägt für der Misere durchaus große Verantwortung. Aber vor allem insoweit, als er nicht imperialistisch genug vorging – und vor allem seine Friedensmission dort nicht so lange entschlossen, als echtes Generationenprojekt betrieben hat, bis die dschihadistischen und terroristischen Briganten besiegt sind und die Bevölkerung durch entsprechende Bildungschancen hinreichend geistig gegen den Islamfundamentalismus imprägniert wäre.

Geschichtsblindheit und Inkonsequenz

Hätten die USA und ihre Verbündeten vor 20 Jahren nicht interveniert – wohlgemerkt in Reaktion auf den 11. September und die Taliban-Rückendeckung für Osama bin Laden -, wären die bereits damals regierenden Taliban nie gestürzt worden. Wurden sie aber – und dass sie nun an die Macht zurückkehren, ist die Schuld eines verzagten, halbherzigen und feigen Westens und vor allem eines senilen, orientierungslosen Joe Biden. Selbst Trump, der den Abzug beschloss, wollte sich damit Zeit lassen.

Wer A sagt, muss auch B sagen. Man hätte ALLES tun müssen, die Taliban final auszurotten – auch wenn es eine Mammutaufgabe für Jahrzehnte gewesen wäre. Und wir Deutschen hätten unser Mandat ernster nehmen müssen – oder zumindest geordnet beenden sollen. Das haben wir gründlich vermasselt – dank der unfähigsten Polit-Amateure, die die Bundesrepublik je regiert haben.

Zu den Totalversagern der Bundesregierung passt jedoch die bunte Truppe der Kali-Feministinnen (die sich besser umbenennen sollten in Zyankali Feminists) mit ihrer lächerlichen und jämmerlichen gestrigen Aktion jedenfalls wie die Faust aufs Auge: Die Infantilität der Politik spiegelt sich in der Infantilität der Zivilgesellschaft wieder. (DM)